02.06. Er ist gekommen!!

Jahrelang haben wir auf diesen Moment gewartet: Hanno mit seinem Seenotretter läuft ein. Ich nichtsahnend stehe im Unterrichtsraum, da kommt er mit seinem Maschinisten rein. Die Überraschung ist groß. Hanno hat vorher versucht, mich telefonisch zu erreichen, doch zuviel ist los, meine Prüflinge brauchen noch Seelsorge. Böiger Südwester, im Stegnahbereich Karusselwind. Heaven will seine Schüler durch die Grundscheinprüfung bringen. Die Scheine liegen glücklicherweise schon fertig auf meinem Tisch.

Doch erst einmal steigen wir mit Dieter, Stanzerl und Stefan über die Reeling des Rettungskreuzers. Im großen Steuerstand gibt es vier Sitze, in denen man sich festgurten kann, unzählige Anzeigegeräte, Webcams für bestimmte Bordbereiche, Feuerlöschüberwachsungsmonitor, Internet – eine beeindruckende Ansammlung, deren Sinn Leben retten soll. Die Steuerung erfolgt über unsagbar kleine Joysticks oder Hebel, die wir uns wie ein Ruderblatt vorstellen müssen, meint Hanno. Ich bin sehr stolz auf ihn, obwohl ich dazu nix getan hab, als kleiner Bub bei uns hat er mit dem Segeln richtig angefangen, war dann einige Jahre verschollen, da er auf großer Fahrt war, hat sich dann wieder in die Schule eingebracht, hier seine Frau kennen gelernt, hat Haus, zwei Kinder und einen tollen Beruf. Auf meine Bitte hin, dürfen wir auch noch einmal in den Maschinenraum, dessen Sauberkeit uns beeindruckt, aber nach Meinung des Maschinisten müsse nach einem Werftaufenthalt noch viel getan werden, um seinen Ansprüchen gerecht zu werden. Der Sinn dabei, Veränderungen sofort zu erkennen, auch bei schweren Wetterbedingungen. Die „Ostseerundfahrt“ – Originalton Hanno – hätten sie gewonnen, weil sie eine Sattelitenanbindung bekommen, die es erlaubt, dass Meldungen direkt an sie weitergeleitet werden. Vorher wurden sie aufgeschrieben und weitergeleitet, Zeitverzug, Verwechslungen inklusive…….

Wieder am Steg muss ich mich um Ommo und Ralf kümmern, die ihre praktische Prüfung ablegen wollen – durch den Fahrstand des Rettungskreuzers habe ich sie schon beobachten können. Hanno kommt mit, weil er noch Heaven begrüßen will, eine Ikone unserer Segelschule. Also Ablegen – nicht gerade die Poolposition – die zweite Reihe. Außerdem verändere ich den eingeübten Kurs: sie sollen nur Ablegen, Halsen und BüB segeln, dann zurück … Es dauert, der Prüfungsdruck ist da, nicht alles läuft rund. An- und Ablegen werden wiederholt. Parallel segelt Thomas H. mit unserer Schnupperschülerin, bekommt nachmittags noch Zuwachs durch eine zweite. Max segelt mit seiner Freundin, ein Verleih geht raus, Lothar prämiert sein Schiff mit einem ersten Törn. Ronny segelt mit Maddel hinaus, Heaven will nach der erfolgreichen Prüfung noch mit Dirk und der Grundscheincrew einen Ausflug zum Gradwarder starten. Endlich hat sich die Sonne durchgesetzt: Bernd, Stephan und Stanzerl  geben sich ein Laserglitschkonzert. Schöne Bilder, die ich durch meine Kamera versuche, einzufangen.

Der eigentlich stille Held des Tage aber ist Nils. Als die Sonne endlich schien, hat er sich unter das Long-Boat gelegt, geschliffen, gestrichen, während die Anderen weiße Striche durch das Blau des Wassers zogen. Vorher sitze ich noch mit meinen Prüflingen für Morgen zusammen, die natürlich sichtlich nervös sind. Bei der Motorbootübung gibt es nach BüB vier wichtige Dinge: Leerlauf, Heck weg, Ausguck und Rettungsmittel bereit halten. B. hat aus den Rettungsmitteln  Lebensmittel gemacht :). S. kümmert sich liebevoll um den Verleih – ein Herr mit einem kleinen Kind – damit sie sicher an den Steg kommen und in den steggerechten Ruhezustand versetzt werden können. Welch ein schöner praller Tag – wir danken!

