02-08. Piratencamp 2 neigt sich dem Ende entgegen

Nils hat einen schweren Stand. Obwohl wir 21 Helfer haben, macht sich die Müdigkeit etwas breit. Das Wetter wird mit der Zeit unwirtlicher. Die ersten Tage gehen noch, Ausbildung bei zunehmendem Starkwind. Zwanzig Optikinder tummeln sich um die Insel. Neben Laura und Melissa helfen noch Till und Kilian. Birthe kümmert sich um die Sportbootbinnler,  Lorenz, Niklas organisieren die Junioren und Grundscheinler; Jan übernimmt die Auffrischler und Jona und Claas betreuen die Gleiter. Ich schneide die ständig einlaufenden Filmaufnahmen, Sofia schreibt die Scheine aus.

Abends habe ich zuweilen meine See-Schüler.  Der Starkwind paart sich leider mit dem Wasserstand, macht das Segeln zunehmend schwieriger. Saza bekocht tapfer die hungrigen Münder. Da kann nicht alles glatt laufen, es gibt Diskussionen, Entscheidungen und die Notwendigkeit der Deeskalation. Auch Stanzerl hilft in der Küche und bei der Piratenralley – unsere gemeinsame Zeit schrumpft leider.
Bei den Gleitern entstehen dramatische Situationen. Zwei 470iger mit Claas und Jona weichen wegen Wassermangel in die Dalbenbucht aus. Eine Saling bricht, Kenterung ... Das Motorboot schleppt gerade eine andere Jolle rein. Jan L. hilft, läuft aus und findet die zweite Gleitjolle. Noch einmal relativ gut gegangen, wir wollen unsere Lehren darauf ziehen. Wenn das Sicherungsboot das Revier verlässt, müssen die anderen im Flachwasser warten. Auf alle Fälle müssen sie zusammen bleiben, damit sie zu finden sind.

Am Freitag erscheinen die offiziellen Prüfer schon am Morgen, ohne Vorwarnung, planen wir doch die Prüfungen ab 14 Uhr, kann aber auch 16 Uhr werden. Unsere Jollen sind schon am Dalben, per Handy sind sie nicht zu erreichen.  So beginnt ein Prüfer mit der Theorie, während Edith mit Lorenz Richtung zweite Bucht aufbricht.  Parallel laufen die Optis, Junioren und Grundscheinler . Bis in den Nachmittag erstrecken sich die Prüfungen. Leider fällt eine Person in der Navigation durch, in seiner Aufgabe gibt es die Tonne 10 zweimal, er nimmt die falsche ...

Lucia wird für ihre 20jährige Treue und Hilfe geehrt. Wir überreichen ihr eine Schatzkarte, die sie zielführend umsetzt. Elisabeth, Lucia, Lorenz, Stanzerl und ich sind gerührt.
Die Piraten feiern ihren Abschied nach einer Einburgerung von Saza mit einem schönen Lagerfeuer. Inzwischen haben die lieben Helfer das Innere der Hütte in eine Kinderdisco verwandelt. So klingt der Abend aus.


Am Samstag – die letzten Piraten verlassen das Gelände – ein Rucksack bleibt einsam zurück – habe ich zwei neue Schüler; Khrystyna und Frank. Bei stark böigem Südwester üben wir die ersten Kurse. Am Sonntag – Nele ist eingetroffen – gehen fast alle Laser Richtung Dalbenbucht und Nordtonne. Mein kleiner Menhir mogelt sich dazwischen. Dabei entdecken wir einen Katamaran, der im Naturschutzgebiet geparkt hat. Die Segelschülerin hat mir eine Thermosflasche vom Beach-Hotel geschenkt, sie auch gleich mit Kaffee gefüllt, der hat auch geschmeckt, habe aber beim Auswaschen noch einen Beipackzettel im Inneren gefunden, der jetzt einen dunklen Braunton aufweist.

Der Montag beginnt ruhig – vielleicht zehn Schüler – das Wetter spielt wieder mit – sechs Jollen kreuzen in der Bucht.

