31.08. Prüfung

Jetzt ist die Prüfung zu Ende gegangen. Bilderbuchwetter. Der anfänglich noch starke Nordwester hat sich abgeschwächt. 17 Schüler haben sich vor Ullis und Heikos Augen der Segelprüfung gestellt. Eine Person ist leider wegen BüB durchgefallen. In der Theorie und auf dem Motorboot ging alles klar. Eine liebevolle Schnittchenpräsentation rundete das Bild ab. Gestern noch Fastflaute, obwohl der Wetterbericht mit Böen bis 7 Bft drohte. Diese kamen aber nur ganz kurz gegen 16 Uhr, um dann in einem unendlichen Pladderregen zu weichen. Zeit genug, um einige Laser wie die Fliegen fallen zu sehen.

Im Rückblick eine durchwachsene Woche, die durchaus ihre lichten Momente mit strahlendem Himmel und frischen Winden hatte. Die Gleiter wurden bei Maddel von Hobbit und Bernd unterstützt. Folker wollte lieber bei seiner Gruppe bleiben, wurde dann aber Opfer einer Erkältung. So haben Ina, Julian und ich die Schüler übernommen. Doch Folker wirkte durch die Gruppe hindurch: Orga hat seinen Sinn – die Ordnung war schon eine ganz andere als bei der Gruppe zuvor. Unsere Neuzugänge sind von Ina und Julian gut vorbereitet worden: eine Mutter aus Landshut mit ihrer Tochter, ein Herr, der schon in England einen Grundkurs gemacht, nach seiner Meinung hebt sich die Ausbildung hier deutlich positiv ab; ein junges Pärchen, das wohl von Thomas Weskampf empfohlen wurde, und zwei Dresdner für einen Auffrischungskurs. Sie alle durchlaufen das Kentertraining. Mir fällt die Theorie morgens, mittags und abends zu. Doch nach der Segelphysik haben die Binnler keine Fragen mehr.

Am Dienstag sitzen wir noch mit Jean, Andrea und Daniel beim Doppelkopf im Freisitz ... In der praktischen Ausbildung fällt mir auf, dass die Halsen nicht rund laufen – doch mit der Übung wird es besser. Die Bescheinigungen werden vorbereitet: Nicht alle wollten eine haben, doch nur einigen aushändigen geht nicht, so suche ich für die Leute, die sich nicht fotografieren lassen wollten, Bilder vom Mann mit Südwester, um ein wenig Humor in die Sache zu bringen. Auch unsere Französin bekommt ihren Nachweis in ihrer Sprache – dank Google. So geht der Tag zu Ende.Heiko, der schon Gestern angelandet ist, übernimmt die Grundscheinprüfungen. Im Abendlicht bildet er ein schönes Abschlussbild für diesen Tag.

25.08. Osnabrück und Illmenau!

Der Südwester ist zurück. Ich mache morgens, nachmittags und gegen 16 Uhr Theorieeinheiten. Dieter führt unsere Bayerncrew in die Motorpraxis ein, die ansonsten von Nele geführt wird, Volker hilft im Hintergrund. Folker führt mit Julian und Bernd die Grundausbildung.

Am Dienstag hilft mir Jojo bei der Airbuscrew – sechs Meister an Bord des Long-Boats – wenig Wind aber schöner Sonnenuntergang. Wir erreichen die Osttonne, allerdings ist das Bier schon leer, zu gering habe ich den Verbrauch kalkuliert und der Rest Portwein wird auch noch mit Rasmus geteilt. Mein Bootsmann – Jojo – bewährt sich hervorragend. Ich verteile Ferngläser und eine Seekarte, um die Crew einzunorden. So legen wir nach etwas mehr als zwei Stunden am Steg an. Hier erwartet uns schon Michael, der Grillspieße und Minutensteaks neben drei Salaten und einem Kasten Budweiser serviert. Sherry, Schlangenschnaps und Botucal wird gereicht. Der Michael mischt diesen doch tatsächlich mit Cola .....

Am Mittwoch geht die Schülerschar baden, ich weise auf das Möwehandling hin, stelle den Zusammenrolltisch vor ... Abends kommt Dennis, er führt am Donnerstag das Long-Boat für die Fehmarntour, bei schwachem Wind hin und bei zurück im Schlepp. Abends Doko mit Andrea, Jean, Dennis und später Volker, der mich ablöst, weil die Müdigkeit sich breit macht. Insgesamt läuft diese Gruppe viel ordentlicher als die Woche zuvor, was bestimmt auch an Folkers Orga liegt. Im Hintergrund quetsche ich Dosen, komprimiere den Müll, hänge die Wäsche ab und räume den Waschmaschinenraum morgens leer, dann versorge ich die Klos mit Taps ... Zwischendurch immer wieder Anfragen für einzelne Kurse.  Zum Theorieunterricht erscheint auch Christopher, der Koch aus Weißenhaus, im Gepäck ein Kuchenblech, weil bei ihm Auszubildende eine Prüfung ablegen, deren Ergebenis wir uns munden lassen.

