28.06. Böentag!

Möwen und Menhire schliddern durch die Bucht. Stefan fährt Sicherung. Zuweilen gibt es leichte Paukenschläge durch den Wind. Bei Martha und Finn segle ich noch einmal mit, sehe aber, dass sie schon ganz gut sind. Gegen Nachmittag verordnen wir eine Regatta auf Menhiren mit Sturmsegeln. Eine Stunde Einsegeln, dann Gegenwindstart zwischen den Flaggen am Stegkopf und auf der Optiinsel. Kleiner Anlieger zur Luvboje, dann langer Vorwind- bis Raumwindschlag nach Lee. Zurück wir gekreuzt, die ganze Runde 2 x. Es gibt drei Ausreißer, die ihre Position bis zum Ende halten können, einen Menhir, der nach einem verpatzten Start schnell aufholt, ein großes dichtes Mittelfeld und einen verschenkten Sieg, denn es gilt der Anleger am Steg ohne Fremdhilfe. Zum Schluss gibt es einen Zeitunterschied zwischen dem ersten und letzten Boot von 6 Minuten und 43 Sekunden. So nimmt der Tag seinen Lauf.

Um 17 Uhr bin ich mit Burghard verabredet – ich will Martha und Finn den Kat zeigen. Leider ist der Skipper nicht an Bord. Er hat mir zwar erlaubt, die Persenning zu öffnen und das Innere zu betreten, doch traue ich mich nicht so ganz. Stattdessen wiederholen wir die Bootskunde und Knoten auf dem Schiff, weil die beiden ja Morgen in der Ausbildung helfen sollen. Die reist jetzt gerade an, ich habe Dieter als Stallwache, damit alles seinen geregelten Gang geht. Nach kurzem Einkauf lasse ich mich am Binnensee nieder, um dem Konzert einer Sopranistin zu lauschen. Dort treffe ich auf Harald, einen ehemaligen Schüler, er mir einen Weißwein ausgibt. Gegen 21 Uhr bin ich zurück in der Segelschule. Dort empfängt mich Henning mit einem fertigen Steak. So gestärkt halte ich eine Ansprache an die 40 neuen Schüler. Dennis schenkt mir einen fürchterlichen Gartenzwerg, den ich auf die Optiinsel verbannt sehen will. Auf der Veranda lassen wir den Tag ausklingen, Ekkehard, der Lehrer gesellt sich dazu.

Am nchsten Morgen: die erste Probleme. Es sind wohl Lebensmittel verschwunden oder Verpackungen geöffnet worden. Ekkehard möchte es klären. Ich rufe bei der Polizei an, ob dies in letzter Zeit vorgekommen wäre. Nein, meinte der Beamte: das wäre wohl ein internes Problem. Er kenne es von seinen Kollegen, wenn er zur Nachtwache kommt, dann fehlt im Kühlschrank immer etwas. Der Klabautermann, um den es sich zweifelsfrei handelt, hat es vor allem auf Butter abgesehen. Der Freitag – ausreichend Schiffsführer. 10 Menhire und die Pyrmontgruppe mit Lasern, Optis und Möwen gehen auf das Wasser. Kurzfristig sind so 80 Leute unterwegs. Gegen 14 Uhr sollen wir die Barrakuda in den Yachthafen verholen. Um 16 Uhr dürfen Martha und Finn mit den neuen Tretbooten von Oleu fahren, das haben wir Gestern bei einem kurzen Eisstopp an der Seebrücke noch mit Ollie besprechen können…….

27.06. Badetag!

Bein langsam zunehmenden Böen starten sechs Laser, die dankenswerterweise von Michel betreut werden, viele Möwen und drei Menhire. Am Stegkopf Kentertraining mit Goldbaum. Bei der Hitze ein großer Spaß – einziges Handicap: Quallen, die vereinzelt gesichtet werden. Die Kajütjollen üben das An- und Ablegen an der Optiinsel. Die Laser kentern absichtlich, anders ist die Häufigkeit nicht zu erklären, mit der sie ihr Segel auf das Wasser legen. Zu viert will eine Crew mit dem Kenterschiff segeln. Andere bauen auf....

