03.07. Ein neues Haustier!

Das habe ich davon :), bitte ich doch Dennis eine Überraschung von Fehmarn mitzubringen. Ein Gockel ziert nun meine Wendeltreppe. Sonst ein sehr ruhiger Montag, das Paar, das sich am Tag zuvor für einen Schnupperkurs interessiert hat, ist nicht gekommen. Niklas übernimmt Maike, sie hat vor 10 Jahren einen Grundkurs bei uns gemacht, sowie die drei SBI-ler: Frank, Leon und David. Sie sollen am kommenden Sonntag ihre Prüfung ablegen. Ab 16 Uhr spreche ich mit ihnen die Segelphysik durch. Später sitze ich auf der Terrasse und beobachte Maike auf dem Ruderboot von Jan. Sie zieht die Teigschaber gekonnt durchs Wasser. Hardy und Maddel kommen von ihrem Laserausflug zurück. Ich vertiefe mich wieder in den neuen Schätzing: künstliche Intelligenz und Parallelwelten.

02.07. Sie haben sich Mühe gegeben!

Meine Prüflinge zaubern seekartengerecht blaues Wasser und grünes Watt, Kokosflocken symbolisieren die Wellen. Eine Phalanx aus Franzbrötchen mit Windsymbolen bläst auf eine Armada aus Blätterteigsegelschiffchen mit Pizzafüllung in einem Fahrwasser aus roten Tomaten – gelbe sind für die Schutzgebiete ausgelegt – und grünen Gurken. Selbst eine Fahrwasserspaltung und –vereinigung wird dargestellt. Stege – leckere Brownies – werden von einmastigen Booten mit Schokoladensticks belegt. Diese dienen auch als Ruderriemen auf Schiffen mit Aprikosenteilen und Gummibär. Schließlich thront am Fluss noch ein mit Fahnen geschmücktes Segelhaus – ein Topfkuchen. Abgerundet wir dieses Feuerwerk der Fantasie mit den gebackenen Knoten.

Dann muss die Prüfung ja gut laufen: mit Jan stehe ich am Stegkopf, höre die nun endlich gelernten Ablegekommandos – selbst die Vokabel „absetzen“ kommt, wenn auch manchmal leicht holpernd über die Lippen. Hatte uns der Vormittag noch mit einem stetigen Ostwind verwöhnt, nimmt er nun wieder seinen leicht zickigen Charakter auf: Drehungen, leicht aufbrisend, dann wieder nachlassend. Unsere liebe Laura schafft es dann auch, die Prüflinge in Ausweichsituationen zu verwickeln. Axel beginnt parallel mit der Motorprüfung. Meine Risikokandidaten spülen ein emotionales Element in den Ablauf. Endlich kommen wir zu feierlichen Verkündung. Die vorläufigen Bescheinigungen des DSV sind nicht mitgeliefert worden, so bin ich froh, den Schülern meine Bestätigung mit Passbild und Führerscheintasche von Axel überreichen zu lassen.

Zwischendurch schneit Merle herein, wie von Zauberhand liegt auch Michel plötzlich auf dem Rasen. Steffi erkundet die Seebrücke. Es gibt auch einen Topfvielfraß und einen Blutfuß, der beim Leichtern eines Menhirs entstanden ist. Eine neue Schülerin reist an und ein Paar meldet sich noch zum Schnupperkurs an, Dennis als Ausbilder wäre ihnen genehm. Endlich haben Stanzerl und ich ein wenig Zeit füreinander, sitzen letztendlich am Steg bei Sonnenuntergang, ein Gläschen Poesie in der Hand.

27.06. Zwei schöne Tage!

Mit Martha, Hanno und Finn segle ich zum Dalben. Eigentlich wollen wir BüB üben, doch ich muss einen Gang zurückschalten, weil sie den Am-Wind-Kurs noch nicht richtig halten können. Ich beauftrage den Vorschoter, die Korrekturen an Hand der Windfäden durchzugeben. Doch der Wind ist zu stark, Martha kann die Schoten nicht halten. So erkläre ich Hanno den doppelten Schotstek, um die Ankerleine am vorderen Festmacher anzustecken. Erst bergen wir die Fock, dann nähern wir uns dem Ufer und werfen Anker. Mit den Sturmsegeln läuft es besser, wir trainieren sogar die Halse. Nach der langen Rückkreuz mit Gegenverkehr auf Höhe der Werft landen wir am Steg. Anette wartet auf ihre Segelphysik – es wird ein Stück Arbeit. Die Kinder fragen, ob jemand Pfannkuchen haben möchte, müssen dann aber bei Annette nachfragen, wie das geht. Später erkläre ich Martha den Bootsmannsmaatenknoten, zeige den Entfesselungstrick und dann spielen wir Activity im Freisitz, binden auch Volker mit ein.

Am nächsten Morgen treffe ich im Hafen auf eine große Ketch aus Norden, die Haithabu – sie dient dem Küstenschutz und wird auch zur Kampfmittelräumung eingesetzt – und die Franzius aus Bremen, ein Plattbodenschiff über 20 Meter lang. Der Tag beginnt bedeckt, erst nachmittags bricht die Sonne durch – es gibt wieder T-Shirt-Wetter. Niklas hat die Ausbildung übernommen, neben unserer netten Kindercrew bereiten sich Nico und Annette auf die Binnenprüfung vor. Mutter und Tochter machen einen Auffrischungskurs. Ein Koch aus Weißenhaus war nur Gestern da, er kann immer nur einen Tag in der Woche, das wird sich wohl bis September hinziehen. Niklas kommt gut bei den Schülern an, meine Wochenenddamen wollen nur noch mit ihm Motorboot fahren. Bei Martha, Hanno und Finn nehme ich eine Grundscheinvorprüfung ab, später werde ich noch Theorie mit ihnen durchgehen. Die Passbilder habe ich schnell gemacht, die Scheine vorgeschrieben, damit Morgen die Stempel trocken sind.

