05.08. Höhepunkt und Abschluss des Piratencamps II

Am Donnerstag läuft alles ganz gut, die Schüler trainieren fleißig, da kommt gegen 15. Uhr eine schwarze Wand auf, schnell breitet sie sich über den ganzen See aus. Die Jollen legen an. Der Regen schüttet uns zu. Schauer peitschen über das Wasser. Belohnt werden wir mit tollen Bildern, einem Regenbogen. Ich bin kurz beim Sportarzt, komme mit einem Zink-Leim-Verband zurück und beginne den Unterricht für die Segelphysik.

Im Hintergrund läuft die Piratenralley – schon Gestern lief das Tauwerkziehen mit zwei Menhiren. Die Affenfaust muss durch einen aufgehängten Rahmen geworfen werden, zwei Piraten nebeneinander, die Innenfüße werden zusammen gebunden, dann heißt es laufen, wobei sie nicht links und rechts an einem Pfeiler vorbeilaufen können; am Strand müssen sie an ausgestreckten Armen ein Optischwert so lange wie möglich halten, es gilt einen Stiefel so weit wie möglich ins Meer zu schleudern; aus einer mit Mehl gefüllten Schüssel sollen sie ein Weingummi mit dem Mund fischen, später werden sie mit der Wasserpistole gereinigt; weiter geht es in die Ostkurve der Bucht, dort warten zwei Optis und Menhire, die aufgebaut und möglichst schnell zum Steg zurück gekreuzt werden müssen; irgendwo gab es zwischendurch noch ein Salzstangenschnellessen.

Währenddessen arbeite ich am Film, zwei Langzeitaufnamen von der dunklen Wolkenfront und eine 35minütige des Stegkopfgeschehens werden auf eine Minute gerafft, davon 30 Sekunden für den Film gespeichert. Lucia hilft beim Ausstellen der Führerscheine. Der Freitag – Opti-, Junior- und Binnenprüfungen stehen an. Südwest drückt das Wasser aus der Bucht. Die zickigen Windverhältnisse machen den Schülern das Segeln schwer. Leider gibt es einen Durchfall in der Theorie, der Schüler hatte nach zwei Wochen noch nicht alle Fragen durchgearbeitet.  

Ich arbeite wieder mit Hochdruck am Film, der Schnitt fertig, mache ich mich an die Betitelung. Die greift erst als ich nach langem Suchen die Bildschirmauflösung vergrößert habe, dann kommt die Musik. Kontrollgucken und nach dem Abendessen wird den Kindern ihr Film gezeigt. Hervorragende Luftaufnahmen dank der Drohne von Morris. Nils läuft noch einmal zur Hochform auf: der chinesische Ball, Dosen mit am Gürtel hängender Kartoffel puschen, Personen auf Zeit in Klopapier einwickeln – da muss selbst ich ran - es wird ein langer lustiger Abend.

02.08. Piratencamp II

Am Sonntag reisen die neuen Piraten an. Heaven, Merle und Nele starten zur sonnengetränkten Hafenrundfahrt – die Drohne ist mit ihnen. Fast vierzig Schüler stehen am Montag parat, werden von Lorenz eingeführt, während Maddel die Altgruppe übernimmt. Merle hat zehn bis zwölf Optikinder zu betreuen, sie wird von Lucia unterstützt. Die Küchenlast liegt bei Elisabeth und einer externen Kochhilfe für den Abend. Am Montag wird sie noch von Pia und Anna unterstützt, die uns leider schon am Dienstag verlassen müssen. Diese Lücke wird von den verbleibenden Helfern nur unwillig gefüllt. Doch leichte Winde und besseres Wetter lassen die Ausbildung und das Camp ganz gut laufen. Nils hält seine Kinder mit vielen Spielen gut auf Trapp.

Am Dienstag schöne Doppelkopfrunde mit Sören, Heaven, Matthias und Christel im Freisitz. Der Mittwoch steht im Zeichen der Fehmarnfahrt. Markus übernimmt Crecent, Maddel und Lorenz das Schlauchboot.  Die Rückkehr dauert bei leichtem Südost sehr lange. So verschiebe ich meinen Binnenunterricht auf Donnerstag. Zwischendurch gilt es Passbilder zu machen, Anmeldekarten zu sortieren, Anfragen zu beantworten, Gespräche zu führen, Besorgungen in der Stadt, Planung für die nächsten Wochen, Film schneiden ...

29.07. Lebendige Wetterverhältnisse!

Donnerstag trainiere ich noch einmal mit den Prüflingen auf Crescent. Die Optis buntpunkten die Bucht. Die Gleiter machen sich nachmittags auf den Weg, als plötzlich Böen aufkommen. Es kommt zu rasanten Startmanövern: Melissa fährt plötzlich allein mit dem 470iger im Kreis, ein Laser startet – der Rudergänger liegt bäuchlings auf dem Schiff und schießt parallel zu Tina und Barbara raus. Von der Veranda aus kann ich das Treiben beobachten. Ein weiterer Laser kämpft sich von einer Kenterung in die nächste. Der Rest der Gleiter schafft es in die Dalbenbucht. Steuerschüssel, Crecent, Schlauchboot und Long-Boat sind vor Ort. Spannende Nahschifferfahrungen soll es in der Fahrrinne gegeben haben – so der Bericht von Birthe. Maddel wollte ihr wohl eine Leine zuschmeißen, die nirgends fest war. Mit Martin im Schlepp kommt sie zum Steg. Glücklicherweise kommt die Flotte ohne größere Schäden zurück, obwohl Maddel beständig basteln muss.