Über Mittag schnell Einkauf mit Dieter: Klopapier, Kaffee etc. müssen dringend her. Dann geht der Jollenzirkus weiter. Die Steuerschüssel im Einsatz: eine Möwe kommt gegen den Westwind nicht zurück, ein 470iger in erfahrener Hand badet im Fahrwasser, ein Laser kentert durch, ein anderer verliert seinen Mast. Alle segeln sie bewusst mit Krängung, suchen die Grenze. Nur wenige erkennen, das waagerecht schnell ist. Konfusion am Steg: Martha und Finn rüsten auf Sturmsegel um. Finn ruft: „Da sind ja keine Stagreiter dran!“ Kann auch nicht, denn es handelt sich um ein Großsegel :-)
Beim Setzen der dann geholten Sturmfock, läuft das Fall unter den Wanten längs .... endlich sind sie startklar, da vollführt Martha einen Anschlag auf meinen Steg: nach einer 360° Pirouette landet sie am Kopf des Steges. Den anfänglichen Frontalangriff konnte ich noch abmildern. Ich musste sie überreden, doch noch mal an die Pinne zu gehen. Beim Anlegen sind oft mehr Leute im Wasser als auf den Schiffen. Keine Blessuren, keine Materialschäden größerer Art – der Tag ist gut verlaufen.

Ich habe auch endlich die Kuhhalse verstanden: geht die Wende nicht, wird die große Halse gefahren mit maximalem Raumgewinn nach Lee. Am Ende heißt es Segel trocknen, rollen, Neos aufräumen, wobei mir einige mehr oder wenig verständnisvoll helfen. Die Hitze steht im Büro, nach kurzem Mailcheck verziehe ich mich in den Strandkorb. Mit der Kamera stehe ich später am Stegkopf, um das Auslaufen der Mittwochsregatta zu beobachten. Bei dem starken Wind gibt es leider keine Spinnakerbilder.

Später sehe ich zwei große Motorboote einlaufen, mache mich auf den Weg, sie im Fischereihafen anzuschauen. Wen treffe ich da? Burghard mit seiner Barrakuda II. Er hat Maschinenprobleme, über Bollo versuche ich jemanden zu finden, der ihm helfen kann. Er erzählt von seinen Südseeabenteuern in bildgewaltiger Sprache ... Ich will ihn Heute Abend mit Martha und Finn besuchen. Dabei muss ich bedenken, dass Heute 42 Schüler aus Stuttgart anreisen, ich will ja auch noch zum Konzert, irgendwie muss ich das regeln. Den Film, den ich mir anstelle, schaffe ich immerhin bis zur Hälfte ....

26.06. Bad Pyrmont

Die Segel-AG trifft ein. Andreas, Stephan, Henning, Dennis, Maddel, Manfred, Dieter übernehmen die Neueinsteiger; Merle, Jannis und Michel helfen mir beim Start der Möwengruppe. Der Start nach Osten klappt mit Paddelunterstützung nicht auf Anhieb, leichter ist es doch, die Jollen per pedes hinauszuziehen. Den Luvanleger setzen sie auch nur teilweise um, sie sollten das Schwert in Bojennähe in der Grund fallen lassen. Das Schiff bleibt dann stehen, sie haben genügend Zeit den Palstek an der Boje zu machen. Ein Schüler – reich an Widerworten – will das Ruderblatt nicht absenken – er hätte sonst kein Rudergefühl. An Bord dieser Möwe gab es ja wohl auch zwischenmenschliche Kommunikationsprobleme. Maddel betreut meine beiden Kinder aus Jordanien – Clara und Finn. Abends im Freisitz gibt es eine Dokorunde mit Henning, Dennis und Jean. Vorher gibt es Salat und indianische Steaks. Ich bin so müde, dass ich froh darum bin meinen Dokostaffelstab an Jannis weitergeben zu können.