Annette kommt: ihr Vorschoter mag nicht mehr, ob ich Zeit und Lust hätte. Im Prinzip schon, allerdings wollte ich auch beim Kentern Bilder machen. Da der Wind in den Bereichen der unteren Damenbrise weht, zeige ich ihr in Kurzform, wie ein Menhir alleine zu händeln ist. Sie setzt es um, während Niklas das Kentergeschehen am Floß ausrichtet. Vom Steg aus versuche ich, einige Fotos zu schießen. Am Abend richtet Matthias den Menhir her, damit wir mit Volker und Jean bei Windstille und Sonnenuntergang Doppelkopf spielen können.

01.07. Wochenausklang

Nachdem unsere drei Lieblingsschüler abgereist sind, schrumpft die Anzahl der zu Betreuenden auf Mutter und Tochter sowie zwei Binnenleute unter der Regie von Niklas. Der franzbrötchenbewehrte Rasenmähermann ist da, tut ein gutes Werk. Maddel nimmt sich die einen Opti vor – die ersten Kurse sind für den 16. Juli geplant. Der Wind ist mäßig, kurzfristig brist er auf, nur, um angesichts der schnell gesetzten Sturmsegel wieder zu schwächeln. Diese Zeit nutzen Maddel, Hardy und Volker. Cata, Christian und Dennis rüsten Gelbfieber auf, genießen die Wiederbelebung von Carstens Traum.

Auf einem Motorroller läuft ein Haufen Elend ein: den Tränen nahe fragt er nach seinem Boot. Es ist nicht mehr da ... gestohlen!! Ein Anruf bei der WaPo bringt nix. Später wird sein Boot auf dem Graswarder entdeckt, wir sollen ihn hinfahren. Ich weigere mich mit Hinweis auf das Naturschutzgebiet, ohne Genehmigung läuft nichts. Am nächsten Tag – ich habe gerade Kundschaft – steht er vor der Tür – er habe jemanden von der Nabu am Telefon. In seiner Scheuklappenwelt existiert nur sein Problem. Widerwillig gebe ich Volker die Erlaubnis das inzwischen aufgelaufene Bergetrio hinzubringen. Zwei Kästen Flens sollten wohl drin sein – er gibt dann ein kleines Geld, das nicht für einen reicht. Ich ärgere mich über die Bootseigner, die illegal außerhalb meines Bojenfeldes liegen, die Wasser- und Schifffahrtsdirektion unternimmt hier nix. Henning und Mattis sind eingelaufen. Abends zaubert die Gemeinde Nudeln und Rindfleischstreifen ....

Der Samstag gehört den Prüflingen. Parallel weist Volker Leon und Frank – zwei neue Binnenleute ein.
So hat Niklas einen freien Tag. Der Wind ist schwach, belebt sich kurzfristig, um dann wieder weg zu blubbern. Dazu kommen Winddreher – ich leide mit den Schülern. Vom Steg aus kontrolliere ich ihre Kurse, überlege, was ich noch verbessern soll, wo ich es lieber laufen lasse, um sie nicht zu verwirren. Es hakt noch an einigen Enden, die Nerven kommen an die Oberfläche ... doch sie halten durch. Gelbfieber geht auf Törn, Stanzerl und Steffi auf Kajaktour. Gegen 16 Uhr gehen wir noch einmal auf das Motorboot – auch hier zeigen sich noch Unsicherheiten – die Sonne scheint mit Kraft – so bin ich abends durch mit Schicht.

Da die Schüler ihre Scheine erst später von der Bundesdruckerei zugeschickt bekommen, erstelle ich vorläufige Bescheinigungen, die der DSV inzwischen auch für 15 € herausgibt ..... Die Gemeinde will ins Tomatsu zum Essen – ich habe keine Lust .... sie fahren mit dem Longboat in den Yachthafen. Gerade als ich entspannt mit meinem Tolino auf der Terrasse sitze, wollen sie mich zum Sonnenuntergangstörn auf Long-Boat überreden – ich ziehe meine Entspannung vor – ob sie mich verstehen??

25.06. Wetterwechsel!

Böen bis 8 Bft sind vorhergesagt.  Sechs Leute von Well-Sailing und drei Jugendliche sowie Annette, eine neue SBI-Schülerin -  wollen von Dieter und Volker besegelt werden. Nach einem längeren Theorievorlauf starten sie mit Sturm-Groß. Vorteil: traumhafter Wasserstand. Nachmittags kommen Jan und Julian – sie wollen uns unbedingt das Unterwasserschiff des Grünen zeigen. Abends Theorie mit Martha, Finn und Hanno. Erstere leben seit einem Jahr in Jordanien.

Am Sonntag kommen Eva, Andrea und Ulrike hinzu. Niklas läuft ein, er übernimmt gegen 16 Uhr die zweite Schicht Motorenausbildung. Im Freisitz berate ich eine Frau, die mir ihre fünf Führerscheine präsentiert: sie will endlich auf der Jolle segeln lernen ... eine Dame aus Heiligenhafen möchte eine Motorbootstunde nehmen – nein, Segeln wäre nix mehr für ihre Knochen ... Die Großeltern der Dreiercrew kommen auf Besuch – sie haben Segelvergangenheit ... später spielen sie mit den Kindern Canasta. Die Sonne scheint wieder: ein Hauch von Sommer kehrt zurück.

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