14.07. Helgas Klasse macht sich (bei gewissen Verlusten)

Auch am Dienstag brist der Wind wieder auf. Teilweise segeln die ersten Crews selbstständig. Doch dann gibt es einen Vollcrash: ein Menhir rast im rechten Winkel auf den Steg, der Rumpf platzt auf einer Seite im vorderen Bereich auf. Ein zweiter Kandidat landet mit Extremruderlage an der Mole. Aber das gehört zu unseren schmerzlichen Erfahrungen.  Die Anlegesituation schwierig, da der Wind fast aus Stegrichtung kommt, sie müssen längsseits anlegen. Abends sitze ich mit Kea, Ina und Heiko beim Doppelkopfberbringspiel. Ein zarter Samen wird gelegt, der gepflegt werden will. 

Glücklicherweise lässt der Wind am Mittwoch etwas nach, bald schon sind die Sturmsegel zu klein für das Angebot. Nachmittags findet das Kentertraining großen Anklang. Niklas leitet vom Motorboot aus. Bei seiner Methode geht er davon aus, dass kein Kenterball gefahen wird, deshalb schwimmt einer sofort zum Schwert, während der andere den Mast stabilisiert, erst dann wird geklettert. Mit Stanzerl, Bettina und Heiko kehren wir beim Chinesen ein.

Am Donnerstag starte ich wieder früh zum Walken. Es ist wunderschön, um 0430 Uhr stehe  ich an der Brücke der DLRG-Station, um zu erleben, wie sich die Sonne bei schönen Rahmenwolken aus dem Meer erhebt. Zwei große Kaninchen begegnen mir, es wird schnell warm, ein Stück walke ich am Strand, dann bin ich wieder am PC, um meine Fotoschätze zu sichten. Die Schüler brechen mit Helga, Maddel und Niklas Richtung Dalben auf. Auf dem Rückweg gibt es Arger: ein Mitarbeiter des Tonnenhofes pöpelt die Leute an: ihre Fahrweise würde den Verkehrsfluss stören. Da werde ich wohl mal ein klärendes Gespräch führen müssen, das wird schwierig. 48 Jahre Erfahrungen mit Kreuzen in der Fahrrinne ... am liebsten würde ich mit denen mal auf den Menhir gehen, damit sie die Situationen richtig einschätzen können. Wie aber soll man so wichtige Leute von ihrem Podest holen, so dass gemeinsame Lösungen gefunden werden können. Das andere Problem: unser Motorboot für die Seeausbildung ist ausgefallen – der Hydraulikmotor ist kaputt. Es kann lange dauern, nächste Woche bräuchte ich das Boot. Notfallplan: Steuerschüssel oder Long-Boat.

Am Nachmittag frage ich noch einmal nach, wie viel Schüler Prüfung für den Grundschein machen möchten, es sind dann doch 19 Personen. Ich bereite die Scheine vor, drucke zweimal Passbilder aus. Stanzerl hilft mir die Hüllen vorzubereiten. Abends spielen ich mit Stanzerl, Matthias, Jean und Dennis in meinen Geburtstag hinein, der mit Torte und Kuchen verinnerlicht wird. Herr Dennis nimmt sich der Prüflinge an, während ich vier neue Schüler an der Tafel einweise und dann an Dieter übergeben kann. Gegen 13 Uhr können wir dann die Grundscheine unter das Volk bringen. Unter großem Applaus wird der vielen helfenden Hände gedacht. Sie räumen sehr gut auf, allerdings nehmen sie auch aus dem großen Schlafraum zwölf Schonbezüge mit. Dann beginnen die Vorbereitungen für das kleine Fest.

10.07. Klasse-Helga erster Tag!

Auf acht Schiffsführer werden 28 Personen verteilt. Bei zum Teil heftigen Böen können sie nur eingeschränkt segeln.  Einige Menhire segeln lediglich mit dem Sturmgroß, die Schüler können teilweise die Schoten nicht halten. Manfred vergibt an Bord Punkte – die Schüler haben mehr als der Schullehrer ... Zuvor habe ich meine Schiffsführer versammelt und mit ihnen eine Kurzanleitung für die Ausbildung durchgesprochen. Dieter, Maddel, Niklas, Heiko, David, Ina, Helga und David sind im Einsatz. Ich überwache – bin Feuerwehr. Maddel organisiert die Schüler für das Aufslippen des Motorbootes, die Hydraulik funktioniert nicht - nun muss Boll ran.
Abends sitzen wir mit Bettina, Heiko im Freisitz bei dem Tischgrill von Stanzerl. Ina und Kea gesellen sich zu uns, sie wollen Doppelkopf spielen/lernen – wir vertrösten uns auf Dienstag.