31.05. Himmelfahrt

Am Donnerstag gehen wir – Stanzerl, Dieter, Daniela und Mann sowie meine Segelschüler in den Salzspeicher. Uns bedient Angelina, die zuvor einen Schnupperkurs bei uns gemacht hat. Am Abend zuvor, ich wollte eigentlich gerade die Federn aufsuchen, taucht Dennis auf, es wird spät .... Nach unserem lustigen Mahl kehren wir zur Segelschule zurück. Ronny, Heaven mit Freunden, Thomas H. mit Sohn und desser Freundin sind an unsere Gestade gespühlt. Sie kommen wieder. Lothar will sein Schiff, dass er seit einer Woche wässert, auf Dichtigkeit prüfen; Peter will seine neue Jolle zum ersten Mal segeln. Stefan R. hat sich sehr kurzfristig zur See-Prüfung gemeldet. Noch am Abend bringen wir seinen Antrag auf den Weg.

Mareike kommt am Freitag einer Freundin, die bei uns schon die ersten Segeleinheiten gehabt hat, nun will sie weitermachen. Nils, Heike und zwei weitere Freunde gehen auf Fehmarntour. Stefan münzt den Menhir zum Fischkutter um, mit zwei Freunden will er angeln gehen. Am Freitag Morgen – ich walke wieder die kurze Runde – finden wir nicht abgewaschenes Geschirr in der Küche. Alles Leute, die die Segelschule schon lange kennen, ich muss es zur Sprache bringen. Meine Schüler müssen sich mit leichten Winden auseinandersetzen. Die Verwirrung ist teilweise groß, in der Kuhwende wid die Halse gefahren ... nach dem BüB stehen sie im Wind und wissen nicht weiter. Ich versuche zu helfen, gebe den Rat, nachmittags zu viert zu segeln, damit das Ganze auch von außen betrachtet werden kann. Wir beenden den Nachmittag mit Kaffee und Kuchen. Auch die beiden Menhire, die den Fehmarntörn gewagt haben, kommen guten Mutes wieder an den Steg.

Stanzerl hat sich zwischendurch auf den Weg gemacht, um die Spätheimkehrer mit einem Bier zu versorgen. Heaven schenkt mir ein Porträt meiner selbst – in „Öl und Essig“!. Steht jetzt im Unterrichtsraum. So gibt es ein buntes Treiben an diesem Abend: Heavens Crew genießt Fisch, den einer der ihren auf einem Hochseeangelkutter gefangen hat; Mareike und Stefan essen belegte Toastbrote aus ihren rot bis rosa Brotkisten; Nils und seine Mannschaft schnippelt, Thomas H. und Co ebenfalls, Stanzerl bereitet Fenchelgemüse vor; in meinem Rührgrill gart Gemüse, Maddel zündet unten den Grill an – es wird große Mengen an Allem geben. So ist wieder jede Menge Leben in der Segelschule.

29.05. Ahoi und Arbeit!

Elf Schüler stehen am Wochenende bereit. Mit Dieter und Maddel. Drei Damen von Well-Sailing wollen nun doch den Sportboot Binnen machen. Bei mir eine Vierergruppe, die die ganze Woche bleiben und am folgenden Sonntag die Prüfung ablegen möchte. Dabei großes Chaos, denn drei werden die Prüfung über den Deutschen Motoryachtverband und eine Person über den Deutschen Seglerverband ablegen – Inhalt der gleiche, Zusammenarbeit aber nicht möglich. Vier Schnupperer vervollständigen das Bild am Samstag, Es wird bei ständig drehenden und böigen Winden eine anspruchsvolle Arbeit. Fazit: Am Sonntag sind alle erschöpft aber nicht hoffnungslos.