Mit acht Menhiren geht es am Dienstag Richtung Orth auf Fehmarn. Maddel hat keine Lust auf Motorboot. Wir einigen uns, dass wir uns abwechseln. Deshalb übernehme ich die Gummiwurst für die Hinfahrt. Ausgerüstet mit Kopfhörer und Musik, meiner Pfeife und Tolino hinter der Spritzschutzscheibe wir es ganz kurzweilig, zumal die Umgebung checke, Durchsagen mache und einige Fotos schieße. Gegen 12 Uhr sind wir an der Mole von Orth. Die Segel-AG hat eine Drohne dabei, doch hier merkt man wie sensibel die Menschen geworden sind. Hafenmeister und Yachtbesitzer beschweren sich sofort beim Start. Die Gruppe spendiert eine Runde Pommes.

Der Aufbruch: Maddel hat noch immer keine Lust auf Motorboot, Dennis keine Lust auf Long-Boat. Also tauschen wir. Dennis schleppt fünf Menhire, bei mir hängen drei. Wir schleppen Richtung Lemkenhafen, damit sie für den Rückweg einen Anlieger haben. Gert mit seinen Begleitern ist während des gesamten Törns dabei. Zwischendurch gibt es eine Fastflaute, doch nur vor drei Uhr legt Maddel mit seiner Crew an und geht zu Anlegemanövern über, weil ja noch Zeit ist. Ich habe mich schon mit dem Long-Boat in vorrauseilender Strategie südlich der Osttonnen positioniert, um meinen Roman „Mörder essen keine Matjes“ weiterlesen zu können. Dann muss ich als erster am Steg sein, um die provisorisch reparierte Stelle dort zu schützen. Wir dirigieren die Luvanleger. Ohne Lücken bitte, bündig aufschliessen. Es ist immer noch Zeit, die ich doch bitte mit Knotenkunde überbrücken soll. Ich zeige den Wasserknoten, den doppelten und laufenden Palstek, den Bootmannsmaatenknoten,die englische Trompete, den Diamantknoten und wie fraumann einen Knoten machen kann, ohne die Tampen los zu lassen.

Danach – es ist sehr heiß – geht es los: Telefonate abhören, zurückrufen, Mails verschicken .... Henning und Dennis verabschieden sich. Jan kommt auf Kurzbesuch, um mit Jannis zu segeln. Gegen 20 Uhr setze ich mich zu Clara, Finn und Kaya, zeige meine Iranbilder und spielen das Länderspiel. Dann weiß ich noch, ich habe einen Film angefangen, nebenbei noch Mails beantwortet und Essen gemacht, das Heute noch unberührt im Rührgrill liegt. Einfach: davongeschlafen :)

24.06. Kaiserwetter

Gegen 5 Uhr breche ich zum Walk auf: Sonnenaufgang! Die Prüfung für Nina und Oliver kann ich noch auf 12 Uhr verlegen, dann sind die anderen Boote am Steg und stören nicht. Die anderen Schüler gehen mit Maddel, Dieter, Stephan, Andreas und Julian an den Start. Für den Prüfer wird eine besegelte Melonengaleere kreiert. Nachmittags kommt Ole vom Verein, er will eventuell helfen. Er segelt mit Lukas und Jonas. Ich mache nach der erfolgreichen Prüfung eine kleine Pause. Wieder am Steg steht Dieter dort allein: alle Menhire suchen das Weite, der Ostwind, der Sonnenschein – der einigen schon zu viel wird – und der gute Wind locken sie in die Ferne. Dennis geht zu Angelina, Waltraud und Renate, die nur einen Tag mitsegeln möchte. Dan starten die Privatboote: Stanzerl, Peter, Lothar, Maren und Bollo, Bernd und Julian auf Laser sowie Merle und Michel auf 470iger. Gegen 1530 Uhr legt endlich der Menhir mit Ole an: eine Stunden arbeite ich mit ihm, weise ihn in unsere Ausbildungsmethode ein. Eine kleine Eispause an der Seebrücke, dann sitze ich mit Stanzerl im Freisitz. Henning läuft ein, müde von der Arbeit und hungrig.