Abends gibt es noch einmal Motorenkunde und die Piratenralley: es klebt noch Mehl in den Antlitzen der Liekedeeler, stolz berichten sie von ihren Raubzügen, was sie für ein Appel und ein Ei errungen haben. Der Freitag zeigt sich mit Aprilwetter. Wolkengebirge ziehen über die Bucht, Gewitterdonner, starke Böen, Regenschauer. Die Prüfungen laufen: 10 Optis, neun Junioren, 2 Grundler und zwei Binnler, auf fünf verstärkt durch Ostwind. Bei strömendem Regen nimmt Axel die Motorprüfung ab, Scheinvergabe im Freisitz, weil der Raum besetzt ist.

Mit Birthe und Stanzerl laufen wir beim Chinesen ein, sitzen anschließend bei Markuswein auf der Lästerbank. Niklas serviert schön drapiert Cocktails. Sonja und Jens haben mit ihren Kindern – zurück vom Törn – kurz reingeschaut. Wolfgang aus Berlin lässt sich kurz blicken, ihm ist es zu trubelig hier. Die Segelschule ist auf den Hund gekommen, überall Fallstricke ihrer gespannten Leinen.

Der Samstag beginnt mit leichtem Regen. Niklas hat zwei Schnupperer zu betreuen. Aufräumen und Abreise der meisten Piraten. Stanzerl räumt die Hütte auf, kurze Zeit später liegen wieder Westen herum. Ein ständiges Kommen und Gehen im Büro, Restzahlungen, Bootsverleih ... endlich kommt am späten Nachmittag die Sonne durch, schön, sie wieder spüren zu können ...

26.07. 3 Tage Piratencamp

16 Optis und 40 Jollenschüler treffen auf Merle, Lucia, Birthe, Niklas, Maddel, Dieter, Nele/Laura, Ole und mich. Wir haben eine Überhanggruppe von der letzten Woche, Neuanfänger, Auffrischler, ca. 10 Gleiter und die Optis. Thomas leitet das Camp souverän, Annette schmeißt die Küche, unterstützt von Elisabeth und vielen Helfern. Ein schönes Wettergebilde umwölbt den ersten Tag. Bei mir an Bord: Tina, Tobi, Timo und Lisa, die ihre ersten Schritt gut umsetzen. Abends der erste Theorieunterricht meinen SBIlern.

Am Dienstag kommt der große Regen. Vormittags können wir noch gut Ausbildung machen, am Nachmittag legt der Wind derart zu, dass nur noch Theorie möglich ist. Einige unverzagte trauen sich dennoch aufs Wasser. Ein Reporter der Lübecker Nachrichten macht einige Fotos, will einen Bericht darüber schreiben. Abends das erste Gespräch über die Zukunft der Segelschule.

Der Mittwoch zeigt sich sonnig – der Sommer kehrt für einen Moment zurück: die Gleiter fahren in die nächste Bucht, die Optis können wieder segeln, die Menhire trainieren das BüB. Nachmittags gibt es ein zähes Kentertraining für die Möwewilligen, während ich mit drei Schüler auf Crescent sitze, um die Motorausbildung zu bewältigen, die gestern bei der Welle kaum zu bewältigen war. Abends Theorie, dann brechen einige zur Mittwochsregatta auf, die Piraten bekommen ihre Pizza, Morris spielt mit seinem Quadrocopter, Ole sticht dem Long-Boat und einigen Nichtpiraten in See, um die Regatta zu beobachten…

Das Piratencamp I beginnt!

Am Samstag verabschieden wir Christiane und Andreas, unter Segel erleben wir sie leider nur auf Entfernung. Nach der Filmgeschichte wollen Stanzerl und ich noch das Hafenfest besuchen, vielleicht noch eine Kleinigkeit essen. Wir erleben auf dem dänischen Kriegsschiff eine Trompetensignal, sehen das beleuchtete Riesenrad, werden dann vom Regen eingedeckt. So finden wir uns im Senioreneck ein. Hier tummeln sich schon die Leute – das Piratencamp formiert sich. Annette, Thomas, Pia, Anne und Claudia mit Arvid sind schon eingetroffen. Nach einem kleinen rühmlichen Klönschnack gehen wir in die Koje.

Der Morgenwalk ist grau – es scheint wieder Regen zu geben. Ich begebe mich auf den Boden, um die Piratenzelte und Friteuse zu finden, muß einiges umräumen. Mit Thorsten sortiere ich die Flaggen, wir bilden eine Reihe und verstauen diese sowie das Partyzubehör in den hinteren Kisten. Auf einem Rollbrett versuche ich, meine Fortbewegung auf dem Kriechboden zu perfektionieren. Papierkram sortieren, Überblick für die Woche verschaffen. Wir haben eine Gleitergruppe, eine SBI-Gruppe, ca. 18 Optis, Rest Schnupper, Junior und Grund. 

Abends, die Piraten sind fast vollständig, legen drei Motorboote zur Hafenrundfahrt ab. Mit Stanzerl und Birthe sitzen wir auf der Terrasse, bewundern den schönen Sonnenuntergang – das Wetter hat endlich ein Einsehen – und warten auf das Feuerwerk. Mein heutiger Morgenwalk wird mit einem tollen Sonnenaufgang belohnt.

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