26.07. Zwischenspiel am Wochenende

Die Familie Weiland mit Anhang, sowie Eduard und Nathalia versammeln sich vor der Tafel. Bei kräftigem Wind legen drei Menhire mit Birthe, Holger und mir ab. Bei mir an Bord auch Sofia, die in die Ausbildungsmethodik „Menhirsegeln“ eingeführt wird. Schon am Nachmittag kann ich meine Crew auf zwei Schiffe verteilen. Den Wind nutzen zahlreiche Laser und Gleiter. Moritz und Jan verbrauchen sehr viel Kraft um den 5000ender wieder aufzurichten. Zur Erholung kitet Moritz dann.

Am Sonntag übernimmt Sofia bereits ihr eigenes Schiff, weil Holger leider nicht kann. Es regnet immer wieder, zwischendurch Flaute, dann wieder leichte Brise. Gegen 13 Uhr machen sich dann fünf Menhire auf den Weg zur Dalbenbucht. Birthe auf der Steuerschüssel während ich Crescent führe. Bei mir an Bord der Vollmatrose Kilian, der das Steuern unter Motor trainiert, dann als Schiffsführer auf einen Menhir übergesetzt wird.

Bei den leichten Winden ist die Kreuz an der Werft ein Nadelöhr, durch den regen Schiffsverkehr sind wir sehr gefordert. Simon und Arendt sind allen davongesegelt. Ein Abschiedsgeschenk einer Schülerin – eine Schachtel mit Schokoladenstücken – die nehmen wir nun hervor und verteilen sie an alle Schiffe. Da taucht hinter uns eine bedrohlich Wolke auf – Gewitter droht. So müssen wir die Ausfahrt frühzeitig abbrechen. Doch insgesamt werden wir verschont. Ein Schüler erzählt Heute Morgen, der Blitz habe einmal im Binnensee eingeschlagen. Dafür kreiste das Gewitter wohl lange über Fehmarn. Die neue Woche ist wieder prall gefüllt. 20 Optimisten, jede Menge Grund- und Juniorschein Schüler, Auffrischler und einige Gleiter. Die Anzahl der Piraten ist mit 26 gleich geblieben….

24.07. Das erste Piratencamp ist zu Ende!

Die Crew, allen voran Lucia und Ulf, haben hervorragende Arbeit geleistet. 26 Piraten und zahlreiche Tagesgäste, insgesamt so um die 57 Schüler mit Tross an die 70 Menschen haben die Segelschule bevölkert. Trotz allem verbreitete sich eine ruhige Gelassenheit, die natürlich durch Spiele und andere Momente durchbrochen wurde. Die gut bürgerliche Küche, extrem lecker zubereitet, hat die Mägen in Vorfreude versetzt.

Stress hatte ich lediglich beim Filmschneiden. Rund 500 Szenen, aus denen ich 376 ausgewählt habe, getrimmt, geschnitten, mit 30 Effekten und Texten versehen, schließlich mit 14 Tonstücken garniert. Erst gegen 2030 Uhr ist eine DVD fertig. Das an einem Tag, an dem 43 Optis, Junioren und Grundscheinler neben vier Binnlern und vier Personen von anderen Segelschulen ihre Prüfung abgelegt haben. Es fing mit Batik Shirts an, die die Piraten erstellen mussten. Segelausbildung, Wasserschlachten folgten, der kräftige Wind legte sich Mitte der Woche. Nebenbei kommen abends noch einige Seeschüler.

Ein Besuch des Vogelschutzgebietes unter Leitung von Eva Witt, Kentertraining, Floßbau, Geschwaderfahrt nach Fehmarn und endlich die große Piratenralley. Hindernislauf, dabei ein Ei auf einem Löffel balancieren, ein Optischwert am gestreckten Arm halten, mit der Wasserpistole auf hoch gehängte Piratenteller zielen, Knoten in essbares Material, Schiffe zeichnen, dann kam die Schatzkarte. Am Strand wird eine Schatzkiste ausgegraben. Doch wüste Segellehrer/innen entwenden diese den Piraten, machen sich unter Paddel mit dem Floß davon. Sie haben aber nicht mit den entschlossenen Piraten gerechnet. Todesmutig stürzen sie sich in die Fluten. In einem erbitterten Kampf holen sie sich Floß und Schatz zurück. Am Lagerfeuer werden die Abenteuer verarbeitet, bevor der Film ihnen ein Denkmal setzt.