Wir beschließen, etwas vom Chinesen kommen zu lassen, nehmen vorher Kontakt mit dem Long-Boat auf, denn Dennis ist mit Angelina, Peter und Lothar auf diesem Boot gen Orth gesegelt. Sie melden sich von der Osttonne. Nach dem Essen checke ich noch die Mails. Peter will noch sein Schiff taufen, es trägt den Namen seines Vaters. Er würedigt ihn und Lothar, der ihn zum Segeln gebracht hat, mir fällt die Ehre zu als Ersatzpromi, den Sekt auf das Schiff zu verbringen. Zu diesem edlen Zwecke habe ich mir noch schnell ein Taufkleid übergeworfen. Gerd, der Leiter der neuen Gruppe stellt sich ein, wir beschnacken den nächsten Tag, dann ruft die Koje. Um 4 Uhr am nächsten Morgen beginne ich wieder meinen Walk ....

23.06. Sonniges Wochenende!

Der neue Grundscheinbogen hat sich bewährt. Es gibt nur eine Nachprüfung ... die Gruppe von van Huong überreicht mir bei der Abfahrt eine Ginflasche Mare .... Abends spielen wir im Freisitz mit vier neuen Stühlen Doko. Es wird sehr lustig, allein Kreuzfehl nicht zu bedienen ist die Krankheit des Abends, die auch mich nicht ausnimmt. Ungerechterweise bekomme ich zwei totsichere Bubensoli auf die Hand. Dann taucht Dennis auf, der Abend verlängert sich.

Am nächsten Morgen verlasse ich etwas bemüht das Bett – jedoch mit einer Idee im Kopf. Meine Schüler wollen den Törn nach Fehmarn, ein Fall für das Long-Boat unter Kapitän HD. Nachdem der Besanbaum im Laserregal ans Tageslicht gekommen ist – Tipp von Stephan – kann es los gehen. So kann ich mich dem Büro, dem Akustiker und andere Dingen widmen, während Maddel noch mit Heikos Hilfe das Optizelt aufbaut.

Am Samstag übernimmt Maddel die Anfänger, während ich mich um die Prüflinge sowie um Susanne und Ilona bekümmere, die ihr drittes, bzw. viertes WE absolvieren. Es ist ein buntes Gemisch an Neuen. Zwei Schüler, die schon zweimal verschoben wurden, können endlich einsteigen. Eine Familie mit zwei Kindern geht mit Maddel segeln. Julian betreut Vater und Sohn, sowie Waltraud und Angelina. Dazu kommt noch eine einzelne Person. Dennis kümmert sich mit Lothar um den Steg – ein Pfahl hat sich verabschiedet. Der Bohrwurm hat wieder zugeschlagen. Am Horizont zieht das Problem auf, tritt endlich zutage: wir brauchen wieder viele Eisenpfähle, um den Steg dauerhaft zu sichern, neben der Arbeitsorganisation wird das auch ein tiefes finanzielles Loch reißen. Um so mehr ist es wichtig, daß der Laden läuft – ich arbeite an der Anmeldegesamtübersicht.

