13.08. Wochenende

Das Wasser ist zurück, aber heftige Winde sind angesagt, deshalb versuchen wir die Anfänger optimal zu versorgen. Auf einen Schiffsführer kommen zwei Schüler. Jojo und Maddel betreuen 10 OSG-ler. Der Vormittag ist noch segelbar. Doch dann sollen Böen bis 8 Bft kommen, deshalb macht Jannis Gruppe Theorie, während drei Laser bald ihre Grenzen erfahren. Dafür zeigen sich tolle Wolkengebirge am Himmel. Unsere Spezialschülerin – Anita – kommt erst gegen Mittag. Wir beschließen, erst am nächsten Tag mit ihr zu segeln. Stattdessen besuchen wir mit ihr und Alf die Steilküste.

Am Sonntag hat sich das Wetter beruhigt: ich weise Anita ein, versuche in der Theorie Vorhandenes frei zu spülen. Mit Louisa geht sie an Bord, Stanzerl mit dabei. Schnell zeigt sich, sie kann Kurs halten und die Schräglage mit der Großschot im Griff halten. Louisa ist schon souverän, legt bei dieser Gelegenheit auch ihre Prüfung für den Grundschein ab. Laura ist zu Besuch, mit Ihr, Anita, Alf + Stanzerl machen wir ein gemeinsames Abendessen auf der Veranda. Unsere Studenten kommen gut vorwärts und wollen schon am Montag das Kentertraining auf der Möwe machen. Heike hat sich kurzfristig entschlossen, noch eine Woche zu bleiben und den Binnen-Schein zu bestehen. Mit in der Gruppe auch Lea, die schon einmal bei uns war.
Am Montag wandern dann fünf Leute zum Arzt, um ihre Atteste zu bekommen. So werden am nächsten Sonntag 14 Leute in die Prüfung gehen.

11.08. Die Woche!

  • Wo liegt der Koppelort – Der Schüler macht sich auf die Suche nach einer Ortschaft.
  • Warum ist die Besteckversetzung immer negativ – weil der Bindestrich negativ interpretiert wird ¦)

Drei Leute möchten plötzlich die See-Theorie in Lübeck ablegen. Nach einer kleinen Einführung in die Navigation lernen sie selbstständig. Der PA zeigt sich erstaunlich entspannt, nimmt die Kandidaten noch auf, obwohl die Papiere noch nicht vollständig sind. Maddel repariert bei großer Hitze Gleiter, laminiert unter der Maske im Inneren eines 470igers. Derweil führe ich meinen Komprimierungstanz im Container der gelben Säcke auf. Um der allgemeinen Unordnung Herr zu werden, räume ich den Waschmaschinenraum frei von privaten Dingen, nehme trockene Wäsche ab, stopfe Altkleider in Säcke … Am Dienstag  Abend noch einmal eine schöne Runde Doppelkopf  mit Anja, Ralf, Sören und Heaven.

Mittwoch -  leichte südliche Wind sind angesagt – noch einmal die Chance für einen Fehmarntörn. Es wird dann doch ein Anlieger bei Nordwest. Unter der Führung von Nils und Heaven: das Long-Boat – die Großschotführung hakt noch.

Am Donnerstag entscheiden wir, die praktischen Prüfungen vor zu verlegen, denn für den Freitag ist böser Wind angesagt. Stefan übernimmt die Rolle des Prüfers. Schon am Abend macht sich der Menhir von Thomas H. samt Grundbefestigung auf die Reise. Es ist dann nicht der Wind, der das Segeln vereitelt, es ist das fehlende Wasser, in kürzester Zeit fallen die Schiffe trocken, stehen die Schwäne im Wasser. Der Abend wird dann noch sehr schön, das warme Abendlicht zaubert wunderschöne Bilde in das spiegelglatte Wasser. Für das Wochenende sind viele Leute angesagt: zehn neue Jollenschüler und 12 OSGler.

07.08. Badespaß und Gleiterwind!

Katze, ME, Laura und Stefan samt Kinder zu Besuch. Es wird ein großer Badespaß, bei dem es heißt: Hai Konstanze, hat sie doch von mir eine aufschnallbare Haifischflosse geschenkt bekommen. Hase ist auf ihrer Jolle mit Elisabeth unterwegs. Sie möchte in Zukunft individuelle Segelstunden geben. Sie will Anfänger und Fortgeschrittene ansprechen, dabei selbst mobil sein, um von verschiedenen Standorten aus zu operieren. Meine neue Crew: eine WE-Schülerin, ein Schnupperer und zwei SBI-ler. Später besuchen wir das Kiter-Fest an der Seebrücke.

Am Sonntag kommen Dennis und Philip vom Wacken-Fest zurück, auch Haeven läuft ein. Das Wochenende genießen die Segellehrer samt Anhang beim Gleitersegeln. Meine Schüler trainieren das An- und Ablegen, dann gehen wir auf zwei Menhiren Richtung Dalben. Dort treffen wir auf den Grünen im Schlepp der Gummiwurst. Die Rudersicherung hat sich verbogen und dann die obere Aufhängung. Jan und sein Co-Pilot sind aber sichtlich bemüht der Schäden Herr zu werden. Der Sonntag hat endlich Wind gebracht, schon an der Seebrücke haben die Wellen die Badeplattform überspült.

Der Montag kommt wieder ruhiger daher. In der Jollengruppe tummeln sich 15 Leute, bei den Optis unter der Leitung von Laura – der erste selbstständige Kurs – sind es 6 Kinder und zu meiner ganz persönlichen Freude kommt Roland zum Einsatz. Merle kümmert sich noch einmal liebevoll um Lena und ihre Freundin, endlich wird die Mittelmeerjolle bewegt. Ein lustiger Doppelkopfabend auf der Terrasse beendet den Tag ….

04.08. Das zweite Piratencamp 2018!

Unser Nils hat sein Camp wie schon in der Woche zuvor Thomas H. mit Bravour geleitet. Badetemperaturen, leichte Winde erleichtern der Crew die Arbeit, wenn auch die Küche Unmengen an Wasserflaschen organisieren muss. Es ist gut, dass die Kinder soviel trinken. Eine große Hilfe: Elisabeth regelt den Einkauf. Für einige Tage kommt uns auch Solveigh besuchen. Andreas aus Lübeck zaubert gelassen das Essen in der Küche – Caro und Saza stehen beratend und eingreifend zur Seite. Mit den Externen befinden sich rund 45 Schüler in der Ausbildung: sechs Gleiter von Maddel und Jojo geführt, zwölf Optimisten mit Merle und Laura, der Rest: Junioren und Grundscheinler unter den Fittichen von Lorenz und Jannis. Claus und Manfred unterstützen in den ersten beiden Tagen, über die Woche zusätzlich Ole und Michel. Auch Melissa und Luise beteiligen sich in der Ausbildung und ambesonders am Piratencamp.

Am Mittwoch entscheide ich an der Seebrücke bei leichter Brandung und Wind aus Nordwest: Fehmarntörn ist möglich! Elf Menhire stehen gestiefelt und gespornt am Steg – ein schönes Bild. Der Olifant begleitet die Flotte. Mir bleibt die Filmarbeit. Hast sich doch das Schnittgerät verabschiedet. Eine Neuinstallation führt zum Verlust der Sonderfunktionen. Auch hier helfen die Leute aus Kiel, übersenden mir einen Freischaltcode für das DVD-Brennen. Das Filmen übernimmt Finn, ein Ablatus von Nils. Er bemüht sich, generiert vor allem viel Material – über 1000 Szenen darf ich schneiden. Fast 40 Minuten bringt das Werk auf den Schirm, denn zum Kürzen bin ich nicht mehr gekommen. Da wird es wohl noch eine Menge Nacharbeit geben. Finn hat sich als Kameramann ganz gut entwickelt.

Donnerstag Abend bringt mir Saza nach alter Tradition wieder seine Frikadellen, die meinen Magen bedenklich füllen. Über die Woche begleiten uns Cata und Christian, die sich inzwischen mit ihrem Gelbfieber sehr verbunden fühlen. Thomas H. segelt mit seiner Frau seinen eigenen Menhir, mit dem er zwei Wochen in Schweden gewesen ist. Steffen und Björn – Schüler aus den 80igern – kommen zu Besuch. Mein Schnittgerät berechnet über vier Stunden die DVD.

Freitag gibt es am Vormittag noch ein Kentertraining – dann kommt die große Prüfung. Mit L. habe ich die Führerscheine vorbereitet. Verwirrend nur, dass mein Unterschriftenstempel unter dem Passbild der Prüflinge erscheint. Tipp-Ex und Überkleben ist angesagt, Namensverwechslung und Fehlausstellungen kosten Zeit und Nerven. Stefan Roseland nimmt die Prüfungen ab, gegen 1630 Uhr können wir die Scheine übergeben. Nach dem glücklich fertig gestellten Piratenfilm, hebt wiederum ein Grillen an, Stanzerl läuft ein, begierig, die Gelbfieberstory zu hören. Der schönste Platz bei diesen Temperaturen ist die Terrasse der Wulf-Schanze, so ein leichter Wind weht.

Ole übernimmt für Samstag das freie Segeln und den Bootsverleih. Ich werde mit einigen Neuen die Ausbildung starten – Die Segellehrer- und Helfercrew wird wohl ausschlafen, jedenfalls treffe ich sie bei meinem Walk-Start auf Höhe der Autokrafthalle in bester Stimmung.

30.07. Ruhiges Wochenende und schönes Walken!

Am Samstag vertue ich mich, bin nicht um 0430 auf Tour sondern um 0330. Es ist noch dunkel, dafür sehe ich den roten Mond und erlebe den Sonnenaufgang nach meiner Rückkehr an der Schule. Der gute Tageswind wird von den Segellehrern und Stanzerl gut genutzt. Laser, 470iger und eine Möwengruppe tummeln sich auf dem Wasser. Hase läuft mir ihrer Jolle ein, baut sie im Laufe des Tages auf. Nacht feiert eine Gruppe bis in der frühen Morgen, da die Wasseroberfläche bei Flaute weit trägt, können wir ihre Stimmen bis zur Terrasse hören – ein ganzer Pulk sitzt später am Stegkopf.

Am Sonntag muss ich sie dann noch einmal wecken. Vom Walk zurück habe ich Stanzer rechtzeitig um 0600 wecken können, sie wollte in den Sonnenaufgang segeln, schmollt aber ob des Schwachwindes. Die letzten Vorbereitungen laufen: erwarten wir doch 27 Piratenkinder.
Andreas kommt aus Lübeck, organisiert die Küche, Elisabeth, Luise, Melissa und Marie helfen. Caro und Saza stehen beratend zur Seite. Die von mir sanft geweckten Segellehrer mit Anhang stehen tatsächlich auf, säubern ihr Schlachtfeld. Hase tauft ihr Schiff, mit dem sie eine mobile Segelschule betreiben möchte. Dann ist es schon soweit: vier Motorboote legen mit den Piraten in den Sonnenuntergang ab.

