16.06. Ausbildung und Prüfung!

Am Morgen verhole ich mich mit sechs Menhiren an den Dalben – wir wollen Circle-Training probieren. Es sind nur wenige Schiffe, die mein Stationsboot umkreisen. Eine Crew sticht besonders hervor: sie kann keinen Am-Wind-Kurs halten, übersteuert, die Fock kommt back, sie werden in die Wende gedrückt. Dieses Schauspiel wiederholt sich fast permanent – sie sind eindeutig überfordert, obwohl Maddel und ich schon an Bord waren. So sitzen die Rudergängerinnen oft auf der falschen Seite, vermeintliche Wenden werden zu Halsen. Andere segeln mit Bravour in meine Ankerleine. Bei einigen klappt es aber mit der Halse. Froh alles ohne größere Blessuren überstanden zu haben, segelt die Flotte zurück, muss aber auf der anderen Stegseite anlegen. Glücklicherweise sind auch noch die Gruppenleiter mit ihrem kleinen Motorboot zugegen.

Währenddessen trainieren meine Prüflinge unermüdlich. Denn um 19 Uhr soll Axel kommen, wir haben die Prüfung vorgezogen, weil am Freitag böser Wind kommen soll. Maddel betreut eine Lasergruppe in der Bucht. Nachmittags segeln alle in der Bucht: sechs Laser, zwei Möwen, sieben Menhire malen bunte Bilder auf das Wasser. Die kleineren Boote finden Kentern lustiger als segeln. Wir haben nun Ostwind – es gibt glücklicherweise keine Molenlieger, dafür aber teils heftige Anleger, die an meinen Nerven zerren. Anweisungen und Erklärungen haben bei dieser Gruppe eine sehr kurze Verfallszeit. Das zeigt sich auch an Bord meiner Damencrew, die ich noch einmal auf Kurs zu bringen versuche. Geschafft lege ich mich danach auf Balkonien ab, schaue nach meinen wartenden Prüflingen, Stimmung stabil?

Axel kommt: Christof übernimmt die erste Runde, es folgen Jutta und Astrid. Alle müssen das BüB wiederholen – zu schnell und zum Teil eigenwillige Kursgestaltung. Schließlich sitze ich mit Axel bei Zaubergetränk und rücken die Welt wieder gerade. Gegen 21 Uhr verhole ich das Motorboot – ein langer Tag geht zu Ende.

14.06. Hochzeitsausklang und Segel-AG!

Am Montag geht das große Aufräumen weiter. Die Pinguin erleidet einen kleinen Seenotfall. Die Fockschot gerät in den Propeller. Das Schiff wird zurückgeschleppt. Der Sohn von Alf geht auf Tauchstation ... Die Gruppe aus Bad Pyrmont läuft ein: 25 Schüler turnen bei böigem Westwind auf den Menhiren. Mit  Jutta, Christof, Björn, Astrid und Susanne sind wir nun dreißig Schüler. Maddel und ich segeln bei den Crews mit, viele zarte, kleine Menschen, die mit dem kräftigen Wind kämpfen müssen. Doch es geht ganz gut, wenn auch ein Vorsegel mit dem Unterliek nach oben gesetzt wird, die Scheuerleisten ihren Dienst tun, und die Halsen ohne Blessuren geschehen. Nachmittags kommen zwei Möwen hinzu, die sich ohne Kenterungen bravurös schlagen.

Heute soll es nach Fehmarn gehen. Mit sieben Menhiren und drei Motorbooten stechen wir in See. Neu ist die Welle für die Kinder, zuweilen verschwinden die Schiffsrümpfe in den Wellentälern.  Fast genauso lange wie die Überfahrt dauert das Anlegen. Dann schutteln wir die Schüler in den Hafen. Nach kurzem Imbiss geht es bei nachlassendem Wind und kleiner Welle gen Klaustorfer Turm. Dann heißt es wieder: kreuzen. Vom Dalben aus geht es gegen den Wind – es dauert wieder seine Zeit, bis alle Schiffe sicher am Steg vertäut sind. Insgesamt eine gelungene Überfahrt.

