25.05. Prüfung

Mit dem ersten Boot segle ich den Kurs vor. Die Halse hat schon brachiale Züge. In den Böen drücken bis 6 Bft in die Segel. Glücklicherweise gibt es kaum Welle. Alle haben sie Respekt vor dem Wind bekommen, einige Tränen können getrocknet werden. Viele lernen in diesen zwei Stunden mehr als in der übrigen Zeit. Die BüB’s sind sehr gut, das Stoppen mit dem Groß hat sich durchgesetzt. Die Anleger sind dafür als sehr forsch einzustufen. Axel und Jan übernehmen die Prüfungsvorsitz, die Theorie beginnt, dann legen bis zu vier Menhire ab – meine Schüler zeigen Nerven und Leistung. Sonja fungiert als Coach. Die praktische Motorprüfung zieht sich in die Länge, es ist schwierig, die Steuerschüssel auf Kurs zu halten. Gegen 14 Uhr können die Führerscheine verteilt werden. Statt Schnittchen gibt es Knoten bei der Arbeit. Fazit: Verdammt kurze Ausbildungszeit und Wetterrisiko, den heutigen Wind hätten wir früher gebraucht. Es bleibt bei allem Erfolg eine amputierte Ausbildung: Kentertraining, Segeln auf der Zweimannjolle, Verkehrserfahrung in der Fahrrinne, Ausflug ins Revier, geschweige denn die Geschwaderfahrt nach Fehmarn. Ich hoffe, einige werden zu einem Auffrischungskurs wiederkommen.

Während noch die letzten ihre Sache packen, läuft Folker schon ein – wir erwarten 30 Leute aus Osnabrück zum Schnupperkurs. Die Staulage führt dazu, dass die Ankunft sich bis in den späten Abend hinzieht. Maria besucht uns seit längerer Zeit wieder. Mit Stanzerl klönen wir zunächst auf der Terrasse, setzten uns dann zu den grillenden Schülern, wo ich viele bekannte Gesichter begrüßen kann. Es geht weiter….

16.04. Ostern!

Kalte Ostern ... Dieter kümmert sich um drei Schüler ... der Rest bemüht sich, das Gelände für die Saison auf Vordermann zu bringen. Wir beginnen, den Vogelschreck zu bauen, der allerdings in den ersten harten Böen nur ein kurzes Dasein führt. Alle Mann an Deck, bzw. an die Optiinsel, sie muss ins Wasser verbracht werden. Da es an Kompetenz nicht mangelt, brechen immer wieder Diskussionswellen wabernd über das Geschehen.

Endlich auf 1-2-3 reduziert, kommen wir zu bewegenden Szenen. In Luv des Steges angelascht, legen heftige Böen den Mast, an dem der neue Eduard schwingt, in die Waagerechte. Dort liegt er dann – an empfindlicher Stelle geknickt. Matthias‘ Frau versorgt die Helfer mit schmackhafter „Chili sin carne“.

Matthias bringt ein Whiteboard in der Küche an, ist auch bei der Wässerung der Insel vorne mit dabei. Stanzerl wirbelt mit Lappen und Wischmob durch die Räume, arrangiert das Einräumen in der Hütte. Eine neue Leuchte wird im Bad von Hobbit und Hardy installiert. Er bringt auch den Vogelabschreck­rotations­körper in die Ruder­anlagen­halterung der Möwe ein. Unsere „Jugend“ nimmt den Strand in Angriff. Ein danieder­liegendes Slipwagen­deichsel­auflager wird neu in das Sandreich eingebracht, bevor die Armee der Sauberkeit mit Harke, Rechen, Forke dem Seegras den Garaus macht. Der Abend klingt mit Spargel und Schinken aus.

09.05. Im Durchschnitt mäßiger Wind!

Am Freitag herrscht noch Starkwind, produziert mit seiner Ostmelodie drei Molenküsse. Karin und Sandra wechseln ihr Segelkleid auf Sturm, um dann Axel und Frank Hagen zu zeigen, wie ein Panzer fährt ... Jens fährt als Stabilisator mit. Unter Motor müssen sie bei Seitenwind durch ein Bojentor zirkeln und ungewohnt einen Kopfanleger durchführen, obwohl der Wind auf Stegparallel plädiert. Der Segelschein wird dann ausgiebig gefeiert, das Segeln am nächsten Tag hintenan gestellt.