28.07. Besuch aus der Vergangenheit

Drei Kameraden aus meiner Bundeswehrzeit Anfang der 70er Jahre stehen mit ihren Frauen vor mir. Wir klönen ein wenig, dann ruft wieder die Arbeit: 35 Führerscheine und Sonderbelege müssen erstellt werden. Kleben, Ösen, Stempeln und Schreiben. Glücklicherweise hilft mir Birthe. Da sitze ich in voller Konzentration, um keine Fehler zu machen, taucht doch Paul auf, den ich vor 20 Jahren in Kenia kennengelernt habe, eine treue Seele, die jedes Jahr erscheint. Er merkt, dass ich wenig Zeit habe. Kunden, Segellehrer – viele strömen hoch, um etwas zu klären. So bin ich froh, dass alle Daten gesammelt, alle Bilder gedruckt sind. Abends sitzen wir mit Christel, Ralf und Anja auf der Terrasse zum Doppelkopf. Christel – büschen müde und nicht ganz bei der Sache – spielt uns unter den Tisch ....

Am Freitag kommt der richtige Wind: die Junioren, Optis und Grundscheinler machen bereits gegen 1030 Uhr ihre Praxis, damit meine Binnler nicht in das Gewusel kommen. Wir können Hardy als Prüfer gewinnen; Lorenz kümmert sich um meine Leute, damit ich den Film fertigstellen kann – es fehlen Segelaufnahmen – wieder ist es unsere Birthe, die hilft. Die Theorieprüfung findet oben bei mir im Büro statt. Meine Crew hat Schnittchen mit zwei kleine tollen Details gemacht: eine Paprikakrabbe und eine Bananendelfin. Überraschend kommen noch zwei Kandidaten der Ostwind-Schule hinzu. Nach bestandener Prüfung und kleinem Zaubertrank kommt um 16 Uhr die Scheinvergabe.

Stanzerl, Flo und Nils sind eingetroffen. Schon während der praktischen Prüfung veranstalten die Fortgeschrittenen und Segellehrer eine Laser-Show und ein Gleiterfest. Der Wind kommt aus Ost und baut sich zu einem satten Fünfer auf. Dann beginnt das große Grillen, gegen 20 Uhr läuft der Piratenfilm – dann muss ich in die Koje.

26.07. Zwei Flautentage!

300 Flaschen Wasser fallen der Hitze täglich zum Opfer. Jetzt heißt es wohlbehütet zu sein. Meine Truppe zieht an den Dalben. Ich bastle mir wieder einen Sonnenschirm. Beobachte die langsam dahinziehenden Menhire und Möwen. Letztere versuchen, ohne Ruder zu segeln, eigentlich möglich, doch ohne Wind? Ein 470iger mit schlaffem Spi gesellt sich zu uns. Nacheinander gehen Joshua, Anja und Marco über Bord, um sich von ihren Schiffen wieder einfangen zu lassen. Abends Theorie mit meinen Binnen-Leuten.
Die 25 Piraten haben das Feuerwerk genossen, ihre Abendfahrt auf den Motorbooten erlebt. Surfbrettziehen, Tauwerkziehen mit zwei Menhiren, Tauchen nach Schätzen, Piratenralley und ganz viel Badespiele bilden das Rahmenprogramm. Abends schneide ich die Filmaufnahmen zusammen. Die Gleiter versuchen sich auf Laser und auf 470iger.

Am Mittwoch großes Kentertraining. Die Optis gehen an den Dalben - den zwischendurch Lisa krönt –
Wir sichten einen großen Motorkatamaran, wollen eigentlich mit Crescent Ausbildung fahren,doch der Motor springt sehr schlecht an, geht bei Gaswechsel und Schalten grundsätzlich aus. Da muss unser Bollo wieder ran: die Vergasernadel ist gebrochen. Nachmittags kommt ein ganz leichter Wind auf. Die Schiffe tummeln sich in der Bucht. Anja zeigt der Freundin von Jannis das BüB auf der Möwe. Inzwischen hat Bollo den Motor repariert, unsere Prüflinge können wieder trainieren. Ich sitze am Filmschnitt, treffe mich abends mit den Segellehrern auf der Terrasse – Gedanken über die Ausbildung und das Team. Etwas früher als Gestern breche ich zum Walk auf, kann den Sonnenaufgang an der Seebrücke erleben. Stand-up-Paddler sind schon unterwegs – es ist wieder warm.

24.07. Sommerbilder!

Axel und Theo erscheinen zur Prüfungsabnahme. Die Theorie läuft reibungslos, während schon auf dem Motorboot gefahren wird. Pitt und Dirk legen die besten Leistungen hin – da macht das Zugucken Spaß. Die Schnittchen sind von überzeugender Qualität – werden auch komplett vertilgt. Im Nachklang vier mal Zaubertrank mit Dieter im Gefolge. Neben dem Steg Badespaß der Segellehrer mit Umfeld, die neue Badeinsel wird besetzt, die Frisbee-Scheibe fliegt über das Wasser – Sommerfeeling. Mit Stanzerl zur Seebrücke, Eis fassen und auf den Liegen entspannen. Auf dem Rückweg zwei Minnilebkuchenherzen zur Aufmunterung unseres Sonnenopfers. Nudeln mit Melone – Stanzerls Sommeressen – vergnügt meinen Gaumen, später sitzen wir auf der Terrasse, hören nur noch das Feuerwerk, bevor wir die Kojen aufsuchen.

Am Montag verzichte ich auf den Walk, um Stanzerl zu verabschieden. Wie wird der Tag verlaufen? Erste Listen habe ich schon erstellt – Schiffsführer organisiert: Holger, Claus, Jojo, Jan, Jannis, Niklas, Dieter, Maddel stehen bereit. Die Gleitergruppe umfasst zehn Personen, acht Optis und 28 Junior- und Grundscheinschüler mit einem Binnenmenschen füllen das Bild, in dem auch noch acht Leute aus der Vorwoche hervorlugen. Caro, Saza und Marie organisieren souverän das Piratencamp. Sazas Rufen dringt gnadenlos in die Gehörgänge der noch Schlafenden. Es läuft ganz rund. Jojo unterstützt Maddel. Jan geht mit meiner Vollgesichtsmaske tauchen/suchen. Mit Birthe werde ich bei der HVB vorstellig, um den Auftritt des Orchesters 2020 zu planen. Philipp hat schon Bühnenideen. Dennis geht es etwas besser, so sitzt er zusammen mit Anja, Ralf, Christel und mir beim Doppelkopf. Er geht aber früh ins Bett, wird von Marco ersetzt – endlich wieder ein nettes Spiel.

22.07. Der Samstag

Philipp, Folker und Hobbit kommen zu Besuch, sie wollen mit Marie das Absegeln besprechen. Nach einem Eisausflug an die Seebrücke sitzen wir in gemütlicher Runde bei Tafelspitz – gezaubert von Caro und Saza. Die ersten Piratenkinder sind bereits eingetroffen. Meine Prüflinge werden von Dieter auf dem Motorboot betreut. Der Segelwind schwächelt – mein Hausarzt hat eine Jolle gemietet und bittet um Schlepphilfe. Gelbfieber legt ab – Stanzerl und andere sind empört, dass sie sich nicht verabschieden. Später muss Jannis zu Dennis, der sich einen Sonnenstich eingefangen hat. Nach dem Abendessen wird das Leergut quer durch den Hafenfestrummel zur Entsorgung gebracht. Auf dem Rückweg gibt es wohl mehr Aufsehen, weil Hobbit das Stanzerl im Einkaufswagen hat und sie Schnittwunden hat, jedenfalls macht er sich so Platz ... Eine schöne, lustige Aktion.

Der Prüfungssonntag beginnt bedeckt. Ich muss die Schüler wecken, weil der Grillbereich nicht aufgeräumt wurde – Ansage muss sein.

21.07. Wochenbilanz

Am Mittwoch und Donnerstag werden wir von guten Winden verwöhnt. Stanzerl kommt endlich zu ihrem Segelerlebnis. Eine Möwe kentert. Stanzerl kommt in Einsatz und segelt die Möwe zum Steg zurück. Lisa rauscht mit dem Laser durch die Bucht. Fast alle Möwen im Einsatz. Die Bucht füllt sich mit einer Vielzahl von Segeln. Mareike und Stefan sind mit ihrem RS500 am Start. Dennis, der uns brav in der Ausbildung geholfen hat, kümmert sich jetzt um Gelbfieber, der auf Törn gehen will. Cata und Christian reisen an. Sie hat Geburtstag und bekommt von uns einen zukunftsweisenden Schmöker. Stephan steht im Wasser und verspeist einen Pflaumenkuchen.

Saza und Caro, die Vorhut des Piratencamps legt an – lecker Kartoffelsalat mit Bratwurst und knusprige Hähnchen sind das kulinarische Erlebnis. An der Fischereibrücke sitze ich mit Stanzerl, um den Sonnenuntergang zu bewundern, allerdings der Wind kühlt uns aus. Die Musik aus dem Hafen malträtiert unsere Ohren.

Am Freitag – 30 Scheine sind geschrieben – übernimmt Birthe die Prüfungen für die Optis, Junioren und Grundscheinler. Ds Motorboot ist dank Bollo wieder im Einsatz – endlich kann ich mit meiner Sonntagscrew üben. Ein Abstecher führt Birthe und mich morgens ins Gemeindehaus, denn die Entscheidung ist gefallen: am 27. Und 28. Juni 2020 findet das 50igjährige Bestehen der Segelschule statt. Birthe wird ein 20igköpfiges Orchester organisieren. Die Truppe wird für eine Woche bei uns bleiben und sucht noch weitere Auftrittsmöglichkeit – die Kirche sagt zu, am Montag haben wir dann ein Gespräch mit der HVB. Vorsorglich rufe ich schon einmal bei den Veranstaltungsleitern und Großenbrode und Fehmarn an.

Nach der Führerscheinvergabe – Alle sind glücklich – rüsten Stanzerl, Birthe samt Kindern und meine Wenigkeit zum Sonnenuntergang an der Steilküste auf. Bis auf meine Müdigkeit und die vielen Sandfliegen ein schönes Erlebnis. Gegen 4 Uhr am nächsten Morgen rüste ich zum Walken, den Sonnenaufgang erleben. Dabei treffe ich beim Hin- und Rückmarsch noch auf Grüppchen aus der Autokrafthalle. Der Wind scheint Heute zu schlafen, spiegelglatt präsentiert sich das Wasser.

18.07. Wochenbeginn!

Am Sonntag trudeln die ersten neuen Gäste ein, während Jutta, Katrin, Bea, Samuel, Dirk und Pitt noch auf den Menhiren üben. Anna-Lena, die uns wieder besucht geht mit Christian auf die Möwe. Abends sitze ich mit Pitt und Dirk im Freisitz bei der Segelphysik. Zum Essen tischen Uta und Kai noch leckeres Beef dazu.

Am Montag kommt der erste Ansturm. Maddel und Jannis dirigieren 37 Neuanfänger, Niklas übernimmt 12 Optimisten, erreicht damit seine Kapazitätsgrenze. Allein das ruhige Wetter hilft. Südwest 4 bis 5 Bft, das Chaos wäre perfekt. So aber trainiere ich mit meiner Gruppe das BüB. Nachmittags verhole ich mich mit dem Long-Boat nach Osten: Kentertraining ist angesagt: Bea und Lisa führen es vor, dann kommen Vater und Sohn – Dirk und Pitt – gefolgt von Samuel und Jutta. Den lustigen Schlusspunkt setzt unser Damentrio: Miriam, Katrin und Ina. Geschmückt mit viel Diskussion und Lachen unterhalten sie uns vorzüglich. Sie dürfen auch die Möwe wieder zum Steg segeln. Hier zeigt Ina, dass sie segeln kann .... Nun kommen Schüler der anderen Gruppe, einige wollen auch kentern. Und – siehe da – während ich die Binnen-Theorie gebe, gibt es am Steg eine weitere Kenterarie. Abends sitzen wir auf der Terrasse, haben den kleine Ofen an – da springt ein Scheit heraus und ein Funkenregen ergießt sich, kann aber schnell gelöscht werden.