Am nächsten Morgen höre ich noch Stimmen, treffe auch noch auf zwei Personen, bevor meine wirbelnde Stöcke mich Richtung Seebrücke tragen. Erfrischt durch eine halbe Melone kann ich den Tag froh angehen.
Erste Amtshandlung: ich kröne Laura mit einem Gänseblümchenkranz 👸

22.07. Es brummt in der Segelschule!

57 Schüler fordern uns heraus – alle Menhire im Einsatz. Birthe und Jannis leiten die Jollengruppe, Jan die Auffrischler, Nikki die Gleiter, Melissa und Laura die Optis, Ulf unser toller Smutje sorgt für die Verpflegung, Lucia und Solveigh brillieren in der Campführung. Viele Schiffsführer werden gebraucht: Maddel führt die Pinne, Holger gibt Anweisungen, unser Goldschatz Birthe in ständiger Bereitschaft, selbst Lena, Sophia und Max mit dem Stein hinter der Ecke sowie unser Dieter sind mit von der Partie. An Bord bei mir: die Gewinner Isabelle und Farzad – Fotocontest – sowie Sven mit Esther.

Nach zwei Starkwindtagen mit Batiken, Kentern und anderen Wasserspielen, sowie einer geführten Wanderung an das Naturschutzgebiet mit Eva Witt, die einen Seeadler und einen Austernfischer hervorzaubert, geht es am Mittwoch gen Fehmarn. Nur die Optis bleiben zurück, können teilweise auch die Spriet im Segel einsetzen. Auf meinem Motorboot trainieren Vanessa, Fabian, Marcus und Emil. Abends gibt es parallel noch Sportboot See-Theorieunterricht. Abends bauen die Piraten ihr Floß, auf Wunsch von mir getauft auf den Namen: „Hak Fräse.“ sticht es mit viel Jubelschreien in See.

Nebenher laufen die Vorbereitungen auf die Prüfungen. Mehr als 45 Kandidaten wollen ihre Künste zeigen -  eine Megaaufgabe für die Scheinaussteller. Die Segelschule läuft – Heute werden die Piratenspiele beginnen – die Videoproduktion dauert seine Zeit.

18.07. Der Wind weht weiter!

Jubiläum und Geburtstag sind zurückbleibende Inseln auf dem Kurs in die Zukunft. Birthe betreut zwei Optikinder, Johanna und Kilian sind dabei. Laura und Dennis verbringen ihren Urlaub bei uns. In den Kursen tummeln sich viele Jugendliche. Nachmittags habe ich einen Binnenschüler für die Theorie, einen See-Schüler in der Nachhilfe und Dienstag vier neue Leute für die Motorenausbildung. Abends feiern wir ein wenig Geburtstag. Laura hat tollen Kuchen gezaubert, meine Segellehrer bewaffnen mich mit einer Überlebensausrüstung, Stanzerl wird mit mir Gyrocopter fliegen, Dennis vermacht mir ein Wörterbuch, das nie erschienen ist und verschwundene Worte an die Oberfläche holt.

Am Mittwoch segeln die Schüler unter Leitung von Jan und Holger gen Fehmarn. Dunkle Wolken lassen mich besorgt an sie denken. Doch es ist nur eine kurze Böenfront, die über das Wasser fegt. Wohlbehalten und erleichtert laufen sie wieder ein. Abends kommt auch Linda, die Manövertraining auf der Yacht „Steff-Steff“ absolviert, sie will zusätzlich Jolle segeln. Sie war schon einmal als Lehrerin mit Helga und einer Schulklasse bei mir. Sie bringt Ralf, einen Kollegen von der Yacht, mit. Gemeinsam kreuzen wir bei Ostwind in die Mittwochsregatta, handeln uns dort einige nervöse Kommentare ein – sind wir doch ein Störfaktor im heiligen Krieg der Regatta ☠️
Sophia –unsere neue Praktikantin- läuft ein. Mit ihr und Vanessa trainieren wir Motorenmanöver, Julia begleitet uns aus Interesse.

Wegen Windmangel wird Kentertraining angesagt. Abends sitzen wir mit zwölf Personen am Grill und spielen dann nach langer Zeit wieder Doppelkopf. Im Hintergrund laufen die Vorbereitung für die Piratencamps. Maddel repariert Gleiter. Sie müssen verschoben werden, damit wir Platz für die Zelte bekommen ...
Am Stegkopf gibt es einen Flaggenwechsel.

Segelcamp 2021

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