20.08. Prüfungen, OSGler und Schichtwechsel!

Die Schnittchen stehen bereit. Südliche Schwachwinde mit Abdeckungsbereich. Die Grundschüler sitzen unter den wachsamen Augen von Herr D. an ihren Prüfungsbögen. Axel kommt gegen 14 Uhr, lässt auch zunächst schreiben und steht dann bei flottem Nieselregen am Stegkopf. Dieter übernimmt die Betreuung, so kann ich mich um die Liegenschaften im Büro kümmern. Ostwind ist wieder mit einer Person dabei. Endlich kann ich die Zaubergetränke bereiten. Ich bedanke mich bei beiden Prüfern für ihre Geduld dem Regen und Schwachwind gegenüber. Schon heißt es wieder Abschied nehmen, einige Schüler rüsten zum Aufbruch. Es war eine nette, angenehme Gruppe. Abends zaubert Dennis im Smoker Rippchen. Das Dinner findet durch den Regen bedingt in unserer Bootshalle statt. Wohl befüllt  suche ich vor der Neige der Linie die Koje auf.

Samstagmorgen, mein Puls schnellt hoch, steht doch ein Kat mitten in der Einfahrt. Während der Walkingrunde lege ich mir eine Strategie zurecht. Mit Ulis Hilfe bugsiere ich den Kat auf die Straße und schließe das Tor ab. Es sind halt breite Boote, die für nur zwei Personen unheimlich viel Platz beanspruchen – schnell wird das Gelände wieder zugestellt. Doch Ben ist einsichtig, legt sein Schiffchen vor Boje, entsorgt den Trailer ... Der OSG ist mit seinen Gleitwilligen vor Ort. Vormittags – Böen 7 Bft angesagt - segeln sie unter der Regie von Moritz in der Bucht, nachmittags suchen sie den Dalben auf. Mein liebes Stanzerl mäht den Rasen. Ich räume Hütte, mache Listen für die nächsten beiden Wochen. Die letzten Schüler verabschieden sich, neue treffen schon wieder ein. Nachmittags Spaziergang zur Seebrücke, Eis und ein Frauenpaar, das an der Strandbar standesamtlich getraut wird. Abends gibt es Restrippchen mit einer tollen Barbecue-Brombeersauce, während ich unter dem Beisein von Stanzerl und Dennis ein weiteres Zukunftsgespräch führe.

Am Sonntag letzte Hand an die Hütte legen. Maddel und Moritz bereiten bei Flachstwasser einen Ausflug in die Bucht vor. Starke Böen sind angesagt und nachmittags Gewittergefahr…..

18.08. Vor dem großen Regen

Am Donnerstag lasse ich mich vom Farbenspiel des Sonnenaufganges und dem Flug der Gänse faszinieren. Taktisches Segeln und Knoten zur Vorbereitung auf die Prüfungen werden geboten. Dann erwartet uns ein zickiger Südwester. Die Pfadfinder sind zum größten Teil auf die Möwen umgestiegen. Da einige kein Deutsch verstehen, lernen sie mehr oder weniger intuitiv. Dafür machen sie ihre Sache gut. Nur Volker hat seine liebe Not, einer gekenterten Jolle Anweisungen zum Aufrichten zu geben. Alina, Mareike, Philipp und Michael kommen ohne Kenterung durch. Andreas aus Martins Gruppe der einzige, der Prüfung machen will, segelt mit Nikolas und Lukas. Ich erkläre an Bord noch einmal die Halse. Ulrich trainiert mit Kristina, Vera hat leider Rücken. Mats und Bo versuchen, ihre Jolle ohne Ruder zu steuern.