Am Freitag kommt auch Thomas H. mit seinem Sohn, sie wollen auf ihrem Menhir übernachten. Tagsüber ziehen Regenschauer durch das Revier. Maddel und Moritz sind mit ihren Leute auf Menhir uns Sturmsegel im Dalbenrevier, Böen bis 6 Bft. Dann plötzlich erscheint Julian bei mir, sie haben ein Handyanruf bekommen, sie wollen zur Unterstützung mit zwei Motorbooten rausfahren. Bange Zeit verstreicht, dann kommt die leichte Entwarnung: Wante gerissen, auch ein zweiter Menhir zeigt Auflösungserscheinungen im stehenden Gut. Besorgt resümieren Maddel und ich: die Riggs wurden alle nach dem Brand vor zehn Jahren neu gemacht - wir müssen sie alle neu checken. Auf der Terrasse planen wir den Iran, Stanzerl will mit mir dort im November hin, weil es im Frühjahr zu kalt ist. Dennis bucht dagegen schon unsere Flüge nach New York und hat eine schöne Unterkunft in Queens gefunden.

20.08. Studentenkurs

Lorenz und Jannis führen die Ausbildung in die Woche. Unterstützt von Nele, Laura, Jan werden die Schüler an das Segeln herangeführt. Dieter macht die Motorenausbildung. Am Freitag nimmt Volker die Prüfung bei einer Familiencrew ab: ein Junior- und drei Grundscheine sowie Teilnahmebestätigungen für zwei halbtägige Kinder.

Am Mittwoch kommt es noch einmal zu einer schönen Fehmarntour, begeistert kommen sie zurück. Die Segellehrerbesprechungen kommen gut an. Wir sind mit Hilfskräften gut bestückt – es gilt sie nur richtig zu führen. Probleme gibt es mit der Ordnung. Zuviele Dinge bleiben einfach liegen, zwingen Andere zu Aufräumarbeiten. Zweimal räume ich den Waschmaschinenraum rigoros leer. Die Wäscheständer werden ausgemustert, zu schnell ist der Raum vollgestellt, Übersicht nicht mehr möglich. Ich übe mich weiter im Wäsche aufhängen und abnehmen….Inzwischen hat sich herausgestellt, wer die schweren Eisenruderköpfe in den Conainer mit den gelben Säcken geworfen hat; und wer einen nassen Pulli über eine kalte Heizung in einem dunklen Raum wirft, wo weder Wind noch Sonne ihr Trockenwerk verrichten können.Nur zweimal in der Woche mache ich oben bei mir Theorie – Fragestunde/Begriffserklärungen und Zusammenhänge.  Abends sitzen wir mit Tine, Henning, Ronny und Stanzerl auf der Terrasse – eine anstrenged Diskussion über Privat- und Kassenpatienten läuft vom Stapel – ich nehme meine Hörhilfen ab!

Am Samstag fordert zickiger Südwest die Crews heraus. Als Schauspiel gibt es Scharen von Vögeln, die über dem Graswarder aufsteigen. Ich übernehme die Prüfungsvorbereitungen, korrigiere die Anleger ... es gibt ein Gewusel am Steg, da noch vier SBI-ler dazu gekommen sind. Nele ist mit einem Menhir unterwegs, auf dem ein Ehepaar einen eintägigen Auffrischungskurs machen will, sie äußern sich später sehr positiv über ihre Schiffsführung. Bei ihr mit an Bord – ein weiterer SBI-ler ... Dazu kommen einige Leihboote – so sind am Ende die Nerven der Prüflinge angespannt. Stanzeerl ist in Badelaune, hat sie schon am Vortag mit Tine zusammen die Wasseroberfläche bombardiert, so gibt sie Heute für Sabine und Lothar zunächst Einparkhilfe, bevor sie sich den Fluten hingibt.
Am Computer werden die Prüfungsbescheinigungen generiert, die Bootslisten vorbereitet. Abends gibt es heißen Stein mit Stanzerl, Moritz, Folker und Henning.