Am Montag entspannt sich die Wetterlage: mein Quartett segelt unter Maddels Regie, da ich auf den Rohrdienst warte. An einigen Stellen sind die Rohre bis 60 % dicht. Nach erster Bestandsaufnahme rücken sie mit schwerem Gerät an. Nach fünf Stunden sind die Ablagerungen beseitigt. Eine Schülerin kommentiert die Regie unter Maddel: „Die Pillen, die der nimmt, hätte ich auch gerne!“ „Da muss man/frau ja Vergnügungssteuer zahlen!“

Am Dienstag verfestige ich die Fähigkeit der Schüler, wir trainieren bestimmte Kurse – das Zusammenspiel von Pinne, Schot und Gewichtsverlagerung. Das Ganze bei relativ stetigem Nordwest, Sonne und schöner Brise. Der Mittwoch gehört dem BüB und der Motorenausbildung. Maddel bekümmert die Gleitjollen. Thorsten legt eine Solotour mit dem Menhir hin. Der Wind flaut ab – ein warmes Licht senkt sich über den Steg.

25.05. Prüfungen und Besucher!

Die Grundscheine sind fast fertig gestellt. Letzte Passbilder werden eingeöst und gestempelt. In meinem Büro wird noch eine schulische Geographiearbeit geschrieben, während Helga schon die Theoriearbeit der Segler überwacht. Herr Rüter übernimmt die Praxisprüfung. Ablandige, um bis zu 70° drehende Winde bilden anspruchsvolle Voraussetzungen. Von Südwest auf Südost springender Wind vor allem im Stegbereich zerren an den Nerven. Bin ich Gestern doch noch mit allen Kandidaten gesegelt, um sie einzustellen, so fallen folgende Dinge doch auf. Bis auf einige Ausnahmen sind die Kommandos, die ja Struktur in die Abläufe bringen soll, unterbewertet. Oft stimmen sie mit den daran anschließenden Handlungen nicht überein. In der Theorie beantworten fast alle das Ablegen richtig, in der Praxis wird die Pinne oft in die falsche Richtung gelegt, das killende Großsegel angezogen, das Umgucken vergessen, das Gewicht im Boot falsch verlagert. Im Kurs auf die erste Boje werden die Segel zu dicht gefahren, bei den Halsen das Stützruder vergessen. In der Kreuz steht die Fock zu lange back – das Alles kann den schwierigen Umständen geschuldet werden, doch beim Anlegen, das von den meisten durch paralleles Auslaufen am Steg gut zu Ende gebracht wird, kommt es zu einem brutalen Ramming des Steges, der mit einer 6 auf der Richterskala reagiert. In Momenten der Verwirrung stur auf das Hindernis zuhalten, nagt am Nervenkostüm des Segellehrers – Durchstarten ist angesagt – zuviel,  wenn der Prüfling im Zirkus der drehenden Wind nur noch eines will: anlegen! Durch leichtes Anluven wäre der Aufprall zu vermeiden gewesen. Abfallen ist die schlechtere Version, denn die extrem luvgierigen Menhire reagieren nur, wenn das Großsegel total gefiert ist und Luvkrängung hinzukommt. Fazit: die Schüler haben eine gute Leistung gezeigt, denn was soll ich nach vier Tagen Übung erwarten? Doch einen Schein wollen viele. Ach, gebe es doch mehr Zeit für die Ausbildung!

Natürlich mache ich mir viele Gedanken über Verbesserung auf unserer Seite: Streßsituationen bewirken nun einmal Verkrampfung, Verharren, obwohl in den meisten Fällen ein „Alles-los-lassen“ besser wäre. Die Wichtigkeit von Kommandos als Strukturmaßnahme für die Manöver ist mir wieder bewusst geworden. So versuche ich auch die Kommunikation an Bord zu fördern, indem der Vorschoter aufgrund seiner Beobachtung auf Am-Wind-Kursen den Rudergänger mit Anluven und Abfallen korrigiert, damit die Begrifflichkeiten umgesetzt werden, die Aufmerksamkeit erhöht und das Crewgefühl verstärkt wird ...