Am Morgen bin ich das erste Mal wieder die große Runde um den Binnensee gewalkt mit sechs Übungsstationen. Allerdings bin ich aus Versehen schon um 0330 Uhr gestartet – es war ja noch dunkel. Auf dem Gehweg watschelt doch entspannt ein Schwan mit zwei Jungen. Ich mache ein Bogen um sie herum. Zurück kann ich im Büro weiter aufarbeiten, betreue dann Nina und Oliver, gehe zu meinen beiden Damen an Bord ... Nun starten auch die Privatiers: Stanzerl mit Springbok, Lothar mit seiner H-Jolle, Peter mit seinem noch zu taufende Boot sowie Maren und Bollo mit ihrem „Onkel Dieter“. Am späten Nachmittag noch eine Runde Motorboot: Kompaß erklären ... Fototermin mit Stanzerl an der Optiinsel, wir wollen ein Foto von uns mit der Iranflagge verschicken, wir gedenken ob der lieben Menschen in dem Land, die austragen müssen, was die Mächtigen da verzapfen. Abends wird lecker gegrillt. Dennis hat toll Spieße gezaubert, der Rest der Crew schnippelt Salate, während ich meine sprechenden Plüschtiere wieder zum Leben erwecke .... Schließlich beenden wir den Abend mit einem Spaziergang zur Seebrücke.

Am Sonntagmorgen walke ich erst gegen 5 Uhr los, treffe wieder auf den Schwan mit seinen Jungen, passiere diesmal nahebei, was mit einem kleinen Fauchen quittiert wird, während die Jungen Gras fressen. Ostwind steht an .... die Prüfung habe ich nun auf 12 Uhr verlegen können, dann sind die andren hoffentlich am Steg und irritieren meine Prüflinge nicht. Denn diese üben Heute das An- und Ablegen, müssen aber die provisorisch reparierte Stelle aussparen, wodurch sich den Anlegeplatz merklich verkleinert. Es wird spannend ….

19.06. Sturm zu Flaute!

Am Samstag hängt das Gewitter direkt über uns, dennoch versuchen wir den Segelstart. Da bricht der Donner direkt über uns. In vollem Ölzeug geht es zurück ins Haus, wo ich mit Knotenkunde  und –spielen versuche, die Schüler bei Laune zu halten. Gegen 11 Uhr sind sie erschöpft. Wir treffen uns um 13 Uhr, das Gewitter scheint abgezogen, doch heftige Böen ziehen noch über das Wasser. Maddel hat in seiner OSG-Gruppe ein paar hartnäckige Lasersegler, sie wollen unbedingt. Schließlich sind es drei Boote, die mühsam um Haltung kämpfend in der Bucht turnen, zuweilen kentern, leider auch ins Fahrwasser gelangen und durch mangelnde Beherrschung ihres Gefährts die Schifffahrt irritieren. Maddel ist mit dem schnellen Schlauchboot überfordert, es bräuchte für jeden Laser ein Betreuungsboot. Die Menhire gehen zunächst unter Sturmgroß aufs Wasser, es helfen das Janquadrat, Stephan und Dieter…Der Wind nimmt leicht ab, die Fock kann gesetzt werden. Bei mir an Bord: vier Lehrer aus Hamburg, die sich in ihrem Spiegelbild wiederfinden, denn nun  sind sie Schüler ... :)
Mit in der Truppe neben Schnupperleuten, OSG-lern auch zwei Studenten aus Darmstadt.

Am Samstag gegen 15 Uhr reist noch eine Kleingruppe von Personen an, die ihr freiwilliges soziales Jahr gemacht haben – es ist ihre Abschlussfahrt. Am Sonntag entspannt sich die Wetterlage, bei netter Brise laufen wir Richtung Osttonne aus, ein kleines Erlebnis im Sinne von Verkehr und Welle. Parallel endlich Springbok in seiner diesjährigen Jungfernfahrt. Von des OSGlern sind nur zwei verblieben, die sich Lasertechnisch von Maddel versorgen lassen. Meine Lehrercrew ist lernmüde, nur Anja will noch halsen am liebsten auch das BüB üben. So klingt der Tag aus, den Konstanze und ich im Tamatsu bei Entensalat und Poké geniessen. 