Am Dienstag übernimmt Lisa eine kleine Lasereinweisung: Bea, Ina und Samuel dürfen ausprobieren. Der Rest steht um die Landmöwe herum, Auslegertechnik. Aus der Gruppe Jannis/Maddel kommen noch weitere Umsteiger, so segeln schließlich zehn Möwen zwischen Menhiren, Lasern und Optis bei leichten Winden. Abends gibt es Würstliches von Dennis – mein Magen verträgt es wohl nicht – ich verbringe des Rest leicht leidend im Bett. Am nächsten Morgen – Bewegung muss her – ich walke um den Binnensee – es tut sich was….:-))

15.07. Ein schöner Geburtstag!

Gegen 18 Uhr läuft Franziska ein. Sie muss sich erst einmal stärken, bevor sie dann auf dem Long-Boat steht und uns in dieser Atmosphäre mit ihrer Stimme verzaubert. Im Hintergrund klappern die Fallen, plätschert das Wasser, das von leichten westlichen Böen gekräuselt wird. Wir sitzen auf der Terrasse von Stanzerl .... Dennis hat mit Heikos Hilfe den Smoker ins Spiel gebracht. In einer Gesangespause greifen wir zu: schnell musste noch Gemüsebeilage gezaubert werden, Heiko steuert Kartoffeln bei. In meinem Rührgrill liegen später knusprige, panierte Zwiebelringe, während in der Pfanne 1 Kilo Erbsen und Wurzeln wärmen.

Zu meiner besonderen Freude sind auch Rolf aus Großenbrode, Wolfgang aus Berlin, Uta und Kai – nebenbei präsentieren sie flugs eine kleine Cocktailbar mit besonderen Gin-Sorten – und viele liebe andere Menschen erschienen. Den Lärm des Hafenfestes versuchen wir auszublenden. Den letzten Akt vollzieht unsere Mezzospopranistin dann im Bereich der Lästerbank, vom Wind geschützt und Schallschutz gegen die Dum-Dum-Musik aus der Autokrafthalle. Neben kleinen und großen emsigen Vorbereitungen schaffen wir es noch, einen kleinen Segelausflug zu organisieren. Mit dem Long-Boat lege ich mich auf Höhe der Osttonne vor Anker. Springbok, Heiko und der Finn segeln an mir vorbei. Verzweifelt versuche ich Fotos zu machen. Doch das Schiff schaukelt zu sehr, außerdem habe ich auf dem Apparat ein falsches Programm eingestellt, es entstehen Bilder mit Geisterspiegelungen.

Noch am Morgen habe ich vier neue Schüler eingewiesen, die Dieter dann aufs Wasser geführt hat. Am Samstag tauchen dann weitere acht Schüler auf, die ich mit Niklas betreue, während Maddel und Dieter die Schüler vom Vortag betreuen. Steffi und Gert kommen mit einer ganzen Truppe, nehmen Menhir und Möwen. Merle weht herein. So ergreift mich früh die Müdigkeit, wir versuchen mit Oropax dem Lärm in den Schlaf zu entkommen. Beim Aufstehen sichte ich ein Liebespaar im Strandkorb von Stanzerl – sie entschuldigen sich - am Ufer sitzt eine wahrscheinlich bekümmerte Lady, auf dem Weg an der Autokrafthalle vorbei kommen mir Schlag auf Schlag Taxis entgegen, die die letzten gehunfähigen Nachtgespenster einsammeln wollen. Nach meinem Walk rüsten Stanzer, Steffi, Lothar, Peter, Uta und Kai zum Sonnenaufgangssegeln – etwas zu spät ¦) aber sie können die frühen Morgenstunden geniessen .....

14.07. Helgas Klasse macht sich (bei gewissen Verlusten)

Auch am Dienstag brist der Wind wieder auf. Teilweise segeln die ersten Crews selbstständig. Doch dann gibt es einen Vollcrash: ein Menhir rast im rechten Winkel auf den Steg, der Rumpf platzt auf einer Seite im vorderen Bereich auf. Ein zweiter Kandidat landet mit Extremruderlage an der Mole. Aber das gehört zu unseren schmerzlichen Erfahrungen.  Die Anlegesituation schwierig, da der Wind fast aus Stegrichtung kommt, sie müssen längsseits anlegen. Abends sitze ich mit Kea, Ina und Heiko beim Doppelkopfberbringspiel. Ein zarter Samen wird gelegt, der gepflegt werden will. 

Glücklicherweise lässt der Wind am Mittwoch etwas nach, bald schon sind die Sturmsegel zu klein für das Angebot. Nachmittags findet das Kentertraining großen Anklang. Niklas leitet vom Motorboot aus. Bei seiner Methode geht er davon aus, dass kein Kenterball gefahen wird, deshalb schwimmt einer sofort zum Schwert, während der andere den Mast stabilisiert, erst dann wird geklettert. Mit Stanzerl, Bettina und Heiko kehren wir beim Chinesen ein.

Am Donnerstag starte ich wieder früh zum Walken. Es ist wunderschön, um 0430 Uhr stehe  ich an der Brücke der DLRG-Station, um zu erleben, wie sich die Sonne bei schönen Rahmenwolken aus dem Meer erhebt. Zwei große Kaninchen begegnen mir, es wird schnell warm, ein Stück walke ich am Strand, dann bin ich wieder am PC, um meine Fotoschätze zu sichten. Die Schüler brechen mit Helga, Maddel und Niklas Richtung Dalben auf. Auf dem Rückweg gibt es Arger: ein Mitarbeiter des Tonnenhofes pöpelt die Leute an: ihre Fahrweise würde den Verkehrsfluss stören. Da werde ich wohl mal ein klärendes Gespräch führen müssen, das wird schwierig. 48 Jahre Erfahrungen mit Kreuzen in der Fahrrinne ... am liebsten würde ich mit denen mal auf den Menhir gehen, damit sie die Situationen richtig einschätzen können. Wie aber soll man so wichtige Leute von ihrem Podest holen, so dass gemeinsame Lösungen gefunden werden können. Das andere Problem: unser Motorboot für die Seeausbildung ist ausgefallen – der Hydraulikmotor ist kaputt. Es kann lange dauern, nächste Woche bräuchte ich das Boot. Notfallplan: Steuerschüssel oder Long-Boat.

Am Nachmittag frage ich noch einmal nach, wie viel Schüler Prüfung für den Grundschein machen möchten, es sind dann doch 19 Personen. Ich bereite die Scheine vor, drucke zweimal Passbilder aus. Stanzerl hilft mir die Hüllen vorzubereiten. Abends spielen ich mit Stanzerl, Matthias, Jean und Dennis in meinen Geburtstag hinein, der mit Torte und Kuchen verinnerlicht wird. Herr Dennis nimmt sich der Prüflinge an, während ich vier neue Schüler an der Tafel einweise und dann an Dieter übergeben kann. Gegen 13 Uhr können wir dann die Grundscheine unter das Volk bringen. Unter großem Applaus wird der vielen helfenden Hände gedacht. Sie räumen sehr gut auf, allerdings nehmen sie auch aus dem großen Schlafraum zwölf Schonbezüge mit. Dann beginnen die Vorbereitungen für das kleine Fest.

10.07. Klasse-Helga erster Tag!

Auf acht Schiffsführer werden 28 Personen verteilt. Bei zum Teil heftigen Böen können sie nur eingeschränkt segeln.  Einige Menhire segeln lediglich mit dem Sturmgroß, die Schüler können teilweise die Schoten nicht halten. Manfred vergibt an Bord Punkte – die Schüler haben mehr als der Schullehrer ... Zuvor habe ich meine Schiffsführer versammelt und mit ihnen eine Kurzanleitung für die Ausbildung durchgesprochen. Dieter, Maddel, Niklas, Heiko, David, Ina, Helga und David sind im Einsatz. Ich überwache – bin Feuerwehr. Maddel organisiert die Schüler für das Aufslippen des Motorbootes, die Hydraulik funktioniert nicht - nun muss Boll ran.
Abends sitzen wir mit Bettina, Heiko im Freisitz bei dem Tischgrill von Stanzerl. Ina und Kea gesellen sich zu uns, sie wollen Doppelkopf spielen/lernen – wir vertrösten uns auf Dienstag.

Früh mache ich mich auf den Walk, sehe die Seevagabunden wieder im Hafen liegen, vor einem großen russischen Frachter, auf den schon eine ganze Armada an LKW’s wartet. Der Sonnenaufgang vollzieht sich hinter einem Vorhang von Wolken – es ist recht kühl. Der Wind dreht später auf Ost und  wird handig für sieben Menhire und eine Möwe.

09.07. Prüfung und Traumwetter!

Sie segeln wieder. Heiko führt mit freudigem Stolz seinen Zugvogel aus und Stanzerl reitet ihren Springbok. Axel ist von den seglerischen Leistungen der Prüflinge begeistert, so gibt es auch zum Abschluss einen kleinen Zaubertrank. Leon, Frank und David erhalten von mir ihre vorläufige Bescheinigung. Steffi und Gert wollen das Wetter ebenso geniessen, segeln mit der Möwe zum Dalben. Stanzerl macht vor dem Steg Kenterversuche mit ihrem Contender. Ein Verleih – der Bruder von Lale mit Frau – sie bekommen einen Menhir, den später Niklas mit seinen beiden Freunden übernimmt. Gegen 17 Uhr trudelt die Schulklasse von Helga ein. Acht Zelte werden aufgestellt – es verläuft alles relativ ruhig. Ein sonniger Traumtag geht zu Ende.

08.07. Wind und Wellen!

Die Badeplattform entfällt beim morgendlichen Walk. Die Wellen brechen sich an ihr. Im Hafen treffe ich auf eine finnische Yacht und eine große Ketch aus Cuxhaven – schön, dass wieder mehr Yachten im Fischereihafen liegen. Neben dem Wassersportzentrum am Binnensee ist ein Kunstmarkt aufgebaut, den ich am Vormittag mit Stanzerl besuche. An einem Stand mit Spezialitäten aus Österreich erstehen wir Käse, ein Stück Speck und eine kleine Salami – der Preis von 43 € öffnet mir allerdings die Schuhe. Eine bunte Vielfalt: florale Knöpfe für Schubladen und Schränke, Keramikblumen, Holzkunst, Geflochtenes aus Korb, Feuertöpfe mit ägyptischen und asiatischen Motiven, verzierte Schemel .... Stanzerl ersteht einen geflochtenen Schuh, in den Blumen gepflanzt oder Kleinigkeiten aufbewahrt werden können. Über die Fischerstraße, in der wir noch einige wirklich schöne Fassaden bewundern, gelangen wir auf den Markt, wo wir Pfifferlinge für das Abendessen kaufen.