Also gibt es auch nach 49 Jahren Ausbildung immer noch viel zu tun. Auch in der Theorie taucht wieder die Meinung auf, die Wende sei eine Drehung mit dem Heck durch den Wind, was wir ja auch nicht leugnen können. Fast alle wollen beim Ruderlegen in der Wende auch sofort Gewicht verlagern und nicht warten, bis die Krängung nachlässt. Beim Ablegen werden fast alle Kästchen richtig angekreuzt, dieses Wissen aber nicht in die Praxis umgesetzt. Die meisten Minuspunkte werden beim See-Bild produziert, sie stranden hier an den Unsicherheiten in der Begrifflichkeit. Eine Person schafft es, konsequent spiegelbildlich zu arbeiten: Wende, Halse, Anluven und Abfallen sowie die Segelstellung um 180° verdreht. Helga wird es mit ihnen aufarbeiten.

Mittags haben Florian und Axel See-Prüfung bei Axel. Laura besucht mich, sie ist in Heiligenhafen mit einer Freundin verabredet. Am Nachmittag verbringe ich Zeit mit der Restaurierung von BüB-Bojen. Neue Flaggen von Sri Lanka, Iran und New York kommen zum Einsatz. Mit Stanzerl, Christian und Bernd gehe ich ins Restaurant Backbord. Es ist Zeit, denke ich mir, meine Einstellung zum Fisch zu überprüfen, deshalb bestelle ich mir ein Scholle. Na ja, es reicht wieder für einige Jahre. Während die anderen in die Bretterbude weiterziehen, kehre ich in die Segelschule zurück. Peter und Lothar sind mit ihren Schiffen eingetroffen. Rolf, ein Schüler für den SBI trifft ein, Hobbit stellt sich mit Familie vor, sie haben noch Freunde mitgebracht – so füllt sich die Segelschule langsam weiter. Am nächsten Morgen habe ich 11 neue Schüler. Mit Dieter und Maddel gehen wir mit drei Menhiren bei frischen, böigen Winden auf Törn……

23.05. Schulklasse!

Seit Sonntag weilt die Schulklasse von Helga bei uns. Die Schüler sind recht verträglich, viele sind in Zelten untergebracht. Zum Glück unterstützen uns Henning, Dennis, Dieter und Manfred am Anfang. Die Schwachwindlage bietet einen relativ stressfreien Einstieg. Einige der Teilnehmer sind schon zum zweiten Mal hier – da gibt es teilweise noch Grundlagen, auf die wir aufbauen können.

Am Dienstag sind auch einige für das Kentertraining bereit. Möwe 4 nimmt dabei zuviel Wasser und muss ausgetauscht werden. Ein Lob an die Schüler, auspützen, Zeitaufwand – sie nehmen alles gelassen hin. Am Mittwoch geht dann tatsächlich vormittags eine Möwe mit Sturmgroß und drei Personen auf Törn. Ziemlich harte Böen stehen sie gut durch. Einige Menhire legen es darauf an, das Schwert zu zeigen. Nachmittags kommen noch zwei weitere Möwen hinzu. Obwohl es ständig regnet, ist die Stimmung relativ gut. Der Steg ist durch den Möwenschiss arg glatt, zeitweilig stehe ich mit Helga mit Schrubber bewaffnet, um die Planken zu säubern. Gegen Abend kommt die Sonne wieder leicht durch.

Am Donnerstag kommt die Fehmarnfrage auf, doch eine zu befürchtende Winddrehung auf Südwest lässt uns davon Abstand nehmen. Dreizehn Schüler wollen sich der Grundscheinprüfung stellen, mit ihnen werde ich heute Morgen segeln, während Maddel das übrige Feld absichert. Es ist sehr schön, mit Helga zu arbeiten, kennen wir uns und sie die Segelschule doch schon seit den 70iger Jahren.

19.05. Seegras, Rippchen und Segelspaß!

Dichter Nebel klammert sich bei Ostwind an die Wasseroberfläche. Unter den Bäumen hat es geregnet, die Nebeltropfen sind von den Blättern abgelaufen. Leon, der einzige Wochenendgast, wird in die Gemeinschaft integriert. Nach kurzer Theorieeinweisung soll er mit Dieter ablegen. Ein letzter Paulaner, der dort Kontakt mit Schiff und Revier bekommen soll, zieht sich vorzeitig mit Rücken aus der Affäre. Gefrustet gesellt sich Björn zum Seegrasanalyseteam, greift zur Schubkarre und verstärkt den Westwall. Dennis ist der Initiator, hoch schwingt er die Forke, Karre um Karre füllt sich mit dem langen Seegras – Perückenrohstoff!