Zwischendurch lande ich beim Friseur – 15mm bitte! Abends sitzen wir beim Doko im Freisitz: mit Philipp, Christel, Volker und später auch noch Esther wird es ein sehr lustiges Spiel – die Toleranzgrenzen werden ausgetestet. Kräftiger Regen geht nieder. Am Freitag südliche Wind mit stark flautigem Charakter. Wir wiederholen die Knoten, teilen die Crews ein.
Dennis, der gestern Abend schon eingelaufen ist, hat Rippchen im Smoker vor. Doch erst einmal muss die Prüfung laufen ...

17.08. Die Schule ist gut gebucht...

Am Montag findet die Einweisung der Neuschüler an zwei Plätzen statt. Im Freisitz versammelt Maddel die Pfadfinder – 14 Leute, während Merle mit ca. sechs Optis im Zelt arbeitet. Bei mir im Raum sind mehr als 20 Schüler, Studenten aus Kassel und einige Familien. Insgesamt kommen wir auf mehr als 40 Schüler für die Woche. Matthias, Dieter, Claus, Volker, Nele, Julian, helfen Maddel und mir bei der Ausbildung. Nachmittags kommt noch eine fünfköpfige Familie dazu, der arme Michel wird verhaftet, zu helfen. Ein fliegender Start, ad-hoc-Entscheidung sind zu fällen – es läuft. Allein Dieter muss leiden, weil er mit mehreren Aspiranten unterwegs ist, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind. Ich habe eine nette Familie aus Bayern an Bord, die zunächst nur halbtägig gebucht hat, dann aber mit drei Personen upgradet.

Am Dienstag hilft uns Nils, Schüler von der letzten Woche. Wir trainieren das An- und Ablegen. Ich muss einen Menhir von der Mole bergen – Dieter bekommt eine andere Crew. Es gibt einen Crash mit Wunde ... Merle geht mit sieben Kindern auf einen Menhir, der Wind zu stark für die Optis ... Später gibt es Kentertraining mit Video. Danach noch Theorie mit Bo und Mats – Aufräumen – groggy.

Der Mittwoch lockt mit Fehmarnmöglichkeit – sieben Menhire stechen in See, während vier Menhire und eine Möwe im Revier bleiben, von mir und Nele betreut werden. Meine Crew, die ich am Vormittag trainiere, hat mittags einen Aufnahmeerschöpfungszustand. Sie segeln nachmittags mit Nele, die ein dickes Lob einfährt. Die Fehmarncrew kommt ohne Kreuz zurück. Mit Alina und Mareike übe ich auf der Möwe die Auslegerwende. Habe zwischendurch den Kenterfilm fertiggestellt. Segelphysik mit Bo und Mats ... und nun will ich 2050 Uhr den Film zeigen, um dann schlafen zu gehen. Es gibt dann doch noch einen kleinen Rum mit Christel, die uns wieder besucht. Da auch viele Andere probieren möchten, bleibt die Flasche gleich unten ….

14.08. Eine bunte Woche!

Lorenz und Merle machen ihre Sache gut, die Ausbildung läuft. Das Wetter treibt Schabernack mit uns. Trotzdem kann am Mittwoch die Fehmarntour stattfinden. Mal Sonne, viele Wolken – Wetterwechsel bestimmt das Geschehen. Merle versucht, ein Optiballett zu organisieren – ein schönes Bild, wenn sich die leuchtenden Segel in der Wende gleichzeitig drehen. Abends verzückt uns ein wunderschöner Regenbogen mit Spiegelbild im Wasser. Lorenz und Jojo belagern meinen Balkon, gilt es doch ein neues Großfall einzuziehen. Es gelingt, nachdem der Mast mit dem Handy ausgeleuchtet wurde.