Niklas macht für vier Schnupperleute die Einführungstheorie, Dieter übernimmt die Praxis – nur unter Sturmgroß segeln sie bei Starkwind an ihrer Grenze. Eine Schülerin und Dieter bekommen den Großbaum auf den Kopf, ein Schüler hat beim Bergen vorzeitig das Großfall gelöst. So kann ich die Zeit mit Stanzerl verbringen. Nachmittags gehen wir zusammen mit Bettina und Heiko zur Steilküste, die neue Spuren der Regression aufweist. Neue Mauerteile liegen am Strand, neue kleine Erdrutsche und am Rande stehende Sträucher, kurz vor dem Absturz. Weiße Schaumkronen durchziehen das Blau der Ostsee, darüber spielen die Möwen im Wind. Entspannt kehren wir in die Segelschule zurück.

Merle hat noch einen Geburtstagskuchen für Niklas gebacken, Stanzerl zaubert vor dem Risotto noch ihre leckere Tomatensuppe. Zuvor serviere ich auf Bettinas Wunsch Aperol-gespritzt, sie steigt dann auch in Sphären der Lustigkeit auf. Wir sitzen mit der übrigen Gemeinde am Tisch, Ina und Kea greifen zur Klampfe ... so endet der Tag.

07.07. Eine ruhige Woche!

Niklas betreut seine kleine Crew. David versucht sich auf einem Laser. Am Mittwoch bezieht sich der Himmel – der Sommer macht eine kleine Pause – Drei Menhire brechen auf Richtung Fehmarn, dabei ein Clubmitglied aus Thüringen mit Frau und Leberwurst.
Am Donnerstag beginnt die Motorenausbildung, leider vermeldet Maddel, dass die Hydraulik nicht mehr funktioniert – das Boot muss raus. Mit der Binnen-Theorie bin ich durch.

Am Freitag kleines Fotoshooting: Hardy und Maddel in einem letzten Laserduell bei kräftigem Westwind. Dann kommt Niklas auf mich zu, der seinen 20igsten Geburtstag feiert: seine Crew möchte PüB üben, Maike will ins Wasser fallen. Wieder bei uns: Bettina und Heiko, die sich auch gleich um die Pflanzen kümmern und ein lecker Essen zaubern, so wird Stanzerl auch gleich richtig empfangen.

03.07. Ein neues Haustier!

Das habe ich davon :), bitte ich doch Dennis eine Überraschung von Fehmarn mitzubringen. Ein Gockel ziert nun meine Wendeltreppe. Sonst ein sehr ruhiger Montag, das Paar, das sich am Tag zuvor für einen Schnupperkurs interessiert hat, ist nicht gekommen. Niklas übernimmt Maike, sie hat vor 10 Jahren einen Grundkurs bei uns gemacht, sowie die drei SBI-ler: Frank, Leon und David. Sie sollen am kommenden Sonntag ihre Prüfung ablegen. Ab 16 Uhr spreche ich mit ihnen die Segelphysik durch. Später sitze ich auf der Terrasse und beobachte Maike auf dem Ruderboot von Jan. Sie zieht die Teigschaber gekonnt durchs Wasser. Hardy und Maddel kommen von ihrem Laserausflug zurück. Ich vertiefe mich wieder in den neuen Schätzing: künstliche Intelligenz und Parallelwelten.

02.07. Sie haben sich Mühe gegeben!

Meine Prüflinge zaubern seekartengerecht blaues Wasser und grünes Watt, Kokosflocken symbolisieren die Wellen. Eine Phalanx aus Franzbrötchen mit Windsymbolen bläst auf eine Armada aus Blätterteigsegelschiffchen mit Pizzafüllung in einem Fahrwasser aus roten Tomaten – gelbe sind für die Schutzgebiete ausgelegt – und grünen Gurken. Selbst eine Fahrwasserspaltung und –vereinigung wird dargestellt. Stege – leckere Brownies – werden von einmastigen Booten mit Schokoladensticks belegt. Diese dienen auch als Ruderriemen auf Schiffen mit Aprikosenteilen und Gummibär. Schließlich thront am Fluss noch ein mit Fahnen geschmücktes Segelhaus – ein Topfkuchen. Abgerundet wir dieses Feuerwerk der Fantasie mit den gebackenen Knoten.

Dann muss die Prüfung ja gut laufen: mit Jan stehe ich am Stegkopf, höre die nun endlich gelernten Ablegekommandos – selbst die Vokabel „absetzen“ kommt, wenn auch manchmal leicht holpernd über die Lippen. Hatte uns der Vormittag noch mit einem stetigen Ostwind verwöhnt, nimmt er nun wieder seinen leicht zickigen Charakter auf: Drehungen, leicht aufbrisend, dann wieder nachlassend. Unsere liebe Laura schafft es dann auch, die Prüflinge in Ausweichsituationen zu verwickeln. Axel beginnt parallel mit der Motorprüfung. Meine Risikokandidaten spülen ein emotionales Element in den Ablauf. Endlich kommen wir zu feierlichen Verkündung. Die vorläufigen Bescheinigungen des DSV sind nicht mitgeliefert worden, so bin ich froh, den Schülern meine Bestätigung mit Passbild und Führerscheintasche von Axel überreichen zu lassen.

Zwischendurch schneit Merle herein, wie von Zauberhand liegt auch Michel plötzlich auf dem Rasen. Steffi erkundet die Seebrücke. Es gibt auch einen Topfvielfraß und einen Blutfuß, der beim Leichtern eines Menhirs entstanden ist. Eine neue Schülerin reist an und ein Paar meldet sich noch zum Schnupperkurs an, Dennis als Ausbilder wäre ihnen genehm. Endlich haben Stanzerl und ich ein wenig Zeit füreinander, sitzen letztendlich am Steg bei Sonnenuntergang, ein Gläschen Poesie in der Hand.

01.07. Wochenausklang

Nachdem unsere drei Lieblingsschüler abgereist sind, schrumpft die Anzahl der zu Betreuenden auf Mutter und Tochter sowie zwei Binnenleute unter der Regie von Niklas. Der franzbrötchenbewehrte Rasenmähermann ist da, tut ein gutes Werk. Maddel nimmt sich die einen Opti vor – die ersten Kurse sind für den 16. Juli geplant. Der Wind ist mäßig, kurzfristig brist er auf, nur, um angesichts der schnell gesetzten Sturmsegel wieder zu schwächeln. Diese Zeit nutzen Maddel, Hardy und Volker. Cata, Christian und Dennis rüsten Gelbfieber auf, genießen die Wiederbelebung von Carstens Traum.

Auf einem Motorroller läuft ein Haufen Elend ein: den Tränen nahe fragt er nach seinem Boot. Es ist nicht mehr da ... gestohlen!! Ein Anruf bei der WaPo bringt nix. Später wird sein Boot auf dem Graswarder entdeckt, wir sollen ihn hinfahren. Ich weigere mich mit Hinweis auf das Naturschutzgebiet, ohne Genehmigung läuft nichts. Am nächsten Tag – ich habe gerade Kundschaft – steht er vor der Tür – er habe jemanden von der Nabu am Telefon. In seiner Scheuklappenwelt existiert nur sein Problem. Widerwillig gebe ich Volker die Erlaubnis das inzwischen aufgelaufene Bergetrio hinzubringen. Zwei Kästen Flens sollten wohl drin sein – er gibt dann ein kleines Geld, das nicht für einen reicht. Ich ärgere mich über die Bootseigner, die illegal außerhalb meines Bojenfeldes liegen, die Wasser- und Schifffahrtsdirektion unternimmt hier nix. Henning und Mattis sind eingelaufen. Abends zaubert die Gemeinde Nudeln und Rindfleischstreifen ....

Der Samstag gehört den Prüflingen. Parallel weist Volker Leon und Frank – zwei neue Binnenleute ein.
So hat Niklas einen freien Tag. Der Wind ist schwach, belebt sich kurzfristig, um dann wieder weg zu blubbern. Dazu kommen Winddreher – ich leide mit den Schülern. Vom Steg aus kontrolliere ich ihre Kurse, überlege, was ich noch verbessern soll, wo ich es lieber laufen lasse, um sie nicht zu verwirren. Es hakt noch an einigen Enden, die Nerven kommen an die Oberfläche ... doch sie halten durch. Gelbfieber geht auf Törn, Stanzerl und Steffi auf Kajaktour. Gegen 16 Uhr gehen wir noch einmal auf das Motorboot – auch hier zeigen sich noch Unsicherheiten – die Sonne scheint mit Kraft – so bin ich abends durch mit Schicht.

Da die Schüler ihre Scheine erst später von der Bundesdruckerei zugeschickt bekommen, erstelle ich vorläufige Bescheinigungen, die der DSV inzwischen auch für 15 € herausgibt ..... Die Gemeinde will ins Tomatsu zum Essen – ich habe keine Lust .... sie fahren mit dem Longboat in den Yachthafen. Gerade als ich entspannt mit meinem Tolino auf der Terrasse sitze, wollen sie mich zum Sonnenuntergangstörn auf Long-Boat überreden – ich ziehe meine Entspannung vor – ob sie mich verstehen??

27.06. Zwei schöne Tage!

Mit Martha, Hanno und Finn segle ich zum Dalben. Eigentlich wollen wir BüB üben, doch ich muss einen Gang zurückschalten, weil sie den Am-Wind-Kurs noch nicht richtig halten können. Ich beauftrage den Vorschoter, die Korrekturen an Hand der Windfäden durchzugeben. Doch der Wind ist zu stark, Martha kann die Schoten nicht halten. So erkläre ich Hanno den doppelten Schotstek, um die Ankerleine am vorderen Festmacher anzustecken. Erst bergen wir die Fock, dann nähern wir uns dem Ufer und werfen Anker. Mit den Sturmsegeln läuft es besser, wir trainieren sogar die Halse. Nach der langen Rückkreuz mit Gegenverkehr auf Höhe der Werft landen wir am Steg. Anette wartet auf ihre Segelphysik – es wird ein Stück Arbeit. Die Kinder fragen, ob jemand Pfannkuchen haben möchte, müssen dann aber bei Annette nachfragen, wie das geht. Später erkläre ich Martha den Bootsmannsmaatenknoten, zeige den Entfesselungstrick und dann spielen wir Activity im Freisitz, binden auch Volker mit ein.

Am nächsten Morgen treffe ich im Hafen auf eine große Ketch aus Norden, die Haithabu – sie dient dem Küstenschutz und wird auch zur Kampfmittelräumung eingesetzt – und die Franzius aus Bremen, ein Plattbodenschiff über 20 Meter lang. Der Tag beginnt bedeckt, erst nachmittags bricht die Sonne durch – es gibt wieder T-Shirt-Wetter. Niklas hat die Ausbildung übernommen, neben unserer netten Kindercrew bereiten sich Nico und Annette auf die Binnenprüfung vor. Mutter und Tochter machen einen Auffrischungskurs. Ein Koch aus Weißenhaus war nur Gestern da, er kann immer nur einen Tag in der Woche, das wird sich wohl bis September hinziehen. Niklas kommt gut bei den Schülern an, meine Wochenenddamen wollen nur noch mit ihm Motorboot fahren. Bei Martha, Hanno und Finn nehme ich eine Grundscheinvorprüfung ab, später werde ich noch Theorie mit ihnen durchgehen. Die Passbilder habe ich schnell gemacht, die Scheine vorgeschrieben, damit Morgen die Stempel trocken sind.

