22.07. Ende des ersten Piratencamps und Catas Geburtstag!

Der Samstag bringt Hitze, in den Räumen ist es kühler als unter freiem Himmel. Abschied nehmen von den Schülern. Ankunft von Jun – unserer Freundin aus China –. Gemeinsam mit ihr wandern wir bei einsetzendem Regen zur Pizzaria am Steinwarder, um dort mit Catas Eltern das Geburtstagsdinner einzunehmen. Unsere Jugendabteilung trifft ebenfalls ein, spendiert uns eine Runde Amaretto. Wir revanchieren uns – angedacht war Buttermilch – mit einer Runde Kakao. Bei diesem kleinen Spaß hat die Bedienung schelmisch mitgemacht.

Nach dem Gewitter kommt die Sonne wieder durch, wir schlendern zurück und verbringen noch einige Zeit mit den Anderen im Senioreneck. Jun hat es sich auf einem Menhir bequem gemacht, sie will auf dem Schiff übernachten. Als Gastgeschenk hat Stanzerl einen Fächer geschenkt bekommen, während ich den Himmelspalast als Metallmodell bekomme. Dieses muss allerdings zusammen gebaut werden und Jun übernimmt gleich diese filigrane Arbeit. Doch dann muss sie plötzlich nach Hamburg, eine Freundin landet dort aus England kommend – sie möchte sie kurz besuchen und Morgen wieder da sein.

Die neuen Piraten laufen ein. Nach der Hausbesprechung laufen sie mit den Motorbooten Richtung Hafen aus. Danach folgt das große Abendessen: Sazas (Sörens) berühmt Knoblauchfrikadellen auf der einen Seite und im Freisitz serviert Stanzerl ihre Melonennudeln. Ich ziehe mich zurück, während der Rest zum Feuerwerk und zur Geisterstunde im Stadtpark aufbricht. Die Nerven der Neupiraten sollten geprüft werden, leider verderben die älteren Nichtpiraten etwas den Spaß, hatten sich doch Cata, Stanzerl, Daniela und Christian als Eisbär, Pinguin, Zebra und Tiger verkleidet. Nachmittags besuche ich noch mit Christian die Ausstellung der Körperwelten. Auf dem Weg treffe ich noch auf meine beiden lieben Kinder aus Jordanien, die noch auf Stippvisite in Heiligenhafen sind.

20.07. Ein entspanntes Piratencamp!

Die ersten beiden Tage sind noch sehr windig. Meine potentiellen Gleiter verziehen sich auf Menhir. Claas und Jonah haben die Ruderanlage gut repariert, können jetzt den Grünen segeln. Am Mittwoch entspannt sich das Wetter – es gehen 5 Laser aufs Wasser, Nele macht die Einweisung. Melissa und Laura können jetzt alle Optis segel lassen. Caro, Lucia, Saza und Sören haben die Küche im Griff, Saza weckt morgens mit seiner Stimme alle, selbst Konstanze.

Am Mittwoch verfolgen wir aus dem Motorboot die Mittwochsregatta mit Start im Kommunalhafen. Gemalte Bilder in grassierender Flaute. Die Fehmarntour ist ein Windlotterie, doch er kommt und die Flotte segelt wohlbehalten zurück. Dani ist krank, doch bei Musik sind Lucia & Co. fröhlich dabei, das Bad zu putzen.

Der Freitag naht: Prüfungen. Es kommen zwei Theorieleute von Fehmarn, ein Prüfling aus Boltenhagen und zwei Mädels vom Wassersportzentrum Jesse – früher Malicke! Letztere haben ihre eigene Möwe und Motorboot mitgebracht. Bei uns sind es: Melissa und Laura, die ihre Theorieprüfung machen, Jonah, Silke und Paul mit dem Komplettpaket. Der Wind schwächelt, hält aber durch. Stanzerl betreut die Prüfer am Steg. Die Theorie ist erfolgreich in meinem Büro gelaufen. Parallel läuft die Fertigstellung des Piratenfilms – Uta hat schon vorgeschnitten, nun gilt es: Szenen kürzen, Ein- und Ausblendungen, Zeitlupen, Spiegelungen, Texte einzusetzen. Gegen 16 Uhr geht das Material in das Brennprogramm. Thomas, Haeven, Lucia, Melissa und Laura haben noch einen Titelsong aufgenommen, er wird neben anderen Shanties eingebaut. Beim Zaubertrank klöne ich im Anschluss mit Axel. Gegen 21 Uhr können wir den Film präsentieren und mit einem großen Grillen klingt der Tag aus.