Am Freitag wird es garstig, Südwest bis West mit Regenschauern ... schnell übergebe ich Nele den Koffer für die Scheinausstellungen – allerdings ohne Ösen, denn für mich heißt es, Aufbruch gen Neustadt, die Zahnklinik warte, die Wurzel allen Übels soll genommen werden. Steffi hat mich mit Kügelchen nach der OP versorgt. Mit Navi-Unterstützung, der aber nicht vertraut wird, gelange ich rechtzeitig in die Behandlung. Nein, es wird nicht geschnitten – der Termin wird auf September verschoben. Die Untersuchung des Rachenraumes ergibt keine Beunruhigung, für einen Raucher normal. Sollte besser aufhören .. So kann ich noch Theo und die anderen Prüfer begrüßen, zwei Seeprüfungen Praxis laufen, so kommt das neue Modell in Fahrt: mit einer Prüfung eineinhalb Scheine machen. SBI komplett und See-Praxis, die für den Binnenschein-Motor-Praxis anerkannt wird. Damit ergeben sich neue Perspektiven für die See-Kurse.

Am Samstag übernimmt Dieter zwei neue Schüler: Michael, der einen CD-Kurs absolviert und Jörg, der Mann von Maria, die ich vor vielen Jahren in Chile kennen gelernt habe. Ich räume in der Hütte auf, entsorge viele Neos und kaputte Westen, sortiere ... Am späten Nachmittag wollen die Segellehrer und Helfer eine Optiregatta veranstalten. Als es soweit ist, regnet es – und es wird so bleiben. Doch Lorenz, Jan, Michel, Sebastian, der Mann von Steffi, Laura, Nele und Julian sind dabei. Ein Le Mans-Start. Auf Kommando rennen sie gen Ufer, die Sprit einhaken, den Opti zu wässern, einsteigen, paddeln und los ... Auf dem Stationsboot: Volker hat sich als Fahrer zur Verfügung gestellt, Steffi mit Kind und die Freunding von Jan – in meiner Hand – die Kamera. Jan von vorne weg in Führungsposition. Unangetastet siegt er in beiden Läufen, die zum Dalben mit Raum- bis Halbwind führen und zurück nach Neustart bis zum Steg, wo Kreuz und Schwachwind warten. Laura arbeitet sich auf einen beachtlichen zweiten Platz vor.
Gleich versuche ich den Film zu überspielen, schneiden und tunen, dann die erste Kopie funktioniert nicht. Die DVD-Lade klemmt, stundenlang versuche ich mit Schraubenzieher und Ähnlichem die Notöffnung zu aktivieren. Nach einigen Stunden gebe ich auf – wäre ein schöner Abschluss gewesen. Doch am nächsten Morgen geht es weiter. Schließlich nehme ich ein Drahtstück von der Hängekartei – es klappt – die nächste Kopie gelingt.

Doch der Sonntag hat schon begonnen. Vorausschauend mache  ich Unterricht mit Philip und Esther sowie nachmittags mit Katja und Sascha aus der Altgruppe, weil wir am Montag wohl wenig Zeit für sie haben werden. Es wird ein Bilderbuchtag – sieben oder acht Menhire und zwei Optis gehen in den Verleih. Alle wollen den kleinen Sommer nach den beiden Regentagen genießen. Jannis hat seine Mutter mit zwei Freundinnen auf dem Menhir eingeführt. Jojo und Lorenz ziehen eine neue Topnante in den Verfolgungswahn. Hardy, Maddel und Volker segeln eine Runde Laser. Steffi und Gerd, Thomas H. und Sohn reihen sich in den bunten Reigen der Boote ein. Jans Mutter ist mit Julchen auf Kurzbesuch. Merles Eltern kommen mit Kuchen – Apfel und Pflaume. Dann kommt der große Abschied: Laura, Lorenz, Jan fahren nach drei Wochen ab. Es kommen aber schon die Neuen. Martin rückt mit seinen Pfadfindern an, die Studenten aus Kassel treffen ein. Gegen 19 Uhr halten wir eine Hausbesprechung ab. Im Hintergrund versuche ich genügend Schiffsführer für den Montag zu rekrutieren. Wir beenden den Abend mit einer kleinen Dokorunde im Freisitz. Jetzt guckt gerade die Sonne über die Kimm ‡)

08.08. 505er + Smoker

Am Sonntag kommen Philip und Dennis direkt von Wacken. Ich freue mich über sie, schenke ihnen das Buch „Feuer und Flamme - 100 Grillrezepte“. Wir klönen über Südafrika und die Zukunft der Segelschule. Merle, Jan, Lorenz, Laura und Lucia stecken in 3xl-Sweat-Shirts, sind mit Flyern bewaffnet, um eine Werbeaktion zu starten.