Strategiewechsel unter Matthias und Marina: drei Anhänger finden den Weg nach Johannistal, eine vierte Ladung steht für Montag bereit. Auch Henning und Nils können sich dem Aufforderungsdruck nicht entziehen, als auch Stanze noch eingreift, hat das Seegras kaum noch eine Chance. Die Sonne kommt durch, erlöst uns aus der grauen Umklammerung. Mareike und Stefan – unsere Jollenreederei – bringt ihre drei Schiffe auf das Gelände, riggen auf. Dann beginnt der Jollenzirkus – Stanzerl und Stefan fegen bei Ostwind der Werft entgegen. Björn, Nils und Henning – drei Musketiere auf Menhir legen ab. Holger, der uns bei der Ausbildung wieder helfen will, setzt mit einem Freund ebenfalls Segel, wobei sie zuvor auch kräftig zur Forke gegriffen haben.

Eine neue Flagge für den Steg. Nach mühsamer Beösung flattert sie auffordernd im Wind – mir kommt das Symbol vor wie zwei Damenschuhe. Dennis mariniert die Rippchen für den Smoker, Nils schnippelt Gemüse, kreiert nebenbei Mojo, die gute spanische Knoblauchsauce. Leon segelt mit Dieter. Fine und Tochter kommen zu Besuch. Holger und Freund sprechen vor: sie möchten ihren Katamaran bei uns unterbringen. Vor Boje ist eine Chance. So bekommt der Tag einen krönenden Abschluss an gemeinsamer Tafel. Linie und Marillenschnaps sorgen für die Verdauung. Endlich kommt das Städtespiel zur Geltung, habe ich doch Dennis versprochen, es vorher nicht zu benutzen. So wird es aus der jungfräulichen Verpackung befreit. Zehn Sekunden bleiben Dir, um die Informationen zu einer Stadt aufzunehmen, dann wird gewürfelt und Du musst einer der acht Fragen beantworten. „Hatte der Mann einen Hut auf?“ bis zu unaussprechlichen Namen von Museen reicht das Spektrum. Leon – unser Jungstar – wird Sieger. Ein voller, runder Tag ¦-)

18.05. Eine ruhige Woche!

Am Montag und Dienstag sind Tine, Henning und Mati noch zu Besuch, so sind die Dokoabende gesichert. Einige Möwen werden umgedreht, damit Maddel sie aufriggen und wässern kann. Mittwoch fahre ich mit Henning nach Hamburg. Stanze hat am Donnerstag Geburtstag. Entspannt besuchen wir vormittags die Sole-Therme: einige Schwimmzüge, dann in der Sole treiben lassen und Tiefschlaf im Kaminzimmer. Gegenüber der Elphi gönnen wir uns ein lecker Essen, bevor wir uns der Kunst hingeben: Laura Aikin singt frühe Lieder von Alban Berg, nach der Pause ertönt die 2. Sinfonie von Anton Bruckner. Wir sitzen unten, können die Künstler gut in Augenschein nehmen: die einzelnen Sätze steigern sich zum Höhepunkt, danach setzt Stille ein, bevor zarte Töne neu einsetzen. Mich beeindruckt auch der körperliche Einsatz der Streicher, die sich mit dem ganzen Körper einsetzen. Im Nachklang ein wunderschöner Tag …..

Wieder in Heiligenhafen gilt es das Wochenende vorzubereiten. Der FC St. Pauli kommt mit historisch niedriger Teilnehmerzahl, bei meinen Schnupperleuten gibt es einige Absagen, so bleibt abzuwarten, was sich ergibt, wenn der zähe Nebel endlich weicht. Dennis zaubert ein sehr schmackhafte Spargelcremesuppe. Leon, ein junger Mann, der von einer anderen Schülerin empfohlen wurde, baut sein Zelt auf. Björn schaut rein. Stanzerl hat ein Käppi von Dennis bekommen – mit selbstgestickter Krone. Am Sonntag reist die Schulklasse von Helga an ……

17.05. Ein schönes Wochenende!

Die Bootseinteilung beschert mir die Venus und vier Damen, Dieter, Maddel und Henning besetzen die anderen drei Menhire. Bei idealen Wetterbedingungen können wir in bester Stimmung die Grundlagen in den Schülern verankern. Einen trifft es beim Anlegen, er fällt ins Wasser – eine der ungezählten Stegtaufen. Abends  - zur Zeit gibt es immer Spargel – finden sich Hannes, sein Cousin Leimes, Henning und Stanzerl zum Doko ein. Es wird ein lustiger Abend.