Am Sonntag hat sich die Windsituation etwas entspannt. Volker betreut den Übungskurs. Parallel laufen die Vorbereitungen für den Crewwechsel – die Schlafräume müssen vorbereitet werden. Mein Stanzerl läuft zur Höchstform auf, Daniela muss schnell arbeiten, Sanitärräume checken und säubern – ihre Tochter hilft. Die Prüfung läuft gut und schnell: Herr Cox und Ulli sind bis 15 Uhr fast durch.  Abschied von den Studenten, während ich mit Dieter bei einem kleinen Zaubertrank sitze. Dann treffen die Osnabrücker und Illmenauer ein – um 19 Uhr führen wir eine Hausbesprechung durch. Folker hat die Orga übernommen: zwei Wochen warten auf uns – die Jugend ist weg, jetzt haben die Alten wieder das Ruder in der Hand.

13.08. Wochenende

Das Wasser ist zurück, aber heftige Winde sind angesagt, deshalb versuchen wir die Anfänger optimal zu versorgen. Auf einen Schiffsführer kommen zwei Schüler. Jojo und Maddel betreuen 10 OSG-ler. Der Vormittag ist noch segelbar. Doch dann sollen Böen bis 8 Bft kommen, deshalb macht Jannis Gruppe Theorie, während drei Laser bald ihre Grenzen erfahren. Dafür zeigen sich tolle Wolkengebirge am Himmel. Unsere Spezialschülerin – Anita – kommt erst gegen Mittag. Wir beschließen, erst am nächsten Tag mit ihr zu segeln. Stattdessen besuchen wir mit ihr und Alf die Steilküste.

Am Sonntag hat sich das Wetter beruhigt: ich weise Anita ein, versuche in der Theorie Vorhandenes frei zu spülen. Mit Louisa geht sie an Bord, Stanzerl mit dabei. Schnell zeigt sich, sie kann Kurs halten und die Schräglage mit der Großschot im Griff halten. Louisa ist schon souverän, legt bei dieser Gelegenheit auch ihre Prüfung für den Grundschein ab. Laura ist zu Besuch, mit Ihr, Anita, Alf + Stanzerl machen wir ein gemeinsames Abendessen auf der Veranda. Unsere Studenten kommen gut vorwärts und wollen schon am Montag das Kentertraining auf der Möwe machen. Heike hat sich kurzfristig entschlossen, noch eine Woche zu bleiben und den Binnen-Schein zu bestehen. Mit in der Gruppe auch Lea, die schon einmal bei uns war.
Am Montag wandern dann fünf Leute zum Arzt, um ihre Atteste zu bekommen. So werden am nächsten Sonntag 14 Leute in die Prüfung gehen.

11.08. Die Woche!

  • Wo liegt der Koppelort – Der Schüler macht sich auf die Suche nach einer Ortschaft.
  • Warum ist die Besteckversetzung immer negativ – weil der Bindestrich negativ interpretiert wird ¦)

Drei Leute möchten plötzlich die See-Theorie in Lübeck ablegen. Nach einer kleinen Einführung in die Navigation lernen sie selbstständig. Der PA zeigt sich erstaunlich entspannt, nimmt die Kandidaten noch auf, obwohl die Papiere noch nicht vollständig sind. Maddel repariert bei großer Hitze Gleiter, laminiert unter der Maske im Inneren eines 470igers. Derweil führe ich meinen Komprimierungstanz im Container der gelben Säcke auf. Um der allgemeinen Unordnung Herr zu werden, räume ich den Waschmaschinenraum frei von privaten Dingen, nehme trockene Wäsche ab, stopfe Altkleider in Säcke … Am Dienstag  Abend noch einmal eine schöne Runde Doppelkopf  mit Anja, Ralf, Sören und Heaven.

Mittwoch -  leichte südliche Wind sind angesagt – noch einmal die Chance für einen Fehmarntörn. Es wird dann doch ein Anlieger bei Nordwest. Unter der Führung von Nils und Heaven: das Long-Boat – die Großschotführung hakt noch.

Am Donnerstag entscheiden wir, die praktischen Prüfungen vor zu verlegen, denn für den Freitag ist böser Wind angesagt. Stefan übernimmt die Rolle des Prüfers. Schon am Abend macht sich der Menhir von Thomas H. samt Grundbefestigung auf die Reise. Es ist dann nicht der Wind, der das Segeln vereitelt, es ist das fehlende Wasser, in kürzester Zeit fallen die Schiffe trocken, stehen die Schwäne im Wasser. Der Abend wird dann noch sehr schön, das warme Abendlicht zaubert wunderschöne Bilde in das spiegelglatte Wasser. Für das Wochenende sind viele Leute angesagt: zehn neue Jollenschüler und 12 OSGler.

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