Jojo und Lorenz wollen meinen 505er segeln – böiger Südwester – ich kann ihren Wunsch verstehen, habe jedoch ein mulmiges Gefühl. Das Großsegel ist nicht hoch genug gesetzt, da fehlen noch 10-15 cm, wodurch der Großbaum extrem niedrig ist. Und dann – ich kenne das ja von mir, von früher – wollen sie einen Kavalierstart hinlegen. Der Spi wird gezogen – leider fehlt, wie Lorenz mir erzählte, die Toppnante, so kommt die Blase nicht zum Stehen. Der Spi verschwindet wieder in der Trompete.

Ich widme mich meiner Büroarbeit. Da erreicht mich ein Anruf von Michelle: der 505er ist hinter dem Dalben gekentert. Mit Merle, Lucia und Daniel machen wir Crescent klar. Da kommen sie uns aber schon entgegen. In der Abendsonne sieht der 505er gut aus, ich verspüre Lust, ihn mal wieder zu segeln, wenn die Schmerzen im rechten Bein endlich nachlassen.

Die Jungs schreiben ihren Bericht:
Wir hatten heute Gelegenheit, den 505er „Vervolgungswahn“ auszuführen. Die Freude über das gut laufende Boot erhielt jedoch einen frühen Dämpfer, da auf dem ersten Schlag aus der Bucht heraus das Fockfall riss. Segel und Vorschoter fielen über Bord. Nach dem Bergung reagierten wir mit einer Reduzierung der Riggspannung und der Umfunktionierung  von Spifall (als Vorstag) und Toppnant (als Fockfall). Da wegen Seegang das Vorschiff unzugänglich war, landeten wir dafür am leeseitigen Ufer hinter Strandhusen. Der Toppnant hielt jedoch nicht lange in seiner Klemme, dann kam die Fock abermals herunter.
Nun ohne Möglichkeit, sie wieder  zu setzen, begannen wir die Kreuz zurück zur Segelschule, nur unter Groß. Trotz des Verlaufs der Fahrt sind wir zufrieden, da wir Schäden am Material und Kenterungen vermeiden konnten.
.... Lorenz / Jojo

Interessant wird das Wiedereinfädeln des Tauwerkvorläufers für die Fock. Denn augenscheinlich ist das Fall mit dem Tauwerkauge in den Haken gehängt worden – das kann nicht halten. Fazit: sie waren mit der Technik überfordert, hätten ruhig an Land alles überprüfen sollen. In der Hoffnung auf ihre Lernfähigkeit bin ich froh, das Crew und Schiff nix Schlimmeres passiert ist.

Später verhole ich mich an das Lagerfeuer. Daniel, Lucias Freund, hat sich an den abgestorbenen Holunderbaum gemacht. Resultat: jede Menge Zunder.

Am Montag sind wir dann 30 Schüler, Lorenz leitet die Gruppe, Maddel, Ole, Volker und Jan Laisse helfen in der Ausbildung. Dennis und Philip haben das Projekt Smoker und die Umsetzung des ersten Rezeptes aus Grillbuch ins Leben gerufen. Zwischenzeitlich führe ich ein nettes Gespräch mit Herrn Gabriel von der HVB. Um dem Ordnungsamt meine Willigkeit zu demonstrieren habe ich ein Schild installiert: In der Straße darf nur noch links geparkt werden, keine Wohnmobile und –wagen mehr.
Abends – das Essen ist die Wucht – sitzen wir mit Maddel beim Doppelkopf, bis mich die Müdigkeit in die Koje verweist….

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