22.06. Abschied!

Die Bad Pyrmonter legen an – gerade machen sie ein Abschiedsfoto. Die Gruppe um Meike hat schon Gestern die Segel gestrichen. Der Vormittag verläuft noch bei Sonnenschein und handigem Wind. Eigentlich will ich mit meinen Leuten an den Dalben. Da ich zuvor aber abfrage, was bei einer Kenterung zu tun sei, beschließen sie in der Bucht zu bleiben. Nachmittags soll es eine Regatta geben, doch da kippt das Wetter. Ich verhole mich mit der Steuerschüssel als Wendemarke zur Werft, da fegen die Böen über das Wasser, werfen kleine Schaumkronen auf ...

Der darauf einsetzende Dauerregen lässt keine Motivation aufkommen, die Menhire werden verholt und eingeparkt. Das Unwetter zieht nördlich an uns vorbei, malt dabei dramatisch in den Himmel. Neu hinzugekommen ist Florian, er füllt die Crew mit Ralf auf. Beide sitzen im Unterricht bei mir: taktisches Segeln.

Am Freitag: das Wetter ist besser als gedacht: vier Möwen und einige Menhire gehen aufs Wasser. Die Grundscheinprüfung ist erfolgreich. Jetzt tummelt sich ein Menhir in der Bucht, Volker kommt mit dem Laser hinzu.

21.06. Fehmarntörn

Gerhards Gruppe will es: bei Südwestlage nach Orth. Meikes Crew und die Grundscheinler bleiben lieber vor Ort. Dieter kann am Vormittag noch Aufsicht führen. Begleitet von der Yacht und dem Motorboot der AG, flankiert vom Long-Boat und Gummiwurst, stechen sechs Menhire gen Fehmarn in See. Es wird eine Schaukeltour, Kabbelwelle vor der Insel. Gute Fotos sind nicht möglich, reine Glückssache bei Serienaufnahmen einen Treffer zu erzielen. Kurz hinter der Werft treffen wir wieder auf die Gänseansammlung. Maddel hat beobachtet, wie ein Seeadler angegriffen hat. Nach der schnellen Überfahrt liegen die Menhire hinter dem Long-Boat vor Anker. Der Schuttledienst bringt uns in den Hafen. Plötzlich Winken von einer Yacht. Renate und Rolf bitten in der Cockpit ihrer“ LaLaguna“ zum Kaffee. Beeindruckt vom Wellengang und den Schaukelbewegungen der Menhire gebe ich für die Rückfahrt Sturmsegel vor. Später ärgere ich mich ein wenig – Normalsegel wären auch verträglich gewesen. Der Wind hat leicht auf West gedreht, doch die Schiffe werden Richtung Brücke abgetrieben – so werden sie auf die letzten Meter geschleppt. So sitze ich Stunden später – der Rücken durch den Seegang gemartert – im Büro. Da sehe ich, dass drei Boote noch verholt werden müssen – es ist Meikes Crew, die hier noch etwas dazulernen muss.

18.06. Windreher und Böen!

Am Sonntag erwartet die Schüler ein zickiger Südwester. Am Vormittag erreichen wir noch einmal Vollbetreuung. Dennis übernimmt die Gruppe von Markus, ich steige an Bord von Maddel’s Crew – erkläre noch einmal das Spiel der Windfäden in der Fock. Der Dreieckskurs beginnt mit einem Raum- bis Vorwindkurs, durch die Winddreher sind Halsen unvermeidlich – grobe Ansage: Segel auf und Kopf runter. In der Kreuz werden sie gefordert, die Böen spielen dabei unvermittelt ihren Tusch. Für die Ausbildung eine der schwierigsten Ausgangslagen, deshalb muss ich die Leistungen vor den Augen der Schüler ausrichten: wenn Ihr es grob schafft, den Kurs zu segeln und heil am Steg ankommt, seid Ihr gut. Alle Schiffe segeln selbstständig, Henning und Volker gehen aber als Beruhigungspille noch einmal an Bord.

Parallel macht Gelbfieber seinen ersten Ausflug, sucht später seine Boje. Gerd und Stanzerl versuchen sich auf dem Laser. Später ziehe ich mit Henning, Dennis und Stanzerl zur Seebrücke. Dank Fußball ist es sehr ruhig. Auf der Wulfschen Veranda beenden wir den Abend.

20.06. 38 Schüler!

Die Segel-AG läuft mit 26 Leuten ein, zwei Grundscheinler kommen noch hinzu. Maddel ist verunfallt, sein Fahrrad hat ihn abgeworfen. Glücklicherweise kann er noch die Theorie machen. Ich versuche, einen Termin für ihn bei Feldhoff zu machen, kümmere mich gleichzeitig um die Verteilung der Schiffsführer: Claus, Dieter, Volker, Markus, Dennis, Holger nehmen sich der Neulinge an, während ich die Fortgeschrittenen im Freisitz versammle. Mit einigen Möwen und einem Menhir geht es Richtung Dalben, wo der böige Südwester in die Segel bläst. Nachmittags reist Meike mit den Sozialpädagogen an – neun Mädels sitzen vor der Tafel. Und – welch Freude: Dennis, Claus und Volker nehmen mir die Praxis ab. Gemeinsam mit ihnen sitze ich abends auf der Veranda.

Der Dienstag wird noch windiger, die Böen nehmen zu. Meikes Gruppe ist leider nicht sehr motiviert, sie werden keinen Grundschein ablegen und vielleicht einen Mädeltag am Strand geniessen. Es sind aber auch schwierige Wetterbedingungen. Meine Gruppe segelt eine kleine Regatta zur Osttonne, das Motorboot der Segel-AG begleitet uns.

17.06. Gelbfieber und Gewitter

Annabell segelt mit Markus ihre Prüfung unter den Augen von Dennis. Cata und Christian kümmern sich um „Carstens yellow dream“ – er ist wieder da und liegt am Steg. Bernd und Dennis gliedern sich ins technische Support-Team ein. Stanzerl schaut mitgenommen aus der Wäsche, nachdem sie „Daisy“ mit einem neuen Unterwasseranstrich versehen hat. Im Schulungsraum sitzen 15 Neulinge, die auf sechs Menhiren dem Wind auf die Spur kommen sollen. Erfreulich: zwei neue Schiffsführer von Fehmarn – Edu und Markus helfen mit der gewohnten Crew um Maddel, Volker, Dieter, Henning, die Ausbildung an zu schieben.

Post von Maik: 26 Grundscheinprüfungsbögen zum Korrigieren. Eine Wiederholung – doch fallen wieder sieben Leute durch. Die Führerscheine müssen vorbereitet und gestempelt und die Passbilder den Personen zu geordnet  werden, weil die Beschriftung nicht immer eindeutig ist. Es fehlen noch Daten.

Es liegt in der Luft – Dieter hat es schon angekündigt – ein Böenkragen kündigt ein kurzes Gewitter an. Gerade zum Ende der Ausbildung werden die Crews geduscht. Im Motorboot nähere ich mich einem Menhir, der noch weiter vom Steg entfernt ist. Maddels Crew, klar, dass er sich nicht abschleppen lassen will. Nachdem alle Boote verholt und vertäut sind, Gelbfieber ein neues Bugstrahlruder hat, erlaben wir uns an einer leckeren Tomatensuppe, bevor die Karten sprechen. Acht Böcke müssen abgearbeitet werden – so klingt der Abend aus.

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