Annette kommt: ihr Vorschoter mag nicht mehr, ob ich Zeit und Lust hätte. Im Prinzip schon, allerdings wollte ich auch beim Kentern Bilder machen. Da der Wind in den Bereichen der unteren Damenbrise weht, zeige ich ihr in Kurzform, wie ein Menhir alleine zu händeln ist. Sie setzt es um, während Niklas das Kentergeschehen am Floß ausrichtet. Vom Steg aus versuche ich, einige Fotos zu schießen. Am Abend richtet Matthias den Menhir her, damit wir mit Volker und Jean bei Windstille und Sonnenuntergang Doppelkopf spielen können.

25.06. Wetterwechsel!

Böen bis 8 Bft sind vorhergesagt.  Sechs Leute von Well-Sailing und drei Jugendliche sowie Annette, eine neue SBI-Schülerin -  wollen von Dieter und Volker besegelt werden. Nach einem längeren Theorievorlauf starten sie mit Sturm-Groß. Vorteil: traumhafter Wasserstand. Nachmittags kommen Jan und Julian – sie wollen uns unbedingt das Unterwasserschiff des Grünen zeigen. Abends Theorie mit Martha, Finn und Hanno. Erstere leben seit einem Jahr in Jordanien.

Am Sonntag kommen Eva, Andrea und Ulrike hinzu. Niklas läuft ein, er übernimmt gegen 16 Uhr die zweite Schicht Motorenausbildung. Im Freisitz berate ich eine Frau, die mir ihre fünf Führerscheine präsentiert: sie will endlich auf der Jolle segeln lernen ... eine Dame aus Heiligenhafen möchte eine Motorbootstunde nehmen – nein, Segeln wäre nix mehr für ihre Knochen ... Die Großeltern der Dreiercrew kommen auf Besuch – sie haben Segelvergangenheit ... später spielen sie mit den Kindern Canasta. Die Sonne scheint wieder: ein Hauch von Sommer kehrt zurück.

22.06. Abschied!

Die Bad Pyrmonter legen an – gerade machen sie ein Abschiedsfoto. Die Gruppe um Meike hat schon Gestern die Segel gestrichen. Der Vormittag verläuft noch bei Sonnenschein und handigem Wind. Eigentlich will ich mit meinen Leuten an den Dalben. Da ich zuvor aber abfrage, was bei einer Kenterung zu tun sei, beschließen sie in der Bucht zu bleiben. Nachmittags soll es eine Regatta geben, doch da kippt das Wetter. Ich verhole mich mit der Steuerschüssel als Wendemarke zur Werft, da fegen die Böen über das Wasser, werfen kleine Schaumkronen auf ...

Der darauf einsetzende Dauerregen lässt keine Motivation aufkommen, die Menhire werden verholt und eingeparkt. Das Unwetter zieht nördlich an uns vorbei, malt dabei dramatisch in den Himmel. Neu hinzugekommen ist Florian, er füllt die Crew mit Ralf auf. Beide sitzen im Unterricht bei mir: taktisches Segeln.

Am Freitag: das Wetter ist besser als gedacht: vier Möwen und einige Menhire gehen aufs Wasser. Die Grundscheinprüfung ist erfolgreich. Jetzt tummelt sich ein Menhir in der Bucht, Volker kommt mit dem Laser hinzu.

21.06. Fehmarntörn

Gerhards Gruppe will es: bei Südwestlage nach Orth. Meikes Crew und die Grundscheinler bleiben lieber vor Ort. Dieter kann am Vormittag noch Aufsicht führen. Begleitet von der Yacht und dem Motorboot der AG, flankiert vom Long-Boat und Gummiwurst, stechen sechs Menhire gen Fehmarn in See. Es wird eine Schaukeltour, Kabbelwelle vor der Insel. Gute Fotos sind nicht möglich, reine Glückssache bei Serienaufnahmen einen Treffer zu erzielen. Kurz hinter der Werft treffen wir wieder auf die Gänseansammlung. Maddel hat beobachtet, wie ein Seeadler angegriffen hat. Nach der schnellen Überfahrt liegen die Menhire hinter dem Long-Boat vor Anker. Der Schuttledienst bringt uns in den Hafen. Plötzlich Winken von einer Yacht. Renate und Rolf bitten in der Cockpit ihrer“ LaLaguna“ zum Kaffee. Beeindruckt vom Wellengang und den Schaukelbewegungen der Menhire gebe ich für die Rückfahrt Sturmsegel vor. Später ärgere ich mich ein wenig – Normalsegel wären auch verträglich gewesen. Der Wind hat leicht auf West gedreht, doch die Schiffe werden Richtung Brücke abgetrieben – so werden sie auf die letzten Meter geschleppt. So sitze ich Stunden später – der Rücken durch den Seegang gemartert – im Büro. Da sehe ich, dass drei Boote noch verholt werden müssen – es ist Meikes Crew, die hier noch etwas dazulernen muss.

20.06. 38 Schüler!

Die Segel-AG läuft mit 26 Leuten ein, zwei Grundscheinler kommen noch hinzu. Maddel ist verunfallt, sein Fahrrad hat ihn abgeworfen. Glücklicherweise kann er noch die Theorie machen. Ich versuche, einen Termin für ihn bei Feldhoff zu machen, kümmere mich gleichzeitig um die Verteilung der Schiffsführer: Claus, Dieter, Volker, Markus, Dennis, Holger nehmen sich der Neulinge an, während ich die Fortgeschrittenen im Freisitz versammle. Mit einigen Möwen und einem Menhir geht es Richtung Dalben, wo der böige Südwester in die Segel bläst. Nachmittags reist Meike mit den Sozialpädagogen an – neun Mädels sitzen vor der Tafel. Und – welch Freude: Dennis, Claus und Volker nehmen mir die Praxis ab. Gemeinsam mit ihnen sitze ich abends auf der Veranda.

Der Dienstag wird noch windiger, die Böen nehmen zu. Meikes Gruppe ist leider nicht sehr motiviert, sie werden keinen Grundschein ablegen und vielleicht einen Mädeltag am Strand geniessen. Es sind aber auch schwierige Wetterbedingungen. Meine Gruppe segelt eine kleine Regatta zur Osttonne, das Motorboot der Segel-AG begleitet uns.

18.06. Windreher und Böen!

Am Sonntag erwartet die Schüler ein zickiger Südwester. Am Vormittag erreichen wir noch einmal Vollbetreuung. Dennis übernimmt die Gruppe von Markus, ich steige an Bord von Maddel’s Crew – erkläre noch einmal das Spiel der Windfäden in der Fock. Der Dreieckskurs beginnt mit einem Raum- bis Vorwindkurs, durch die Winddreher sind Halsen unvermeidlich – grobe Ansage: Segel auf und Kopf runter. In der Kreuz werden sie gefordert, die Böen spielen dabei unvermittelt ihren Tusch. Für die Ausbildung eine der schwierigsten Ausgangslagen, deshalb muss ich die Leistungen vor den Augen der Schüler ausrichten: wenn Ihr es grob schafft, den Kurs zu segeln und heil am Steg ankommt, seid Ihr gut. Alle Schiffe segeln selbstständig, Henning und Volker gehen aber als Beruhigungspille noch einmal an Bord.

Parallel macht Gelbfieber seinen ersten Ausflug, sucht später seine Boje. Gerd und Stanzerl versuchen sich auf dem Laser. Später ziehe ich mit Henning, Dennis und Stanzerl zur Seebrücke. Dank Fußball ist es sehr ruhig. Auf der Wulfschen Veranda beenden wir den Abend.

17.06. Gelbfieber und Gewitter

Annabell segelt mit Markus ihre Prüfung unter den Augen von Dennis. Cata und Christian kümmern sich um „Carstens yellow dream“ – er ist wieder da und liegt am Steg. Bernd und Dennis gliedern sich ins technische Support-Team ein. Stanzerl schaut mitgenommen aus der Wäsche, nachdem sie „Daisy“ mit einem neuen Unterwasseranstrich versehen hat. Im Schulungsraum sitzen 15 Neulinge, die auf sechs Menhiren dem Wind auf die Spur kommen sollen. Erfreulich: zwei neue Schiffsführer von Fehmarn – Edu und Markus helfen mit der gewohnten Crew um Maddel, Volker, Dieter, Henning, die Ausbildung an zu schieben.

Post von Maik: 26 Grundscheinprüfungsbögen zum Korrigieren. Eine Wiederholung – doch fallen wieder sieben Leute durch. Die Führerscheine müssen vorbereitet und gestempelt und die Passbilder den Personen zu geordnet  werden, weil die Beschriftung nicht immer eindeutig ist. Es fehlen noch Daten.

Es liegt in der Luft – Dieter hat es schon angekündigt – ein Böenkragen kündigt ein kurzes Gewitter an. Gerade zum Ende der Ausbildung werden die Crews geduscht. Im Motorboot nähere ich mich einem Menhir, der noch weiter vom Steg entfernt ist. Maddels Crew, klar, dass er sich nicht abschleppen lassen will. Nachdem alle Boote verholt und vertäut sind, Gelbfieber ein neues Bugstrahlruder hat, erlaben wir uns an einer leckeren Tomatensuppe, bevor die Karten sprechen. Acht Böcke müssen abgearbeitet werden – so klingt der Abend aus.

14.06. Allein mit Annabell!

Nachdem ich am WE meine drei Damen in einem seglerischen Reifungsprozess habe erblühen sehen, haben wir mit Anita und Alf ihren ersten Hochzeitstag gewürdigt. Genau vor einem Jahr haben sie in der Segelschule das kirchliche Ja-Wort einander gegeben. Am Abend bringt Anita Alf und zwei weitere Leute nach Kiel. Hier werden sie ein traditionellen Fischkutter übernehmen und nach Heiligenhafen überführen. Der Westwind treibt sie – zwei Schothörner reissen – eine Patenthalse – jetzt liegen sie sicher auf der Slipanlage von Holger.

An diesem Montag schalte ich von 40 auf einer Schülerin herunter – Annabell – unsere dritte Solokünstlerin in diesem Jahr. Westwind drängt nun böig in die Segel. Wir wagen uns kurz zum Dalben. Auf der Rückkreuz Perlenkette von vorn und achtern. Düse – plötzliche Windabdeckungen – da gilt es unter Sturmsegeln auf wenige Meter Fahrt zu machen, um die Wende zu schaffen. Werftseitig kreuzen wir auf engstem Raum – einige Yachten zollen dem kleinen tapferen Menhir, der seine Luvmeter erkämpft, Respekt. Der Himmel belohnt uns mit Sonnenschein. Meine Schülerin zeigt sich erfreulich gelehrig – ihre kleinen Waterloo-Punkte: Klampe belegen, ein Muster, welches sich ihr nicht erschließen will. Wahre Wunderwerke zeigt sie bei der Vergewaltigung des Kreuzknotens – habe ich in 48 Jahren Segelschule so noch nicht erlebt.

Am Dienstagnachmittag segeln wir in den Yachthafen,  die Yacht ihrer Eltern liegt dort. Wieder die Herausforderung aus den Sturmsegeln in kürzester Zeit Fahrtpotential für die Wende zu erwirtschaften – Windlöcher und Kurzböen geben den Takt an. Zwischendurch entwickele ich den Aufgabenbogen für die Nachprüfungen durch Maik in Lüneburg. Der See mit acht Stegen mit Aufschießerkalkulation unter der Verwendung der Begriffe: anluven, abfallen, die jeweiligen Segelstellung unter der Berücksichtigung der Notwendigkeit zu Wenden oder zu Halsen. Dazu kommt noch eine kleine Ausweichspezialität und eine Verständnisfrage bezüglich Stellung der Segel und Kursänderungsverständnis. In der Praxis zigmal Vollzogenes in die Zeichnung umsetzen – Überbau im Sinne der Nachhaltigkeit ‡).