Am Montag erscheinen noch zwei Grundscheinschüler, ein IT-ler und eine Buchhändler. Sie kommen in die Crew von Oliver und Ina. Bei leichten und drehenden Winden versuche ich, die ersten Schritte zu vermitteln. Hilfreich bei drehenden Winden, ein längere Strecke auf Vorwindkurs, um Dreher zu erkennen und auszugleichen. Abends fährt Jan netterweise noch mit mit den FSJlern Richtung Dalben baden.

Am Dienstag aus dieser Gruppe zur Grundscheinprüfung an. Sie müssen sich entscheiden: Spaß für nix oder Spaß am Lernen. Sie wollen: also nicht mit der Gruppe auf Sightseeingtour Richtung Fehmarnsundbrücke  sondern Dreieckskurs in der Bucht, zusammen mit meinen beiden anderen Grundschülern und den zwei Darmstädter Studenten, die am Sonntag ihre Prüfung machen wollen. Der Südoster zeigt sich zickig in Richtung und Stärke, egal, die Eckpunkte müssen abgefahren werden, die Kommandos müssen kommen, sie strukturieren die Manöver, wie ich immer wieder merke. Nachmittags Theorie, der große See, Ausweichregeln und vier weitere Knoten, dann Praxis bei leicht auffrischendem Ostwind. Ein Anleger landet am Heck eines unschuldig dort liegenden Menhirs, die Ruderanlage bedankt sich. Kontrollverlust, denn mit einer leichten Kursänderung hätte dies verhindert werden können.

Abends sitzen wir am Lagerfeuer, spielen das Hutspiel, auf dessen Lösung wir erst nach langer Zeit kommen, simpel, wird aber nicht verraten. Heiko kommt zu Besuch, mit ihm Dieter und Theo – ein ehemaliger Prüfer sitzen wir beim Klönschnack und leeren die kleine Ginflasche, die ich Heiko geschenkt habe. Heiko wird auch die Grundscheinprüfung abnehmen, die anderen Schüler machen sie mit, um zu sehen, wo sie stehen. Nur die SFJler gehen wieder auf Törn ... In der Zwischenzeit habe ich einen neuen Grundscheinfrageboten entwickelt, der gleich Premiere haben wird.

11.06. Nun ist die Ruhe zurück!

Unten schlafen nur noch Vater und Sohn sowie Folker, der noch Spuren beseitigt hat. Seine Orga haben der ganzen Veranstaltung den richtigen Fluss gegeben. Die Wetterbedingungen haben sich sehr wechselhaft gezeigt. Zickiger Wind aus Südwest mit ausgeprägtem Flachwasser geben schwierige Voraussetzungen für die Ausbildung. Dieter, Edu, Jörg, Folker, helfen die ersten beiden Tage.

Am Samstag kommen Ina, Julian, Bernd und Jan hinzu, damit sind wir gut aufgestellt, Folker kann Maddel bei den Fortgeschrittenen helfen. Tine und Henning stapellaufen ihr Faltboot. Nils ist mit Heike und Andreas auf Menhirtour – ironische Stimmen verlauten: er kenne nur einen Kurs – nach Fehmarn. Dennis sorgt für mein leibliches Wohl, hilft sonst auch Christian in der Gelbfieberrestaurierung. Immer wieder laufen Sendungen für ihn ein, am schönsten war der Text auf einer Rechnung: „manuelle Toilette mit Begrüßung- und Gutscheinkarte“. Mit seinem Vater spielen wir an dessen 70igsten Geburtstag eine Runde Doppelkopf, die dieser auch in einem fulminanten Endspurt – 5er-Bock – gewinnt. Steffi und Gert gehen mit zwei Menhiren auf Familientörn. Sie bringen Tjeld und Dennis mit, die hier ihren Grundschein machen möchten. Mit ihnen und Franzis, die Julian mitgebracht hat, habe ich eine gute Crew beisammen. Ebenfalls Grundscheinambitionen bei Kerstin und Oliver, die aus Süddeutschland in diese Gruppe heineinkommen.