Am Wochenende herrscht Schwachwind: Henning, Dieter, Maddel und ich übernehmen unsere Well-Sailing-Starter-Crews. Evelyn übt mit Jens auf der Möwe. Es ist eine lustige Gruppe: „Was hast du im Täschchen? – Mein Einkaufstäschchen!“ Abends brennt ein kleines Lagerfeuer, von Henning entfacht, der uns auch kulinarisch vorzüglich versorgt, zum Spargel auch den passenden Wein präsentiert. In der Crew sind auch zwei Chilenen und Benji, der in Bogota gelebt hat – Stoff für Klönschnack.

Hobbit ist mit seiner Helfercrew am Flutschfinger: Julian, Willi und Bernd legen Hand und Geist an. Ich bedauere, dass es noch keine ferngesteuerten Laminierroboter gibt, die sich auch in die kleinsten Winkel vorarbeiten könnten. Seglertonsur: meiner Crew erkläre ich den neuesten Trend: im Nackenbereich wird 5 cm über dem Kragen ein kreisrundes Loch rasiert, um den achterlichen Windeinfall besser spüren zu können.

Am Sonntag schwächelt der Wind: Manfred und Kai: beide konnten ihre Vorkenntnisse nicht geheim halten, finden sich auf der Möwe wieder. Nachdem der Sturm der letzten Woche unseren neuen Eduard gefällt hat, umgebe ich die Optiinsel mit einem Bauzaun, in der Hoffnung, den Fäkalienbelag zu minimieren. Der Montag zeigt wieder Starkwind: mit Jens auf der Möwe – Wendetechnik ohne Standphase und Halsen ohne Krängung, nachmittags segelt er allein unter Großsegel…..

20.05. Schulklasse!

Spät am Donnerstag beginnt der Einlauf der Lüneburger unter Sonja. Christiane als Quereinsteigerin kommt hinzu. Am Freitag teilen wir die Gruppe in acht Crews ein. Bei leichten bis flautigen Winden aus Südost beginnen wir unser Training. Unterstützt werden wir von Sonja, Maddel, Dieter, Manfred und meinen drei See-Schülern: Gesa, Lara und Fiete. Immerhin können wir nachmittags mit den ersten Freiflüge starten.

Hobbit bastelt mit Heiko unter Hochdruck an Flutschfinger, können später am Steg anlegen. Abends sitzen wir auf der Terrasse beim heißen Stein, dann droht wieder ein Gewitter, zieht aber vorbei. Wir beschließen den Abend mit einem Memoryspiel, das wir von Ulrike und Achim bekommen haben. Sie haben uns vor einiger Zeit besucht, Bilder, die sie während ihres Aufenthaltes gemacht haben, sind zu einem Memory verarbeitet worden – schöne Idee.

Heute zeigt sich zunächst ein grauer Südwester mit Flachwasser und Böenstruktur….Die Gruppe macht einen guten Eindruck, am Mittwoch wollen sie Prüfung machen – da ist noch viel zu tun.

21.05. Zweiter Ausbildungstag!

Um 0410 Uhr stehe ich an der Uhr, bereit zum Walk um den Binnensee. Auf der Seebrücke herrscht noch Dämmerung, die rot-orange Sonne steht erst am Fischereihafen über der Kimm. Zurück bereite ich die Übungsarbeit vor. Die Schüler haben gestern die zweite Theorieeinheit bekommen, da sie zu Hause schon Vorbereitungen gemacht haben, bin ich auf das Ergebnis gespannt. Der Wind war tagsüber ideal, wir konnten das An- und Ablegen und die Halse lehren. Parallel haben Manfred und Dieter mit der Motorenausbildung begonnen.

Abends haben wir mit Swantje, Hobbit, Mareike, Stefan, Heiko, Stanzerl den Grill verwöhnt. Der Rum wurde dann vor dem Haus mit Seeblick genossen. Dort treffen wir auf Sonja, die Besuch von ihrem Mann und Sohn hat. Jener hat eine Drohne mitgebracht, damit tolle Fotos erstellt. Stanzerl, Mareike und Stefan waren mit den Lasern auf dem Wasser. Es wurde auch wieder Kopfstand geübt, diesmal mit Beingrätsche, fehlt nur noch, dass Emma hindurch springt. So ging  ein schöner Sommertag zu Ende. Erfreut habe ich die Nachricht vom Bestehen meiner See-Schüler erhalten. Nun gilt es bei flautigen Südwinden eine Programm zu gestalten.

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