Früh mache ich mich auf den Walk, sehe die Seevagabunden wieder im Hafen liegen, vor einem großen russischen Frachter, auf den schon eine ganze Armada an LKW’s wartet. Der Sonnenaufgang vollzieht sich hinter einem Vorhang von Wolken – es ist recht kühl. Der Wind dreht später auf Ost und  wird handig für sieben Menhire und eine Möwe.

08.07. Wind und Wellen!

Die Badeplattform entfällt beim morgendlichen Walk. Die Wellen brechen sich an ihr. Im Hafen treffe ich auf eine finnische Yacht und eine große Ketch aus Cuxhaven – schön, dass wieder mehr Yachten im Fischereihafen liegen. Neben dem Wassersportzentrum am Binnensee ist ein Kunstmarkt aufgebaut, den ich am Vormittag mit Stanzerl besuche. An einem Stand mit Spezialitäten aus Österreich erstehen wir Käse, ein Stück Speck und eine kleine Salami – der Preis von 43 € öffnet mir allerdings die Schuhe. Eine bunte Vielfalt: florale Knöpfe für Schubladen und Schränke, Keramikblumen, Holzkunst, Geflochtenes aus Korb, Feuertöpfe mit ägyptischen und asiatischen Motiven, verzierte Schemel .... Stanzerl ersteht einen geflochtenen Schuh, in den Blumen gepflanzt oder Kleinigkeiten aufbewahrt werden können. Über die Fischerstraße, in der wir noch einige wirklich schöne Fassaden bewundern, gelangen wir auf den Markt, wo wir Pfifferlinge für das Abendessen kaufen.

Niklas macht für vier Schnupperleute die Einführungstheorie, Dieter übernimmt die Praxis – nur unter Sturmgroß segeln sie bei Starkwind an ihrer Grenze. Eine Schülerin und Dieter bekommen den Großbaum auf den Kopf, ein Schüler hat beim Bergen vorzeitig das Großfall gelöst. So kann ich die Zeit mit Stanzerl verbringen. Nachmittags gehen wir zusammen mit Bettina und Heiko zur Steilküste, die neue Spuren der Regression aufweist. Neue Mauerteile liegen am Strand, neue kleine Erdrutsche und am Rande stehende Sträucher, kurz vor dem Absturz. Weiße Schaumkronen durchziehen das Blau der Ostsee, darüber spielen die Möwen im Wind. Entspannt kehren wir in die Segelschule zurück.

Merle hat noch einen Geburtstagskuchen für Niklas gebacken, Stanzerl zaubert vor dem Risotto noch ihre leckere Tomatensuppe. Zuvor serviere ich auf Bettinas Wunsch Aperol-gespritzt, sie steigt dann auch in Sphären der Lustigkeit auf. Wir sitzen mit der übrigen Gemeinde am Tisch, Ina und Kea greifen zur Klampfe ... so endet der Tag.

09.07. Prüfung und Traumwetter!

Sie segeln wieder. Heiko führt mit freudigem Stolz seinen Zugvogel aus und Stanzerl reitet ihren Springbok. Axel ist von den seglerischen Leistungen der Prüflinge begeistert, so gibt es auch zum Abschluss einen kleinen Zaubertrank. Leon, Frank und David erhalten von mir ihre vorläufige Bescheinigung. Steffi und Gert wollen das Wetter ebenso geniessen, segeln mit der Möwe zum Dalben. Stanzerl macht vor dem Steg Kenterversuche mit ihrem Contender. Ein Verleih – der Bruder von Lale mit Frau – sie bekommen einen Menhir, den später Niklas mit seinen beiden Freunden übernimmt. Gegen 17 Uhr trudelt die Schulklasse von Helga ein. Acht Zelte werden aufgestellt – es verläuft alles relativ ruhig. Ein sonniger Traumtag geht zu Ende.

07.07. Eine ruhige Woche!

Niklas betreut seine kleine Crew. David versucht sich auf einem Laser. Am Mittwoch bezieht sich der Himmel – der Sommer macht eine kleine Pause – Drei Menhire brechen auf Richtung Fehmarn, dabei ein Clubmitglied aus Thüringen mit Frau und Leberwurst.
Am Donnerstag beginnt die Motorenausbildung, leider vermeldet Maddel, dass die Hydraulik nicht mehr funktioniert – das Boot muss raus. Mit der Binnen-Theorie bin ich durch.

Am Freitag kleines Fotoshooting: Hardy und Maddel in einem letzten Laserduell bei kräftigem Westwind. Dann kommt Niklas auf mich zu, der seinen 20igsten Geburtstag feiert: seine Crew möchte PüB üben, Maike will ins Wasser fallen. Wieder bei uns: Bettina und Heiko, die sich auch gleich um die Pflanzen kümmern und ein lecker Essen zaubern, so wird Stanzerl auch gleich richtig empfangen.

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