Abends erholen sich Andrea, Jean, Matthias – kurz auch Marina – beim Doppelkopf. Maddel zieht sich leider früh zurück – Sonne und Wind erzeugen eine gute Müdigkeit. Wir spielen bis kurz vor Mitternacht. Andrea erstrahlt in einem bombastischen Punktestand. Eine Serie von durchgehenden Herzstichen spottet jeder Wahrscheinlichkeit. Eine stille Hochzeit musste ich, da Jean schmeißen will, in ein Trumpfsolo verwandeln. Zweimal gibt es die 30-iger-Falle. Ich freue mich für Andrea ...

Am Mittwoch bleibt mein Blick aus dem Fenster an den Menhiren hängen: wer treibt dort um 0830 Uhr sein Unwesen? Es ist der Holger aus Lübeck, der nach längerer Zeit wieder als Schiffsführer helfen will. Welch ein Wandel – kann ich doch nun die Schülerin auch richtig beobachten, denn Holger will, um wieder hereinzukommen, den Tag mit uns verbringen. Zum Vormittag serviere ich die Halse, am Nachmittag kommt das „BüB“ als Dessert dazu. Chile wird ca 50 Mal gefischt. Zuweilen wird das Abfallen durch kurzfristiges Anluven getarnt, die Kuhwende in eine verständnislose Halse verwandelt … es dauert. Doch als ich endlich von Bord gehe, funktioniert es besser. Ich denke: das ist es, das Ausprobieren, denn meine Anwesenheit übt einen Druck aus, so finden die Manöver aus dem Fenster meines Büros betrachtet Anerkennung. Das Schöne ist, sie will lernen, Holger will sich wieder einspielen, das macht schon Freude … doch musst Du Dich auch zurücknehmen, um Entwicklung zu zulassen.

Nebenbei – ein Verleih! Familie hat schon mal bei uns gesegelt. Frage: wo dürfen wir segeln. Meine Erinnerung hakt: na, ja – bis zum Dalben, Fehmarn verbiete ich. Um 14 Uhr Richtung Insel starten. Mißtrauisch verfolgen wir den Start der vierköpfigen Crew. Meine Telefonnummer haben sie eingespeichert. Mit dem Fernglas beobachte ich ihre Wenden. Schon bei halbem Wind killen die Segel – das kann nichts werden. Einige Zeit verbringen sie auf Grund. Nach zwei Stunden klingelt mein Telefon – sie schaffen die Kreuz zurück nicht. Also rausfahren, auf den Haken nehmen. Holger ist so nett, das Schiff mit den Leuten zu klarieren. Im Nachhinein ärgere ich mich, hätte ich sie doch vorher auf einen Übungsschlag in der Bucht verpflichten sollen. Holger kündigt sich für den nächsten Tag wieder an, so kann ich mich um das Büro kümmern, wo beständig Anfragen eintrudeln ....

10.06. Die erste Schlacht!

…ist geschlagen. Leicht böiger Westwind treibt zehn Menhire, 37 Schüler und 11 Helfer an. Fine bei mir an Bord, vier Schülerinnen üben Kurshalten, Vorwindkurs und Kreuzen … nachmittags lässt die Konzentration dann schon merklich nach – die Theorie im Freisitz zerbröselt in der Ablenkung. Das Klarmachen der Schiffe zieht sich hin. Maddel schnappt sich meine Damencrew, während mir ein Problemschiff bleibt: drei Jungs, die sich vehement im Weg stehen, können erst nach einer Stunde auf die Bahn gebracht werden. Mangelnde Konzentrationsfähigkeit und pädagogische Taubheit fordern mich heraus …

Am Dienstag fahre ich mit dem Motorboot Sicherung – die Theorie läuft komplett in einem Raum. Nach 16 Uhr wollen einige noch segeln – ich freue mich über das Engagement, erkläre die Windsituation am Steg. Doch dann werden meine Nerven strapaziert – mit dem Ausdruck größter Unschuld krachen zwei Menhire gegen den Steg. Sie sollen die Manöver gleich wiederholen.  Molenlieger – Vorliek des Großsegels wird nicht in den Mast eingeführt es reicht – ich breche die Ausbildung ab ….

Am Mittwoch beruhigt sich die Lage, die Theorie wird ausgebaut – zwei Stunden lang wiederholt Maddel fast den gesamten Stoff. Maddel und Jan arbeiten noch direkt an Bord. Jan verlängert extra um einen Tag, nimmt dann als Bonbon auch noch nacheinander einige Jungs auf den 470iger mit. Trotz aller Appelle wollen die Schüler Grundscheinprüfung machen. Maik gibt sich voll in diese Aufgabe, möchte seine Gruppe nach vorne bringen.

Am Freitag übernimmt Herr Dennis die Begutachtung der gewonnenen Fähigkeiten. Es zieht sich hin, nachdem drei Gruppen ihre Theorie geschrieben haben, nehme ich die Knoten ab. Just in der Zeit schläft der Wind fast ein. Er kommt erst wieder am Ende der Prüfung, ich nutze es zur Wiederholungsprüfung von zwei Wackelkandidatinnen. Leider fallen viele in der Theorie durch, einige müssen sich auch einer Nachprüfung unterziehen, die Maik aber in Lüneburg machen wird. Erschreckend oft wird angekreuzt, dass der Wind beim Segel setzen von hinten kommen soll, der Unterschied zwischen Wende und Halse, die Abfolge beim Ablegen, die Ausweichregeln ….

Eine anstrengende zum Schluss aber auch erfreuliche Woche geht zu Ende. Für den fleißigen Prüfer gibt es Steakstärkung. Zuvor hat er sich noch mit einigen Schülerinnen fotografieren lassen, die sich auf den Laufsteg des Flirtens begeben haben. Am Samstag betreue ich drei Damen auf dem Menhir, nehme am Vormittag einen zukünftigen Hilfssegellehrer mit und am Nachmittag Rolf, der eine Reviereinweisung bekommt. Flutschfinger ist zum Sonnenaufgangssegeln mit Hobbit, Flo und Steffi unterwegs gewesen. Dennis führt das Long-Boat aus und stellt seine Aufenterfähigkeiten unter Beweis, während Stanzerl im Kajak einen rosa Flamingo kapert ....

03.06. Ostwindlage

Schnupperleute am Wochenende. Dieter und Maddel sind im Einsatz, frische Winde bringen gute Erfolge. Drei Damen aus dem Hamburger Raum, ein Pärchen und zwei stattliche Herren aus Fehmarn. Am Montag gibt es wieder eine Überraschung: Anna kommt als Einzelschülerin – von Franky empfohlen. Sie hat nun abwechselnd einen Maddel- und einen Ralphtag. Der Oster baut sich nachmittags immer auf, in der Düse an der Werft und vor der Brücke verschärft er sich – dabei immer die Sonne ....

Am Donnerstag geht es in die Welle, gemeinsam mit den Yachten, die für die SKS-Prüfung üben, kreuzen wir Richtung Osttonne. Zwischen den Zeilen der Tage entsteht der Boden für das Optizelt. Große Hilfe kommt von Heiko, der mit Blumen eingelaufen ist. Parallel hole ich das Zeltgestänge aus dem Schlafraum. Es ist ja nummeriert, doch die Logik, von mir vor Jahren entwickelt, will sich uns nicht erschließen – erst Maddel kann das Rätsel lösen.

Am Freitag segelt er mit Anna nach Fehmarn – die Alternative „Kentertraining“ wird umschifft. Auf dem Rückweg bricht der obere Mastbolzen, die Oberwanten fallen aus – doch glücklich laufen sie wieder ein. Abends zaubern Henning und Micha einen Spargelsalat, wir essen Reste von ihrem Törn, der bei dem Wind gut gelaufen ist.

Am Samstag sitzen fünf Schüler vor mir. Ich segle zunächst mit einer lustigen, aber pädagogisch fordernder Damencrew. Büb ist angesagt. Anna ist vormittags mit dabei, nachmittags wechselt sie zum Segelverein – Warderregatta. Später kommt sie wieder zu uns, Kentertraining ist angesagt. Nils ist mit einem Jungen zu Besuch, der Kameraführung lernen soll. Er geht auch mit an Bord der Möwe. Hier zeigen sich die Grenzen der Kondition. Ähnliches Manöver vollziehen Antja und Hans, den Menhir vor Anker, versuchen sie vom Wasser aus an Bord zu klettern. Inzwischen steht das Zeltgerüst, das neue Dach passt. Laut Maddel nicht, weil es viel zu sauber aussieht, verglichen mit den anderen Planen.

Abends gibt es Heikonische Gemüsepfanne – sehr lecker – danke! Am nächsten Tag stellt sich heraus, das neue Dach ist doch anders, die Seitenteile können nicht angehängt werden, so muss das Alte auf das Neue ... Heute segelt die Hamburger Kentercrew auf der Möwe – die Damencrew erfährt eine Einweisung auf dem Motorboot, legt dann mit dem Menhir für den Übungskurs ab. Julian bastelt an Flutschfinger, ein Verleih geht raus. Antje und Hans segeln gen Fehmarn – gerade laufen sie am Steg ein.

Erste Vorboten der Schulklasse, Dennis legt mit seinem Bulli an, Stefan, den wir über Peter kennen, kommt als Begleiter der Waldorfschule, die erst gegen 19 Uhr eintreffen wird. Langsam habe ich genügend Schiffsführer beisammen, wenn denn alle kommen, denn Morgen müssen 10 Menhire in den Einsatz. Zuvor folge ich mit Dennis einer Einladung von Fine, die auf dem Graswarder zum Essen geladen hat.

25.05. Ein flautiger Morgen!

Erschrocken stelle ich fest, die Badeplattform ist besetzt. Zwei Männer, zwei Flaschen Bier, wahrscheinlich war auch noch eine Frau dabei, die mir am Anfang der Brücke entgegen kam. Ich gehe also in meine Übungsstellung, sehe ich doch einen großen Strahl, der im Bogen von der Plattform ins Blaue schießt. Endlich machen sich die Männer auf den Weg. Es ist 0530 als ich meine Sonnenbegrüßungsrituale an meinem Lieblingsplatz machen kann. Zurück ist auch schon Stanzerl auf: gleißendes Licht und Vogelgeräusche haben sie geweckt.

Hinter mir liegen 3,5 Tage Einzelunterricht. Unzählige BüB’s mit St. Lucia auf Motorboot und Ghana auf Merkur später kommt am Freitag die Prüfung: sie macht SBI und See, ist gut vorbereitet und motiviert. An Hand der Karteikarten gehen wir schwierige Fragen durch – es geht um Begrifflichkeiten ... Zwischendurch kommt ein Paar mit einer kleinen Jolle,  die Hilfe beim Aufriggen brauchen. Mit zwei Kindern sitzen sie nach einer Weile im Boot, können nach mühsamen Start einige Schläge in der Bucht machen. Dann kommt der frische Wind aus Ost. Wir setzen jetzt Sturmsegel, mein Knie meckert bei den Wenden. Wind und Sonne lassen mich abends müde in die Welt schauen.