12.07. Fehmarnfahrt und Luft raus …..

Maddel meint, da wäre wenigstens noch Wind. So stechen wir mit acht Menhiren in See. Mit Uta sichere ich auf dem Schlauchboot, während Franzi und Julian mit dem Long-Boat Begleitschutz geben. Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein, ein guter, mäßiger Wind bei großen Wellen. Nur zwei Menhire sind ohne Schiffsführer. Uta fährt ich sitze mit dem Gesicht nach achtern hinter ihr, habe immer wieder das Gefühl, mich festhalten zu müssen, da ich die Wellen nicht kommen sehe.  1,5 Stunden später legen wir an der Ostmole an. Einige Waldorfmägen haben die Überfahrt nicht vertragen. Sie nehmen den Landweg, denn die Eltern von Claas haben uns in Orth in Empfang genommen. Der Vater segelt mit uns zurück, im Auto ist kein Platz mehr für ihn. Die Rückfahrt geht noch schneller als die Hinfahrt, bis zur Kreuz im Fahrwasser, zwei Boote müssen wir in Kurzschlepp nehmen.
Wieder an Land erfahre ich das die Zahlen für die Menhirsegel fertig sind. Uta und Nele nehmen das Motorboot. Das Bekleben wird seine Zeit dauer, doch flugs organisiert Nele eine Schar von Helfern, noch vor der Nacht ist alles erledigt. Toll!

Am nächsten Tag herrscht schmaler Wind, die Motivation der Schüler sinkt, dann Wasserschlacht, die über die Grenzen hinausgeht: eine Schülerin fällt zwischen Steg und Bug ins Wasser – der Lehrer muss eingreifen. Nachmittags langes Kentertraining mit der einen Hälfte während die andere in Knotenkunde verstrickt wird. Abend gibt es noch unerfreuliche Luvanleger der Möwen mit der kulminirenden Meinung, daß Beidrehen ein probates Mittel sei.

Am Freitag ziehen die Schüler gen Steilküste. Saza ist erschienen, die Vorhut des Piratencamps. Vor Ort beginnt gegen 14 Uhr die Prüfung unter der Leitung von Axel. Drei Ostwindler sind dabei, diesmal bin ich informiert. Carla, Robert und René – unsere Grundscheinler -  werden mit versorgt. Sie sitzen zusammen mit der SBI-lern bei mir am großen Tisch. Nele hat vorher noch Scheine geschrieben. Danach beginnt die Praxis, Julian begleitet Axel. Dieter hat für das Nachprüfungsgespräch flüssig vorgesorgt. Mittlerweile entfalten sich am Steg die Vorbereitung für das Einspülen neuer Pfähle, ein Wigwam-Gerüst steht über der wunden Stelle, eine Spülpumpe wird mühsam zum Leben erweckt. Lothar, Peter, Ronny, Julian – sie alle helfen dem Projektleiter Dennis. Claas hat sich hervorgetan: die Bojen werden verräumt, eine Plane für die Landmöwe gebaut, am 505er geschraubt – jetzt im Abendlicht geht er mit Jonah auf Lasertour – der Ritt in den Sonnenuntergang. Währenddessen ist Stanzerl eingetroffen. Zuvor habe ich mit Anna-Lena den Ecuador-Film gesehen, sie geht für ein Jahr dort hin. Langsam trifft sich die Gemeinde. Morgen gibt es noch einmal drei Grundscheinprüfungen bei der Schulklasse; die tapfere Nele übernimmt zwei Schnupperschüler – ich kann Morgen relativ frei machen ...

16.07. Piratencamp löst Waldorfschule ab!

Drei tapfere Grundscheinler bei den Waldörflern dürfen ihren Erfolg feiern. Sie verbringen ihren letzten Tag am Strand ... Bei der Raumübergabe gibt es Probleme mit dem Mädchenzimmer – Sauberkeit und Abfallbeseitigung waren hier keine herausragenden Eigenschaften. Die Truppe wollte nicht wirklich vom Segeln überzeugt werden, obwohl die sympathische Leitung alles versucht hat. Gemeinsam chillen war wohl wichtiger. Mein Geburtstag kann ich ganz entspannt genießen: viele Bekannte und Freunde finden den Weg zu mir, zumeist klönen wir im Büro. Wolfgang hat wieder den Weg aus Berlin gefunden, Irene Tüschen gibt sich mit Mann und Tochter die Ehre …, da gilt es viel Geschichte abzugleichen. Ein kurzer Ausflug mit Stanzerl, Anita und Alf zur Seebrücke, dann folgen wir der Spur der Steine, von Dennis, Philipp, Lothar und Peter kommt ein toller Dokotisch mit Drehteller; mit Stanzerl geht es zu den Wiener Philharmonikern in der Elphi; Monika und Jörg, viele Aufmerksamkeiten in Wein und Buch ....

Das Piratencamp füllt sich – Caro, Lucia, Saza, Thomas, Sören und Heaven übernehmen das Kommando. Sazas Weckruf beendet selbst den Schlaf von Stanzerl. Am Montag – ich will gerade zu meinem Walk starten, sehe ich einen seltsamen Menschen Richtung Mole gehen. Ich verharre hinter einem Busch, bleibe aus seiner Blickrichtung, da biegt er beim Grogdenkmal auf unser Gelände ein, betritt den großen Raum und macht sich im Bereich der Kaffeemaschine zu schaffen. Ich stelle ihn zur Rede, er läuft aus dem Raum – ich folge ihm, stelle ihn noch einmal, frage ihn, warum er uns Butter, Bananen und Äpfel geklaut hat. Seine Unschuld beteuernd rennt er davon – von ihm geht keine Gefahr aus, es ist wohl ein „armer Hund“.

