23.07. Filmteam!

Der Samstag beginnt Regen und dem Beladen eines Menhirs mit der Ausrüstung eines Film-Teams. Eine Riesenkamera – Listenpreis um die 70000 € - mehrere Stative, Taschen mit Wechselobjektiven, Filtern werden ab Bord verstaut. Ein kräftiger Regenschauer verzögert die Abfahrt. Endlich heißt es „Leinen los!“ Bei mir an Bord: Caro, ein weiterer Kameramann, der Regisseur – das Gepäck,  fast vollständig in der Kajüte verstaut – geht es in die Kreuz nach Osten. Es gilt die Warderspitze zu runden. Das Storyboard sieht vor, dass Benji – ein Newcomer in der Hamburger Musikszene – vor dem Hintergrund des Meereshorizontes – Seewasser mit der Hand schöpft, entkräftet über Bord fällt und wieder auftaucht?

Der kräftige Ostwind mäßigt sich, wir drehen bei. Kamera und Stativ werden aufgebaut, dabei hängt aber die Großschot im Rücken von Caro. Ich muss sie dichter holen, ohne dabei in die Wende zu kommen. Spitzer Winkel zum Wind, da muss ich mit der Pinne austarieren. Birthe führt fatalistisch grinsend das Long-Boat. Benji scheint mit einem schönen Lachen zu jeder Schandtat bereit. Bühnenreif zeigt er zwischendurch auf das Logo des Segelschulpullovers, den er trägt. Aufnahmen aus verschiedenen Entfernungen, dann wieder störende Schiffe am Horizont, immer wieder neue Anläufe von Birthe, die auf Kommando Leerlauf schaltet und sich unsichtbar macht. Es klappt nicht immer, da ist ihr Kopf noch zu sehen, ihr Arm ... Beiliegend vertreiben wir geschwind gen Westen, müssen zurück kreuzen, dabei nicht zuviel Krängung, die Kamera muss gestützt werden. Wieder beidrehen, den richtigen Winkel finden und halten!

Die Zeit zieht sich – ich bin innerlich darauf eingestellt, einzig die kalten Füße nerven. Die Gesichter des Teams unterliegen einer gewissen Veränderung – schleichendes Unwohlsein und Harndrang. Doch wir nähern uns dem Finale. Zweimal muss Benji von Bord gleiten, bleibt aber nicht lange genug unter Wasser, weil ihm die Luft aus den Lungen gepresst wird! Beim ersten Mal stemmt er sich mühelos ins Long-Boat, das zweite Mal sieht schon mühsamer aus. Endlich runden wir den Graswarder, in der Bucht entdecken wir vier kleine Jollen: mein Stanzerl, Mareike, Stefan und der Vater von Birthe trotzen dem grauen Himmel. Die Filmcrew wechselt auf das Long-Boat. Ich segel mit großem Metallkoffer und Stativ meinen Merkur.

Regen setzt wieder ein und den Beteiligten zu – da kommt das Signal: Rücksturz zur Erde. Auf Vorwindkurs mit durchgehendem Schmetterling passiere ich die Optiinsel, lasse das Schwert sausen und werde von Birthe in Empfang genommen. Während ich mich umziehe, die erste Bratwurst vom Grill verzehre, legt unsere tapfere Birthe von Orleans mit dem Filmteam noch einmal aufs Wasser ... Zum Abschluss gibt es Gegrilltes – müde aber hoffentlich zufriedene Gesichter umgeben mich.
Alle sind sich einig, eine sympathische Truppe haben wir bei uns gehabt. Jetzt sind wir auf das Musikvideo von Benji gespannt ǃ-)

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