12.06. Die Hochzeit:

Das nächste Gewitter kündigt sich an, welch ein Glück haben wir doch mit dem Wetter gehabt. Außer einigen wenigen Regentropfen herrschte eitel Sonnenschein mit wolkigen Abschnitten. Die erste kirchliche Trauung am Stegkopf. Auf der Optiinsel spielt die Band die Wunschweisen des Paares, allein der Kontrabass stehe auf dem Steg. Ringe tauschen, Gebete und die Fürbitten einiger Freunde geben der Sache den feierlichen Rahmen. Dann wartet schon das Long-Boat – Jule und Dennis haben ein „just-married-Segel“ samt Mast und Drehvorrichtung gebaut. Mit Anita am Nebelhorn schallt die Verlautbarung ihrer Eheschließung über das Wasser – die meisten grüßen freudig zurück.

Schon vorher gab es einen tollen Sektempfang mit zwei taffen Damen. Für die Kinder hülle ich mich in das Eisbärenkostüm, um Eis zu verteilen. Vor dem Zelt wird die tolle Bettina-Torte angeschnitten. Es gibt lecker italienische Pasta. In der Hütte spielen die Musiker auf – gute Musik findet auch Dennis – gute Sängerinnen, sowohl am Steg als auch hier. Ein kleines Lagerfeuer wird entfacht, die Kinder grillen ein Würstchen ... In der Dunkelheit zeigt sich Stanzerls Wirken: auf dem Gelände leuchten unzählige Ballons mit LED-Lichtern. Der Steg wird zur Landebahn, hat sie doch noch mehr Windlichter gebastelt, die den ganzen Steg illuminieren – mögen hier Anita und Alf einfliegen. Hier hat Stanzerl ein kleines Kunstwerk geschaffen.  Ein Feuerwerk unterstreicht die Glückswünsche. An der Getränkebar geht es – unterstützt vom Schlangenschnaps – weiter bis in den frühen Morgen. Ich bade in den Lobgesängen der Gäste, welch ein besonderer Platz dies doch sei – sie gehen in der Atmosphäre auf. 51 Meldungen zum Lichterlotto, das erst möglich wurde, weil die Erkenntnis sich durchsetzte, dass es einen Anschalter gibt. Dennis vermarktet die Aktion, allerdings gibt es ein Licht zuviel, was Stanzerl huldvoll zugetragen wurde.

0230 im Bett geht es um 7 Uhr auf den Walk. Kleines Frühstück – ich beginne die Schiffe zurück zu bauen, Flaggen runter, drehen, wobei mir Felix, der Sohn von Anita viel hilft. Viele Gäste möchten dann doch segeln – Alf, sein Sohn, Dieter und Matthias helfen, zwischendurch ein Verleih und die Schüler der Vorwoche. Südliche, böige Winde, Anlegen mit Paddel. Immer mehr wollen segeln, so müssen auch Dennis/Jule und Stanzerl dran glauben – sieben Menhire sind zeitweilig mit der netten Gesellschaft unterwegs. Ich versuche die Vorhochzeitordnung der Schiffe wieder herzustellen. Die Rückkehrer werden eingewiesen, sich bündig am Steg zu vertäuen. Bernd aus Lübeck kommt mit Freunden, können einen Menhir gleich übernehmen. Zwischenzeitlich baue ich die Möwen zurück: Kenterbälle neu justieren, Flaggen bergen, pützen und alles Tauwerk hochbinden ... Stanzerl kommt leicht gestresst zurück – Ausbildung ist nicht ihr Ding – da fehlt halt die Routine...

In der ganzen Zeit arbeiten Alf, sein Sohn und Anita unermüdlich, unterstützt von vielen Gästen, die hier eine große Kompetenz an den Tag legen. Fast alle betonen, dass sie durch die Atmosphäre meiner Schule sehr beeindruckt sind. Es wird viel geschwommen, gebadet und mit herzlicher Geste Abschied genommen. Abends kommen Lothar und Peter auf Kurzbesuch, die H-Jolle nimmt Kurs auf den Dalben. Ich nehme im Strandkorb eine Mütze voll Schlaf, sichte die Videoaufnahmen, kann sie nach einigen Schwierigkeiten auf den Rechner überspielen ....

Mit Jule, Stanzerl, Dennis und Lothar nehmen wir bei großer Schwüle Kurs auf die Seebrück – ein Eis lockt. Wir alle hängen nach dem großen Fest etwas durch – doch das war es wert. Die Gruppe, die ab Montag bei uns segelt, meldet sich – das Wetter soll eine unwirtliche Richtung nehmen – ich plane schon den nächsten Tag. Ich glaube, wir haben dem Brautpaar ein schönes Event ermöglicht. Sie haben alles technisch gut vorbereitet – doch Flaggenparade, Illumination und zum Teil Schiffsführer können wir gerne für uns verbuchen.
Es war ein schönes Erlebnis !!!!!!!!!!!!