Der nächste Tag bringt unruhiges Wetter, wir verteilen die Teilnehmer neu. Nur unter Groß bringe ich Ruhe in meine Damenfrauschaft. Henning kümmert sich um Laura und Cornelius, die ihr stürmisches und fast verschneites WE nachholen. Zunächst segelt Jan, der seine Prüfung ablegen will mit ihnen. Später übernimmt Dieter das Schiff. Seine Crew hat die Segel gestrichen, zwei waren wegen Krankheit nicht erschienen, so dass nur ein Paar bei ihm an Bord war. Doch mit den Worten: „Segeln ist nichts für mich“ ging sie von Bord. Neue Aufgabe für Dieter. Mit Hannes als Vorschoter trainieren sie die Manöver. Als Axel erscheint, habe ich meine Crew soweit, dass sie selbstständig segeln können. Denn für die Prüfernachbetreuung gibt es den Zaubertrank im Senioreneck. Als der Nachschub versiegt,  muss ich der Phantasie freien Lauf lassen. Rabarbarsirup  als Grundlage, verfeinert mit einem Schuss Pernod, aufgefüllt mit Fanta und gekrönt mit Marillenschnaps steht die neue Kreation vor mir. Stanzerl schmückt sie mit einer Gurke und Radieschen und die Prüfer werden danach sicher nach Hause verfrachtet.
Nach dem ganzen Trubel – zwischendurch verabschiede ich die einzelnen Crews – entführt mich Stanzerl zu einem Picknick in den Rapsfeldern – welch Farbenpracht und Ruhe.

Am nächsten Morgen kümmert sich Maddel um das ausgerauschte Großfall, jemand hat den Knoten am Schäkel gelöst, dabei nimmt das Boot ordentlich Wasser und muss mühsam gelenzt werden. Vater und Tochter kommen, um einen Menhir zu leihen. Später tauchen Kerschtin, Guido und Ida auf, die Eltern haben sich genau auf den Tag hier in der Segelschule kennen gelernt, das muss gebührend berücksichtigt werden. Nach einer kleinen Segeltour laden sie mich zu Kaffee und Kuchen ein, wir sitzen bei den letzten Sonnenstrahlen auf der Ostwiese. Zwischendurch ist Henning mit Mati eingetroffen, Tine kommt nach, wir werden grillen und Doko spielen.

09.05. Nachlese!

Mit Dieter in der Welle - der Hammer! Dieser Spruch bestätigt unsere Entscheidung, die Hälfte der Schüler mit Lehrer in die offene See zu schicken, während der Rest den Prüfungskurs in der Bucht einübt. Matthias fährt die Steuerschüssel zur Sicherung. Flachwasser und böiger Wind schaffen anspruchsvolle Voraussetzungen. 13 Personen stellen sich der Grundscheinprüfung, die sie gut bestehen - sie können auch stolz auf sich sein. In der Theorie gibt es vier Nachprüfungen, dabei muss ich einsehen, das auch das Heck bei der Wende irgendwie durch den Wind geht. So bleibt ein gutes Gefühl zurück - schwieriges Wetter, beste Stammcrew und soziale Kompetenz haben ein schönes Erlebnis ermöglicht.

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Aktuelles

Mittwoch, 4. September um 19 Uhr: Infoabend See-Kurs!

07.-13. Oktober: Intensivkurs See, bei genügend Teilnehmern findet auch die Theorieprüfung in Heiligenhafen statt. Einzelne Module möglich.

Segelschule Ralph Bennewitz | Kapitän-Nissen-Straße 3 | D-23774 Heiligenhafen | segelschule(at)bennewitz.de | Fon 04362 - 2244 | Fax 04362 - 5292