Axel ist von der Prüfung angetan, gute Kreuz, sichere Kommandos, gute Halsen, gelungenes BüB bei Welle – meine Schülerin wird den Anforderungen mehr als gerecht. Heute muss sie in Lübeck ihre See-Theorie schreiben. Hoffentlich kommt sie wieder, um die Möwe und andere Jollen zu segeln – sie hat Talent. Abends kommen Henning und Micha, die auf Törn gehen wollen, Stanzerl gesellt sich zu uns – nach Grillgut und Weinprobe liegen wir lesend im Bett.

22.05. Pfingstmontag

Der Ostwind baut sich langsam auf. Chaos beim Ablegen der Möwen. Zu wenig  Schwert, zu wenig Leekrängung, die Segel zu dicht. Besonders die Sturmsegel verzeihen das nicht – Querlieger am Steg. Im Westen nichts Neues, wer den Menhir nicht ganz in den Wind bringt, beutelt den Steg, wer den Aufschießer zu eng fährt, bleibt vor ihm stehen, driftet mit Glück noch hin oder fällt zur Landseite ab. In einem Fall kommt es zur Pfahlhalse, die Großschot verklemmt dort. Wir kommen jedoch ohne Molenlieger davon.

Es ist aber auch der Laserwind: Gerd segelt an seine Grenzen und darüber hinaus, Dennis , Stanzerl, Maddel, Mareike und Stephan preschen durch das Blau des Wassers. Die Menhire mit Normalsegeln können sich kaum noch aufrecht halten. Herr Dennis verbringt mit Helfern seinen Kat an den Steg. Dazu Sonne, Sonne, Sonne …..

Abends sind die Helden dann müde – der weiter auffrischende Wind heult in den Bäumen, gibt ein Pfeifkonzert im großen Yachthafen, die Masten der Yachten bilden die Orgelpfeifen. Eine schönes Pfingsterlebnis. Mit leichten Winden beginnt es, baut sich langsam auf.
Kentertraining, Fehmarntörn und eine kernige Brise zum Abschied. Optimales Wetter und dank Dieter, Maddel, Folker, Julian, Dennis und Heaven klingt in schöner Atmosphäre der Montag aus.

21.05. Saisonstart

Mit fast zwanzig Prüflingen für den Sportbootführerschein See beginnt die Saison. Viele Stunden verbringe ich auf dem Motorboot, Navigationsnachhilfe. Leider fallen vier Leute in der Theorie durch – ich denke über weitere Konzepte nach, die dem Ankreuzverfahren gerecht werden können.

Ostern zeigt sich nass und kalt. Doch dann kommt eine gute Wetterperiode, die bis Heute anhält. Erste Schnuppersegler und eine kleine nette Studentencrew aus Darmstadt bringen Leben in die Schule. Ende April kommt die Segelsparte des FC St. Pauli – Henning ist als Fan dabei – hilft mir sehr viel. Im Mai kommt Sonja mit ihrer Schulklasse aus Lüneburg, zwanzig Jugendliche wollen in fünf Tagen den Sportboot Binnen erwerben. Sehr viel in kurzer Zeit, das bedeutet Stress und Überstunden, ich frage mich, ob die Schüler nicht mit einem Grundschein besser bedient wären.

Für den ersten Tag kann ich genügend Schiffsführer finden, die Schwachwindlage unterstützt den Einstieg … Maddel, Dieter, Henning, Julian und Johannes sind dabei …. Nach der Prüfung kommen ein paar ersehnte ruhige Tage. Maddel bringt fleißig einen Menhir nach dem anderen und einige Möwen zu Wasser. Ich schleife an einem Tag acht Unterwasserschiffe und streiche sie am nächsten Morgen. Meine Füße sind blau, durch die Schuhe und Socken ist der Staub bis auf die Haut gedrungen. Langsam nehme ich meine Walkrunden wieder auf. Der Besuch bei einem Schmerztherapeuten in Hamburg hat geholfen.

Der Steg füllt sich, Flutschfinger, Lothar, zwei Motorboote drängen sich auf der Westseite …. Christian will Gelbfieber wieder zum Segeln erwecken … Pfingsten strömen 25 Osnabrücker in die Schule. Nach ersten Einweisungen und Kentertraining haben wir Gestern einen Fehmarntörn gestartet, mit dabei das Long-Boat unter Segeln. Herr Dennis hat dem Boot wieder Leben eingehaucht – er schnitzt einen Besanmast und –baum, dessen Segel für einen See-Kurs bei einem Segelmacher entsteht. Mit sechs Menhiren gehen wir an der Mole von  Orth vor Anker. Auf dem Rückweg belebt sich der Wind, wir landen bei strahlend blauem Himmel an.

20.05. Sri Lanka

Mitte Januar brechen Stanzerl und ich Richtung Sri Lanka auf. Wir besuchen Mirja und Felix in Colombo, reisen per Bus, Bahn und Tutuk zu unserem Strandziel. Die Unterkunft liegt direkt neben einem Windrad, die hier die Gegend bevölkern. Delfintour schließt sich an. Die folgen den Thunfischen, so jagen die Touristenboote rücksichtslos über die Wellen, fragen zwischendurch die Fischer. Steißbein und Rücken freuen sich. Dafür erleben wir einen großen Schwarm der silbernen Sympathiefische. Weiter geht es zu einem Baumhaus, das vor einem solchen steht.

Mit dem Jeep geht es auf Safari: Elefanten, Büffel, Krokodil, Schildkröte und wir haben das Glück, einen Leopard zu sichten. Im Norden wohnen wir in einem indischen Hotel, das Gebiet der Tamilen, die dem verschnörkelten Hinduismus frönen. Er passt in die Buntheit, die wir hier erleben. Selbst die Tuktuks sind maximal geschmückt und verziert. Die heiligen Kühe werden verehrt, sie dürfen sogar in die Geschäfte hinein. Wir wollen eines der Forts besichtigen, die hier an der ganzen Küste verteilt sind. Portugiesen, Holländer und Engländer haben sich die Klinke in die Hand gegeben, Spuren hinterlassen. Von dort geht es in das Hochland, eine alte Kaiserstadt wollen wir erleben.

Unsere Unterkunft gehört einem deutschen Affenforscher. Wir sitzen direkt am See, wo uns zwei Elefanten erscheinen, die von einer Insel aus Richtung Land geschwommen sind. Sie sind zu einem Problem für die Bevölkerung, weil ihr Nahrungsbedarf auch vor deren Feldern keinen Halt macht. Fast überall sind deshalb Elektrozäune gespannt. Die Affen, die besonders in den kleinen Läden klauen, versuchen die Leute mit Böllern zu vertreiben, neben dem allgemeinen Hundegebell ein weiterer Grundton, der uns an die Ohren spült. Glücklicherweise besuchen wir die Ruinenstadt am früheren Morgen – so entkommen wir den Scharen der anderen Besucher. Immer wieder kehrendes Bild: Mönche in orange oder burgunderrot zwischen den Zeugnissen der Kaiserzeit. Doch schon vor 1000 Jahren haben die Regenten erkannt, wie wichtig die Wasserversorgung ist. Bis Heute gibt es über 16 000 künstliche Seen, die in der jeweiligen Regenzeit das kostbare Nass aufnehmen, so die Reisernte auch verdoppelt haben. Viele alte Anlagen scheinen auch Heute noch zu funktionieren.

Eine Elefantensafari: wir sehen eine ganze Herde, es sind aber nur wenig Stoßzähne zu sehen. Durch die intensive Bejagung sind sie quasi weggezüchtet worden. Der Rüssel, die verlängerte Nase, verfügt über mehr als 40 000 Muskeln, dient als Tast- und Riechorgan, deren Fähigkeiten die des Menschen um ein Vielfaches übersteigen. Wir erleben zwei Exemplare bei einem ausgedehnten Rüsselkampf oder – Liebesspiel, manche sollen ihn aus zum Masturbieren verwenden – Sachen gibt’s ….

Im Zahntempel Buddhas haben wir unsere Schuhe kostenpflichtig zur Verwahrung abgegeben, kommen aber nicht hinein, weil wir kein Ticket haben, welches für uns nicht ersichtlich ganz unten am Eingang hätte gekauft werden müssen – wir verzichten. In mir regt sich auch eine gewisser Widerwille gegen diese Reliktverehrung, die es wohl in fast jeder Religion gibt – ich erinnere mich an die Hype um die Bundeslade in Äthiopien. Diese Dressur der Gläubigen wird in der Prozession vervollkommnet, bildet eine emotionale Wucht, die gerne auch in die falsche Richtung laufen kann…

Über viele Serpentinen schrauben wir uns in das Hochland, erreichen nach einem kleinen Marsch Lands-End. Eine Abbruchkante, die einen schönen Blick auf die Hügel und Berge frei gibt, uns auf dort wabernde Wolken wandeln lässt.  Idyllische Eindrücke vermitteln uns die Teeplantagen, die zur gemütlichen Wanderung einladen. Lipton’s  Seat – unser Ziel. Der Engländer gilt als Erfinder oder zumindest als Verbreiter des Teebeutels, in denen aber zumeist nur mindere Qualität landet. Eine Teafactory will uns diesen Prozess, der Teeveredlung näher bringen. Im Verkaufsraum kostet die billigste Ladung zum Mitnehmen immerhin 20 €. Vor dem Hintergrund, dass die Teepflücker zumeist Tamilen sind, die einen Geringstlohn empfangen, schmeckt auch der goldene Tee etwas fade….

Rücksturz zur Küste, wir landen nun in einem wirklichen Baumhaus. Die Äste schlängeln sich durch den gesamten Raum. Vor dem Klo hilft eine Astgabel beim Aufstehen. Wir wollen Wale sehen, obwohl ich Bedenken habe, ob die auch uns sehen wollen, landen wir auf einem Schiff mit ca 60 Touristen, die auch noch von anderen Booten begleitet wurden. Gemischte Gefühle: wir sehen Pilot-, Grau- und Blauwale. Oft nur die Rücken, zuweilen aber auch die majestätisch aufragenden Schwanzflossölen beim Abtauchen. Bei den Mengen an Zuschauern heißt es dann: vorne hinknien, damit die zweite Schicht etwas sehen kann. Zwischendurch Schnorchelgänge: Seeschildkröten schweben vor uns – Stanzerl macht wieder tolle Aufnahmen….Rochen, einige bunte Fische – nicht ganz die Pracht von Galapagos, doch schon, im kleinen Rahmen, in diese Erlebniswelt abzutauchen. Im Schlussakkord treffen wir Mirjam und Felix wieder, wollen einen schönen Abend verbringen, doch aufgrund der Kommunalwahlen wird nirgends Alkohol ausgeschenkt. Wir nehmen Abschied von einer kleinen, schönen Welt mit verschiedenen Kulturen, schönen Landschaften und sehr lieben Menschen, wobei die Erosion durch den Massentourismus seine gewohnten Spuren zieht.