10.05. Hochzeitsvorbereitungen und Gewitter

Alf wird schon nervös, das Zelt ist noch nicht da. Als es endlich kommt, wird gearbeitet. Heiko, Dennis und Jule dekorieren mit Spinnaker und Kristalllüster. Ich beginne mit dem Setzen der Flaggen – Mareike, Stefan und Jonas – vom Törn zurück und begeistert – helfen. Wilfried, Thomas und Freund tauchen auf, sie wollen einen Törn Richtung Rügen starten, wollen von mir Informationen. Nach einigen sprachlichen Pirouetten, die mein Nichtwissen widerspiegeln sollen, kann Dennis einige Infos einträufeln. Die drei Herren in bester Ferienlaune nehmen diese in sich auf ... oder?

Bühne, Zelt, Getränke, die Hochzeitstorte unter den kundigen Händen von Bettina – alles nimmt seinen Lauf. Dann kommt das Gewitter, der Wind dreht von Ost auf West. Einige Flaggen verheddern sich an den Unterwanten. Das Hauptgebiet ist durchgezogen, ich verbringe mich in die Watthose, um die Möwen nach der neuen Windrichtung auszurichten. Es reicht für die gesamte rechte Stegseite – Dennis und Heiko helfen.

Die ersten Gäste – Anita ist schon eingetroffen – laufen ein. Ich lerne Mutter und andere Verwandte kennen. Ein Ehepaar aus London mit Themenfelder Segelsport und Piraterie. Die ersten Getränke werden gereicht. Dennis zaubert mit helfenden Händen lecker Kartoffelsalat und schmackhaftes Grillfleisch – ein guter Rum danach, dann ruft die Koje. Beim Walk heute Morgen ist der Himmel noch bedeckt – erste Sonnenlöcher am Horizont lassen hoffen.

08.06. Südliche Wind mit etwas Regen und Böen!

Am Dienstag segelt die Gruppe von Meike unter Maddels Regie, Heiko und Stefan springen als Schiffsführer ein, während ich mit Meike, Christoph und Jutta die Halse trainiere. Beim Anlegen, das sie schon selbstständig durchführen entfährt mir ein fürchterlicher Schrei. Christoph düst mit dem Menhir am Steg vorbei, will dann eine Halse wenige Meter vor der Mole hinlegen. Ich höre schon den Kunststoff bersten, da erreicht ihn mein Befehl: „Ruder nach rechts“ ... Puh, das war knapp.

Abends erhole ich mich mit Jean, Matthias und Stefan beim Doko. Ein tolles Blatt auf der Hand, nur Kreuz und Pik 10 als Balast. Da spielt Jean das Herz-As vor, ich werfe eine Zehn ab und verkünde ein Re. Ich spekuliere mit Jean zu spielen, reize weiter und spreche das seltene „Schwarz“ aus! Es klappt und ergibt im Mehrfachbock gute 152 Punkte ...

Am Mittwoch segeln wir nur vormittags, weil der Wind immer garstiger wird. Am Donnerstag kommt Astrid hinzu, die ebenfalls die Binnen-Prüfung für Segeln ablegen möchte. Der Südwester hat die Bucht fast trocken gelegt, selbst Lothar’s Schiff liegt auf Grund. Wir fahren uns auch gleich fest, können uns aber mit dem Bootshaken befreien. Über die Fahrrinne segeln wir zum Dalben. Maddel kommt später mit drei Menhiren im Schlepp nach. Alf ist inzwischen sehr fleißig, die Hütte ist leer geräumt, der Platz für das große Zelt vorbereitet.

Gestern schon ist Bettina – unsere begeisterte Balletttänzerin –eingetroffen. Ob denn genügend Platz für die Hochzeitstorte im Kühlschrank sei ... Der Wettergott scheint ein Einsehen zu haben – schönes Wetter für Samstag ist zu erwarten. Am Nachmittag erkläre ich meiner Crew das BüB, während Maddel mit seiner Truppe das Kentern übt. Mareike und Stefan segeln bei böigen Südwinden ihre Laser….

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