Am Montag kommt Dieter mit zwei Neulingen zum Einsatz, mit an Bord Sven, der uns bei der großen Schulklasse helfen möchte. Am Montag ist viel Wind angesagt. Zusammen mit Jan treideln wir die Schiffe zum Schluss ziemlich zügig von der Luv- auf die Leeseite des Steges. Der Wind ist dann doch nicht so stark, der Wasserstand oberoptimal. Nina geht trotz Erkältung noch einmal auf das Schiff von Kerstin und Oliver, weil die Halse nicht so richtig klappt. Maddels Gruppe trainiert auf Möwe, Laser und einem 420iger in der Bucht ….

Die Anfänger wollen nachmittags noch einmal auf die offene See. Christian gibt den Vorsitz der Grundscheinprüfungskommission an Dennis ab, der damit vier Leute bindet. So kann ich ebenfalls einen der Menhire führen, die den Ostwind hinter dem Graswarder fühlen wollen. Mit ungezählten Wenden arbeiten wir uns an der Werft vorbei. Auf dem Vorschiff Begeisterung über das Fahrstuhlgefühl durch das Auf und Ab in den Wellen. Die Schüler sind von dem Wechsel beeindruckt, das ruhige Buchtwasser am Steg im Vergleich zur wellige Miene des Meeres an der Osttonne. Das extreme Schaukeln des Schiffes, wenn die Welle von der Seite kommt, das schwierige Steuern bei schräg von achtern auflaufender See. Zurück am Steg – ich brauche eine Mütze Schlaf – beginnt die große Abreise. Nur mit Mühe raffe ich mich auf, um mit Dennis in das Tamatsu einzukehren. Dort treffen wir noch kurz auf die Eltern von Christian – Harald und Helga. Während sich Dennis über seine asiatischen Rollmöpse hermacht, genieße ich ein Chicken-Poké mit einem Hawaiisalat, wie mir die Bedienung erklärt. Auf meine Frage hin, wo denn da Hawaii drin wäre, findet sie dann doch ein paar kleine Ananasstückchen. Zurück in der Schule gibt es noch eine kleines von Rum begleitetes Reflexionsgespräch, das ich für mich aber früh beende, denn ich habe am nächsten Morgen zwei Schüler für einen Crashkurs.

08.06. Die Ruhe ist vorbei!

Mittwoch Nacht reist bereits Folker an. Einem Menschen, der am Steg seine Angel ausgeworfen hat, erkläre ich, dies sei ein Privatgrundstück, er hätte zumindest fragen können. Seine Antwort: ich habe mich nicht getraut. Freundlich erlaube ich ihm weiter zu angeln. Doch er zieht bald vom Feld. Kommt aber am nächsten Tag mit einer Flasche Wein vorbei. Im Herbst will er mir eine Flasche Obstler aus dem Allgäu mitbringen. Er ist Rußlanddeutscher aus Nordsibirien, wo er unter Tage gearbeitet hat. Seine Aufgabe: die Anlage zu vermessen und mit den Oberflächenkoordinaten in Einklang zu bringen. Er spricht von 1000 Metern unter der Erde – ob das wohl Russengarn war? So gehen wir nett auseinander.
Nachmittags gibt es ein langes, heftiges Gewitter. Ich sorge mich um genügend Segellehrer, weil einige Helfer erst am Freitagabend anreisen werden. So sitze ich mit den Studenten am Grill: Cata und Christian stoßen dazu: wir machen eine Weinprobe. Am besten schneidet „Spur der Steine“ ab. Sehr mineralisch. Frauke aus Berlin mit Gefolge trudelt ein – schon geht das Gespräch Richtung Iran. Gegen Mitternacht ruft die Koje.