Ein- und Ausblendungen können eine gute Bilanz ziehen. So wird kurz nach unserer Abfahrt Frei, das Kind von Felix und Mirja geboren – sie haben uns inzwischen besucht – das neue Lebenslicht mit einem kleinen Menhirtörn besiegelt. Zum Schluss die kleine Zigarettengeschichte: ein Fischer bittet uns an Bord seines Schiffes. In seiner Erzählung glänzen die Deutschen durch ihre Hilfsbereitschaft während der Tsunami-Katastrophe. Besonders privat hätten sie viel geholfen. Nachdem wir erfahren haben, das frischer Fisch vorher über Monate in den Kühlräumen der Boote gelagert haben, dann mit Flugzeug als „ganz frisch“ nach Japan transportiert werden …. ja, wollte er eine Zigarette. Stanzerl hatte nur noch eine in der  Packung. Da meinte unser Fischer, das gehe aber nicht, weil er ja auch noch Freunde hätte, die ….. Mit ihm im Gefolge suchen wir einen entsprechenden Laden. Dort einig, er wollte ja ein ganze Packung, kommt die schelmische Bemerkung: es könnte ja auch zwei sein ….. Tja, da habe ich nein gesagt ….

15.01. Sylvester in Venedig!

Der liebe Dennis hatte die Idee.
So finden sich Stanzerl, Bettina, Heiko, Philipp, Dennis und mein kleines Ego zusammen. In unserer Wohnung, die wohl einem Architekten gehört hat, gibt es ein Klavier – abgeschlossen - , Kunstgegenstände und goldene Armaturen im Bad. Auf dem kleinen Balkon machen wir unsere Rauchpausen. In einem Theaterbau verbirgt sich ein Supermarkt, der unsere Grundversorgung sichert. Den Wein gibt es in einem kleinen Laden direkt in Plastikflaschen abgefüllt.

Wir erschlendern die Altstadt, verirren uns im Gassenlabyrinth, genießen die geschichtsträchtigen Fassaden. Die Touristenströme umgeben uns, doch es gibt kein Drängeln, die Atmosphäre ist angenehm entspannt. Leider will keiner mit mir auf die Gondel, deren Rudertechnik mich fasziniert: der asymmetrische Rumpf gleicht den einseitigen Antrieb aus.  Die Brücken fordern mein Knie heraus, sie haben alle einen hohen Bogen, damit die Schiffe drunter durch fahren können. Neben den Gondeln gibt es Wassertaxis, private Motorboote und einen gut ausgebauten Fährverkehr.

Wir kehren in ein Steakrestaurant ein: T-Bone für zwei Personen, sonst wird selbst gekocht. Philipp zaubert dünnes Kalbsfilet mit Minze in Weißweinsauce. Der Höhepunkt ist die Fahrt mit dem Wassertaxi zum Markusplatz. Es fährt mit uns in die kleinen Kanäle. Hier müssen wir beim Passieren der Brücken die Köpfe einziehen. Es ist eine wunderschöne Tour, die wir nur jedem empfehlen können. Am Canale Grande stehen wir inmitten der Menge, die das Feuerwerk mit lauten Ausrufen kommentiert. Sonst gibt es keine Feuerwerkskörper in der Stadt, wahrscheinlich wegen Brandgefahr. Stanzerl, Philipp, Dennis und ich beenden die Feier in einer Disco ….
Bei leichter Überschwemmung reisen wir am nächsten Tag wieder ab.

31.10. Absegeln 2017

Laura, Steffi und Katze – unser Discotriumvirat - zauberten ein Orga-, Deko- und Kostümfest. Segelnd in der Bucht galt es Fähigkeiten an der Kreuz und im Rückwärtssegeln zu zeigen. Im Outfit ging es dann zu Netto, galt es doch einen Melonenigel zu garnieren. Da haben die Leute schon geschaut, fragten zuweilen, von welcher Veranstaltung wir denn kämen.

Selbst die Polizei grüßte freundlich, stand ich dort im Silberanzug, pinkfarbene Perücke, rosa Balletröckchen, Jesusshirt, Fellstiefeln und Adidaslatschen! Ich musste mich ein wenig hergeben, da sonst der Maddel drohte, nicht mitzumachen. Denn es war sein Geburtstag, den wir feiern wollten.
Dennis war für die Gulaschgrundlage verantwortlich. Maddel wurde beehrt durch eine Bauchtänzerin. Dann haben wir ihn zu Wasser und in die Luft gehen lassen, versorgt mit intellektueller Naturkost. Ein berauschendes Fest und ein würdiger Abschluss für die Saison!

15.09. Wieder eine wechselvolle Woche

Die Stadt hat Ernst gemacht. Drei Halteverbotsschilder stehen gegenüber der Segelschule. Die Woche bietet Regenschauer, starke Winde und Böen. Doch am Mittwoch nimmt der Sturm seinen Anlauf. Während Dieter mich nach Bad Schwartau zur MRT fährt, ziehen sich die Wolken zusammen. Regengüsse und plötzliche Fallböen rasen über das Wasser.

Am nächsten Morgen – Ebbe soweit das Auge reicht – erspähe ich den ersten Wattwanderer. Doch Heute, am Freitag, ist das Wasser wieder zurück. Südwest mit Böen bis 7 Bft bilden den Hintergrund für die bevorstehende Prüfung.

08.09. Eine wechselvolle Woche

Am Samstag feiert Stella ihren Geburtstag an der Segelschule. Tagsüber habe ich 19 Wochenendschüler begrüßt, die ich dank der Hilfe von Maddel, Dieter, Olaf, Ina und Magdalena gut verteilen konnte. Gleichzeitig verabschieden sich die Studenten, Stanzerl und Cata reinigen danach die Küche und entsorgen viel Abfall. Immer hat mich noch die Erkältung im Griff. Am Sonntag kann ich mit Stanzerl, Cata, Dennis und Chrischi einen kleinen Ausflug zur Seebrücke unternehmen.

Am Montag stehe ich vor fünf neuen Schülern. Am Montag und Dienstag nutzen wir die Zeit mit Maren, Meryem, Ralf, Dani und Daniel, segeln solange es geht. Ab Mittwoch kommt der Regen, teils sehr böiger Wind.

Am Donnerstag gebe ich an Maddel ab, denn Dieter fährt mich zur Zahn-OP nach Neustadt, dort muss er über eine Stunde warten, bis Meißel und Fräse ihr blutiges Werk getan haben. Schon im Vorfeld hat Dieter zwei Kühlpacks für mich besorgt. So schaue ich auch nur aus Entfernung auf die Prüfung. Maren besteht ihren Grundschein, Dani und ein Ostwindler den Sportboot Binnen. Das Stück wird von Axel geleitet vor dem Hintergrund südwestlichen Flachwassers im böigen Regenkleid. In der Hand hält er aber nun das absolute Klemmbrett: pinkfarben und mit Wetterdach.

02.09. Einen Tag Wind!

Am Mittwoch baut Maddel eine kleine Laserregatta. Folker und ich wachen über die Schülerschar, checken an Bord das BüB. Die Erkältung kommt zurück ...

Der Donnerstag bringt dann endlich mal Wind. Die Gleiter sind begeistert, gekentert. Bernd erzählt, wie sie auf „Verfolgungswahn“ kurz den Spi gezogen haben, die Bugwelle hinter den Mast gewandert ist. Yogi legt mit einer Yachthalse den Menhir fast auf die Seite. Krängung, Böen – sie machen das Segeln plötzlich wieder aufregend. Abends bekomme ich Besuch von einem Nachbarn, der sich über die Lautstärke beschwert, die am Abend zuvor von einigen Personen aus dem Senioreneck ausging. Ich mache eine Ansprache. Daraufhin ziehen einige los, sich zu entschuldigen. So kann hoffentlich Wind aus den Segeln genommen werden. Irgendein Nachbar scheint sich gegen die Schule verschworen zu haben. Moritz zieht mit seinem Wohnwagen ab, alle Autos parken nur noch auf einer Seite.

Am Freitag wieder schwächerer Wind – mit Folker berate ich den möglichen Prüfungskurs. Fantasievolle Schnittchenkreationen entstehen, ein Apfelkuchen schickt seinen Duft voraus. Herr Dennis nimmt ab 11 Uhr die Grundscheinprüfungen ab. Gegen 1230 Uhr laufen Frank und Axel ein. Drei Ostwindler sind auf Übungskurs. Folker moderiert, es zieht sich bei dem Leichtwind. Bei der Motorenausbildung wird bemängelt, dass die Schüler keine Kreuzpeilung erklären können. Das ist berechtigte Kritik. Endlich die Schüler bekommen ihre Scheine, bis auf die arme Gesa, deren Führungszeugnis noch nicht eingetroffen ist. Laura bekommt von mir ein Büchlein über Knoten, Spleißen, Takeln. Solche selten gewordenen Interessen müssen unterstützt werden. Am Stegkopf versammeln wir uns zum Gruppenfoto.

Meine Erkältung hat mich im Griff, Stanzerl schläft allein – so hoffe ich doch – in ihrer Hütte. Paprika mit ganz viel Ingwer und Knoblauch sollen mich wieder auf den Damm bringen. Gerne hätte ich noch mit den Leuten zusammen gesessen, doch am Samstag warten zwanzig neue Leute auf mich ...

31.08. Leichtwindwoche!

Am Sonntag herrscht noch einmal ein Bilderbuchtag, wer kann, nutzt den Wind. Ole liegt mit seiner kleinen Yacht am Steg. Unsere Schüler dagegen machen eine künstlerische Pause. Flutschfinger legt mit großem Besteck ab. Stanzerl und Tine lasern – Christian schaut rein, er will mit seinem Finn wieder anlanden. Dieter übernimmt die Ausbildung von Yogi und Lennart.

Am Montag kommen vier neue Grundschüler. Maddel übernimmt mit Moritz die Gleiter – die Javelin wird wieder aktiviert. Abends zeigt Johanna ihre Performance – Kopfstand auf dem Surfbrett, auch dann noch als Maddel sie mit dem Long-Boat schleppt. Der Wind bleibt eher schwach – gerade für die Gleiter nur eine geringe Ausbeute.

So bleibt es auch am Dienstag – da überkommt mich eine Erkältung. So krieche ich abends früh ins Bett – wann hatte ich meine letzte Sommergrippe? Das Ordnungsamt tritt auf den Plan: es gibt große Diskussionen. Die Stadt will keine Wohnwagen, -mobile und Camper dort stehen haben, außerdem darf seit Mittwoch nur noch rechts gegenüber der Segelschule geparkt werden. Die Stadt will ihre Grünflächen, die an meinem Zaun liegen frei haben. Ihr wisst, die von Brennesseln überwucherten Flächen, die Stanzerl und Cata mühsam bereinigt haben. Moritz kassiert den ersten Verwarnungszettel. Ich werde nicht umhin können, einige Stellplätze auf dem Gelände einzurichten. Dora und Asterix müssen im nächsten Jahr wieder ins Wasser, damit wir Platz bekommen. Ich bin voller Rotz und Schleim, doch der Rachen kratzt nicht mehr so, die erste Pfeife geht schon wieder.

So mache ich am Mittwoch leise Grundscheintheorie, segele dann bei Gesa und Johanna, bei Maria und Franz, schließlich bei Laura, Ann-Kristin und Tobias. Segeltheorie mit Yogi, mit Laura das gleiche Thema danach und: der Rückspleiß, den sich Malte auch mit anschaut. Dann wieder früh in die Koje, obwohl ich noch gerne unten bei den Leuten wäre. Mareike ist kurzfristig auf Besuch gekommen.

Der Mittwoch hängt im Nebel, statt der angesagten drei Windstärken spiegeln sich die Vögel im Wasser – wo ist der Schalter???

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