Später hat Maddel 26 Schüler im Raum, während meine Auffrischungstruppe 20 Personen umfasst. Vorraussetzung bei mir: sie müssen alle Kentertraining auf der Möwe gehabt haben. Mit den 20 Länderbojen haben wir Slalomkurs ausgelegt, allerdings werden sie desöfteren verschleppt, die Ordnung ist schnelle dahin. Nachmittags trainieren wir Ablegen, Halse und Anlegen. Der Wind wird wieder böiger .... Stanzerl macht mit anderen eine Fahrradtour. Abends sitzen wir mit Cata, Christian, Laura und Dennis an dem neuen Tisch, spielen das Geräuschspiel, das ich von Franzi und Julian geschenkt bekommen habe. Gestärkt haben wir uns mit griechischem Essen.

Dennis und Christian haben ja eine Werbefahrt mit dem Long-Boat in den Kommunalhafen unternommen. Leider haben sie dabei den Plural von „Max der Bruchpilot“ gebildet: Der Besan blieb an einem Schiff hängen, Fußbruch! Den ganze Tag haben sie gebastelt, jetzt ist es besser als vorher. Ich erinnere mich an ähnliche Situationen bei mir – das Gefühl der Peinlichkeit kenne ich zur Genüge. Laura und Melissa kämpfe bei dem Wind mit ihrer mehr als 10 Personen umfassenden Optigruppe. Jonah und Claas habe sich selbstständig an der 505er-Ruderanlage vergangen. In dem Wunsche, sie zu verbessern, haben sie sie nun außer Kraft gesetzt, damit ihr heutiges Tagesprogramm bestimmt. Luna und Franziska haben eine Möwekenterung erlebt, die ich am Steg stehend gar nicht mitbekommen habe. Birthe, auf einem Menhir unterwegs, konnte ihnen helfen. So geht ein ereignisreicher Tag zu Ende.

11.07. Ein ruhiges aber windiges Zwischenspiel!

Maddel frischt das Optischlauchboot auf. Julian und ich teilen uns die drei Schüler halbtägig auf. Das Wetter bleibt anstrengend, harte Böen gilt es zu parieren. Belinda und Laura wollen auch Motorboot üben. Zuweilen ziehen Regenschauer über die Bucht.
Am WE kommen vier Damen zum Schnupperkurs, die von Andreas besegelt werden. Jan hat Geburtstag, sein Bruder und seine Mutter sind gekommen, es gibt ein großes Frühstück. Lorenz, Jan und Nele gehen mit Kat und Schlauchboot ins Revier.

Am Sonntag bleibt die Wetterlage angespannt. Mit Simone und Katharina habe ich zwei neue Schülerinnen, wir nehmen Uta noch mit an Bord. Wir übernehmen den Menhir von Andreas, der wegen des harten Windes pausiert. Ich führe die Großschot, um die Böen abzufedern. Nach ein paar Up und Downs, gehen wir auf Vorwindkurs, um danach in die Kreuz gehen zu können. Beide haben schon Vorkenntnisse, die wieder an die Oberfläche gebracht werden müssen. Nachmittags tauschen wir die Crews, bei mir sind Petra, Maren und Gabi. Wir haben gute Stimmung an Bord, machen gegen 14 Uhr eine kleine Pause. Die Schulklasse läuft ein. Der erste Eindruck: sie sind wesentlich ruhiger als die Waldorfschule davor, sind aber auch nur 24 Schüler. Die Jungs sind in unseren Zelten untergebracht, die Mädels schlafen im großen Raum. Der Busch vor der Tür wird zum Bikinibaum. Im Inneren zeigt sich weibliche Unordentlichkeit.

Maddel übernimmt den Unterricht, unterstützt von Stefan, Nele, Andreas, Julian, Michel, Manfred. Claus übernimmt Simone, Gabie und Uta. Mit Jona, Claas, Linn und Katie veranstalte ich eine Einweisung zur Ausbildung. Es zeigt sich, alle können segeln, doch die genaue Performance der Manöver schultechnisch vormachen, fällt ihnen schwer, da sie ihre eigene, unbewusste Methode haben.

Am nächsten Morgen sitze ich mit Nele, Franziska und Jona im Motorboot. Katie und Linn übernehmen eine Crew von Mädels. Es hat wohl nachts Wanderungen gegeben. Weibliche Schülerinnen sind Richtung Jungszelte geschlichen, sind vom Lehrer, der in einem der Zelte schläft, abgefangen worden. Franzi segelt mit Jona Prüfungskurs auf der Möwe, sowie realistisches PüB. Abends gehen Laser und der Grüne auf Törn, während ich auf der Veranda im Tolino lese .... Christian ist mit einem Freund vor Ort, um das Nest für Cata zu bereiten – irgendwie ähnelt es dem Blesshuhn das unter Denk-Mal brütet :)

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