Der nächste Morgen: Es dauert bis die Studenten für den Unterricht bereit sind. Während Maddel sich um die Fortgeschrittenen bekümmert, habe ich mit Folker, Dieter, Manfred und einem Ersatzmann aus der Olifantencrew meine Schiffsführer zusammen – bei mir an Bord: Oliver, Kerstin und Cata. Nachmittags wagen wir einen Schlag zum Dalben – leichte, drehende Winde – wir trainieren die Wende und zum Schluss das An- und Ablegen. Meine BüB-Produktion hat ihr vorläufiges Ende gefunden – 15 Exemplare warten auf den Einsatz. Zwischendurch habe ich ein Segelkorrekturblatt für Grundscheinheft des VDS entwickelt und in 100 Hefte versenkt, die ich zuvor auch noch gestempelt habe. Nun gibt es gleich Spargelsalat mit Schnitzel und eine Doppelkopfrunde auf die ich mich freue.

02.06. Eine Prüfung der besonderen Art!

Das an einem idealen Tag – Windstärke 3, Sonnenschein und Ostwind. Springbock, Paul, Peter und ein Menhir mit Nils, Angelina und Waltraud laufen aus, während meine Crew für ihren Auftritt trainiert, da flattert schon mal das Nervenkostüm. Gegen 13 Uhr taucht Richard auf, er soll die Prüfungen für den DMYV abnehmen; kurz darauf: Herr Budahn, er soll die Prüfungen für den DSV abnehmen. Zwei Verbände, die ihre Teilprüfungen nicht gegenseitig anerkennen. Doch in trauter Zweisamkeit meistern sie die Situation. Ich stehe mit Bangen am Steg, da einige Manöver sehr frei interpretiert werden. Doch endlich bleibt der Daumen oben, es wird gesungen, gelacht und geherzt. Ein Brotboot mit Käseaufbauten und Wurstmast zeugt von Fantasie. Die Wurst hat es in sich – eine Spezialität aus der Heimat – noch warm von der Schlachtung wird der Darm gefüllt, im Inhalt sind auch die besseren Teile des Schweines. Es wird gleich probiert, dann sitzen wir zum netten Klönschnack auf der Lästerbank. Sie wollen mir noch Stolz ihre Blessuren zeigen, dann warten sie auf die Rückkehr von Angelina, die mit großen Augen von ihrem Törn Richtung Flügge mit Waltraud und Nils erzählt. Peter erhält noch ein Bild für seinen Zirkuswagen, Paul nimmt die Eingangstür in Augenschein. Dann leert sich die Segelschule, Stanzerl macht mit mir noch einen Ausflug an die Seebrücke – sie ist vom Segeln müde, ich von der Prüfung ....

Am Montag herrscht Ruhe. Maddel nicht da, Bollo zu Besuch, mit Dieter einkaufen, Schnack mit Matthias und Angelina mit Kuchen. Am Dienstag noch entspannter, sogar der Wind schläft fast ein, dennoch sehe ich Manfred, Clubmitglied auf der Suche nach Mitseglern, glücklich kann ich ihn zwei Männer verkuppeln, die ein Boot leihen wollen. Mareike und Stefan verweigern ob des mageren Windangebotes. Matthias stellt einen Schaukasten wieder auf. Daniela beginnt mit dem Aufschönen der Innenräume.

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Aktuelles

Mittwoch, 4. September um 19 Uhr: Infoabend See-Kurs!

07.-13. Oktober: Intensivkurs See, bei genügend Teilnehmern findet auch die Theorieprüfung in Heiligenhafen statt. Einzelne Module möglich.

Segelschule Ralph Bennewitz | Kapitän-Nissen-Straße 3 | D-23774 Heiligenhafen | segelschule(at)bennewitz.de | Fon 04362 - 2244 | Fax 04362 - 5292